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Sadduzäer
Ø    Vgl. Pharisäer...!
    
Samariter, Samaritaner
Geschichte
Biblischer Name für die Bewohner Samarias. Genauer ist wohl die Bezeichnung Samaritaner, nicht Samariter. Neben dem Jahwekult existierten schon vor der Zerschlagung des Staates Israel in der Nordgegend heidnische Kulte (2Kön 17,34-41). Nach der Eroberung Israels 722 v. Chr. durch die Assyrer und der Wegführung der jüdischen Bevölkerung wuchs in den Landstrichen des ehemaligen Nordreiches eine Mulikultibevölkerung heran. Nach dem Exil wurden Samaritaner nicht zum Tempelkult zugelassen (Esr 4,1ff.). Sie erbauten daraufhin auf dem Berg Garizim, innerhalb ihrer Landesgrenzen bei Sichem gelegen, einen eigenen Tempel (2Makk 6,2), den der Hohepriester und Fürst in Juda Hyrkanus I. im Jahr 107 v. Chr. mutwillig zerstören ließ, was die Kluft zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen deutlich vertiefte (Sir 50,20). Der Berg Garizim blieb weiterhin samaritanischer Kultort (Joh 4,20). Immerhin hat der Garizim eine uralte hebräische Segenstradition (Dtn 11,29; 27,12; Jos 8,33).
Jesus und die Samaritaner
Jesus trat freundlich gegen Samaritaner auf, zeigte dauerhaft Sympathien für sie, auch unter Enttäuschungen (Lk 9,51-56; 17,16-19). Sein Auftrag, den Völkern zu predigen, wurde von den griechischsprachigen Christen in Jerusalem zuallererst auf Samarien bezogen. Philippus, einer der sieben Diakone, predigte dort (Apg 8,5-8).
Ø    Vgl. Staat, Gehorsam und Widerstand, jüdische und christliche Auffassungen
    
Sabbat
Der 7. Wochentag der Juden, ein Ruhetag für Mensch, Vieh und Natur, im Dekalog erstrangig verankert (Ex 20,8-11). Das hebr. Wort schabat hängt mit dem hebr. schebe, sieben zusammen. Der Siebenerrhythmus ist eine Eigenart des biblischen Glaubens (Ex 23,12). Wer den Sabbat bricht, bricht den Gottesbund, wer ihn feiert bekennt sich in diesem Tun zu ihm (Ex 31,16f.). Der Sabbat ist ein Tag der Freude (Hos 2,11) und des Gottesdienstes (Num 28,9f.). Später wird der Sabbat als Zeichen der Erinnerung an den Auszug aus Ägypten (Dtn 5,12-15) und als Tag der Ruhe Gottes nach der Schöpfungsarbeit gedeutet (Gen 2,1-3). Es ist der Tag, der die Gleichheit aller ins Auge fasst. Alle haben das Recht auf Arbeitsruhe an diesem siebenten Tage. Gerechtigkeit und Frieden werden wiederhergestellt, auch für den Sklaven, auch fürs Vieh. Für Jesus und übrige Rabbiner ist der Sabbat der Tag, an dem Schöpfung und Mensch zumindest ansatzweise und symbolisch in die Wiederherstellung geraten können, wenn sie sich in die Nähe Gottes wagen (Mk 3,1-6).
Ø    8.3.Sabbat
Ø    Vgl. Feste, jüdische
    
Schlange
Das Böse schlechthin?
Die Schlange scheint in der Bibel zunächst das Böse schlechthin zu symbolisieren, wenn wir oberflächlich nach der > Urgeschichte gehen. Immerhin wird sie von Gott verurteilt, im Staube zu kriechen und Erde fressen zu müssen., weil sie den Menschen zur Überheblichkeit und Grenzüberschreitung herausfordert, was ihr auch gelingt (Gen 3,1-15).  
Belebende Kraft der Schlange
Andererseits weiß Israel mit der gesamten Antike um die belebende, erneuernde Kraft der Schlange. Sie erscheint den Griechen bis heute im Äskulapstab als Bringerin des Heils und der Gesundheit, wobei der Äskulapstab erstmals in Babylon (3. Jtd. v. Chr.) auftaucht. Mose errichtet das Bild einer ehernen Schlange, um Israel vor Tod und Verderben zu schützen. Wer die eherne Schlange anschaut, überlebt, auch wenn er von einer Giftschlange gebissen wurde (Num 21,9), was im Zweiten Testament zum Symbol für Christus erhoben wird: Wie der Blick auf die erhöhte eherne Schlange Israel rettet, so der Blick der messianischen Menschen auf den ans Kreuz erhöhten Herrn (Joh 3,14). Im Tempel > Salomos gibt es das Standbild einer ehernen Schlange, Nehustan, das erst der König > Hiskia (721-693 v. Chr.) aus dem Tempel entfernen ließ (2Kön 18,4). Diesen widersprüchlichen Traditionen möchte ich nachgehen.
Mose und Aaron
Mose wirft seinen Stab auf die Erde – und er wird zur Schlange, die durch Einfangen und festes Zupacken am Schwanzende wieder zum Stab wird. Diese Handlung wird zum Zeichen, dass Mose im Namen des Gottes der Väter handelt (Ex 4,1-5), ein Motiv, das sich wiederholt. Mose und Aaron erscheinen vor dem Pharao mit gleicher Symbolhandlung. Diesmal wird sie von Aaron ausgeführt. Ägyptens Zauberer kennen sich mit dieser Symbolhandlung auch aus, aber Aarons Stab verschlingt die Stäbe der Ägypter (Ex 7,1-13).
Symbolik in Ägypten
Wenn wir diese Symbolik nicht als reine Magie verstehen wollen, müssen wir in Ägyptens Religion eintauchen. Ägypten kennt vielgestaltige Schlangengottheiten. Die Uräusschlange verkörperte das Auge und die Kraft des Sonnengottes, an dessen Stirn sie sich aufbäumt, um so die Feinde Ägyptens zu vernichten. Entsprechend taucht sie als Stirnemblem in der Königskrone der Pharaonen auf, denen die Uräusschlange die Sonnenkraft vermittelt. So wird die göttliche Abstammung und Kraft der Pharaonen bestätigt. Die Uräusschlange symbolisierte also die Staatsmacht und –ordnung Ägyptens. Aber auch der Hauptfeind des Sonnengottes und der (ägyptischen) Weltordnung, Apophis, hat die Gestalt einer Schlange. Diese Schlange symbolisiert die Chaosmächte, die Kraft von unten, die Volksmacht, mit der sich die Beherrschten, Sklaven, Fronarbeiter, Gefangene, gegen die Unterdrückerherrschaft der Großmacht auflehnen (Herder-Lexikon Symbole, Freiburg 1993, S. 143f.).
Politische und soziale Dimension der Schlangensymbolik
Der Schlangenstab des Mose und Aaron ist also nicht magisch, sondern politisch und sozial zu deuten. In der Apophisschlange symbolisiert sich gegen Ägyptens unterdrückerische Staatsmacht die Macht von unten, gegen die Ägyptens ohnmächtig ist und die schließlich Ägyptens Diktaturordnung verschlingt. Hier kämpft Schlange gegen Schlange – und die Aufruhrmacht wird siegen! Dieses Schlangensymbol taucht in der Mosetradition auf, wenn Ägyptens Staatsapparat oder innerer Zwist und Angst vor der Zukunft der Freiheit Israels ein Ende zu machen droht (Ex 4,1-4; vgl. Ex 14,26ff.; Num 21,4-9).
Absichten des Jahwisten
Wenn nun der > Jahwist, der zu > Salomons Zeiten schreibt, in seine Urgeschichte die Schlange als das Symbol der Verführung zur allmächtigen Macht einbaut (Gen 3,15), geht er ein sehr hohes persönliches Risiko ein. Schließlich enthält seine Erzählung eine versteckte Kritik an König Salomo, der im Tempel ein Schlangensymbol aufstellen ließ. Das konnte einerseits in ehrender Erinnerung an Mose geschehen sein (Num 25,1ff.), das konnte andererseits aber auch eine Verbeugung vor des Religion Salomos ägyptischer Frauen darstellen, wie es der Berichterstatter in den Königsannalen es tut! Dann hätte Israels König das Unterdrückungssymbol par exellence, Ägyptens religiöses Staatssymbol, im Tempel in Jerusalem aufstellen lassen (1Kön 11,1ff.). Überhaupt galt Salomo als ein Herrscher, der Israels innere Freiheit durch Prunksucht, Bauwut und insgesamt durch Gigantomanie bedrohte. An diesen Positionen endete seine sprichwörtliche Weisheit (1Kön 11,26ff.), Salomo regiert „ägyptisch“,er greift zu unterdrückerischen Herrschaftsformen, die den politischen Mord nicht ausschließen. So kritisiert der Jahwist in einer verdeckten Erzählung scharf diese Entwicklung, wie „ägyptisches Schlangendenken“,die Nachahmung der Despotiestruktur Ägyptens, Israels Zukunft gefährdet. Das wird in der Erzählung des Jahwisten, der Sündenfallsgeschichte, erzählt (Gen 3,1-15).  
Die Weltschlange Tiamat
Während die biblischen Schöpfungsberichte erzählen, wie Gott aus seinem befehlsmächtigen Wort, das er spricht, die Welt erschafft, weiß das babylonische Epos Enuma Elisch, übersetzt: „Als droben“, von einem gigantischen Kampf der Götter gegen das Chaos, das sich in der Weltenschlange Tiamat verkörpert. Diese Weltenschlange gilt als Bild des Streits gegen die gesetzte Ordnung der Natur, ja, als das Bild des Aufbäumens der Natur gegen alle Ordnung. Dieses Ungeheuer kann nur Gott in seine Grenzen zurückbringen. In der späteren Bibelliteratur ist Leviathan dieses Meerungeheuer, das allein Gott Jahwe überwindet (Ps 74,14; vgl. Ps 104,26; Jes 27,1). Witzigerweise wird Behemoth, das Nilpferd bei Hiob (40,15-24) als Meisterleistung des Schöpfergottes gepriesen, in der späteren jüdischen Apokalyptik als schlangenhaftes Ungeheuer angesehen, Leviathan gleichzusetzen, einem Ungeheuer, das schlimmste Vernichtung bringt (2Esr  6,49.52; vgl. in etwa Apk 13,1ff.).  
Ø    2.1. Garten, bis 6.1. Verwirrung
Ø    1.6. Die Macht der Ohnmächtigen, bis 7.6. Stille sein
Ø    2.8. Salomo: Auch nicht besser, bis 5.8. Wo wohnt Gott?
    
Schöpfung
Schöpfungsbericht der Priesterschrift
Die Bibel sieht die Schöpfung als einen ganzheitlichen Vorgang an; der zwar innerhalb eines siebenrhythmischen Schöpfungsvorgangs seinen Abschluss findet, wie es die > Priesterschrift darstellt (> Quellen und Quellenscheidung). Auf keinen Fall möchte aber dieser Bericht wissenschaftlich zu beweisende Weltperioden abbilden oder naturwissenschaftliche Feststellungen treffen, sondern eher den Schöpfungssabbat Gottes als Urbild allen Sabbatfeierns vorstellen (Gen 1,1-2,4a).
Schöpfungsbericht des Jahwisten
Der gleich folgende zweite Schöpfungsbericht des Jahwisten verdeutlicht, wie wenig Vergangenheit in diesen Texten schwingt, eher aktuelle Zukunft. Was dort von der Natur und dem Menschen sowie von Gott erzählt wird, ist bis heute als Menschheitsbestimmung aktuell. Der Mensch ist in die Verantwortung gestellt, den Garten Gottes, Natur und Welt, zu bewahren, zu behüten, zu bewachen, gemäß den Bedeutungen des hebr. schamar (Gen 2,15; insgesamt Gen 2,4b-25; > Quellen und Quellenscheidung).
Weitere Schöpfungsberichte
Darüber hinaus bietet die Bibel, vor allem in den Psalmen, ein buntes Bild, was die Schöpfungstheologie anbetrifft. Es wird das Lob des Gottes gesungen, der zugleich der Retter und Befreier Israels und aller unterdrückten Menschen sowie der Schöpfer und Erhalter des Erdkreises und des Kosmos ist, ein Gott, der ein wunderbares Miteinander von Mensch, Natur und Kosmos schafft, erhält und mit seinem Geist beatmet (Ps. 46; 47; 104; 146; 147; 148).
Ø    01.01. Am Anfang, bis 07.01. Übergang
Ø    Quellen und Quellenscheidung im Ersten Testament
    
Schriftbeweis
Ersttestamentliche Texte messianisch gedeutet
Der messianische Schriftbeweis meint, dass Texte, auch einzelne Textstellen des Ersten Testaments von der Urgemeinde aufgegriffen und messianisch gedeutet werden. Auch Texte, die sich in einem historischen Sinne keineswegs messianisch verstehen, werden auf den Messias Jesus und sein Schicksal hin gedeutet. Diese Texte werden als Voraussagen verstanden, die sich in Jesu Messiasweg sozusagen historisch haltbar erfüllt hätten.
Bedeutsam
Obwohl in allen Fällen eine Deutung auf den historischen Jesus abgelehnt werden muss, bleibt bedeutsam: Die ersten Christen hätten ohne die geglaubte Schrifterfüllung nie ihren Messiasglauben nach Karfreitag aufnehmen und weiter entwickeln können. Die messianische Deutung der Schriften des Ersten Testaments stützten ihren Osterglauben, verhalfen den Christen zu ihrem Osterbekenntnis. Inhalte des Glaubens an den Messias, der ein Messias der Armen, Elenden und Fernen ist, die in ihm Gott nahe kommen, entwickeln den Gott der Befreiung, der zugleich ein Gott der Vergebung und Versöhnung ist. Der Glaube an diesen Gott des Ersten Bundes wird durch die messianische Schriftauslegung neu entdeckt und aktiviert. Drei Beispiele sollen verdeutlichen, wie phantasiereich und genial das Erste Testament messianisch ausgelegt wurde:
Beispiel 1: Aus Ägypten
In der Vorgeschichte des Matthäus, in der Geschichte von der Flucht nach Ägypten (Mt 2,13-15) wird „Aus Ägypten rief ich meinen Sohn“ zitiert (Mt 2,15, Hos 11,1). Im Ursprung gilt diese Wort dem Volke Israel, das durch den Propheten an Gottes Bundestreue erinnert wird. Das Zitat im Zweiten Testament möchte der Evangelist ausdrücken: „So wie damals das Volk Israel aus Ägypten, aus Sklaverei und Unterdrückung, in die Freiheit herausgerufen wurde, so ruft Gott jetzt in seinem Messias die gesamte Menschheit aus Unterdrückung und Sklaverei in eine neue, unbeschreibliche Freiheit.“
Beispiel 2: Jungfrau
Im Engelbericht an Joseph (Mt 1,18-24), ebenfalls in der Vorgeschichte des Mt, wird berichtet, Maria sei schwanger. Der Evangelist sieht darin eine Erfüllung der prophetischen Weissagung aus Jes 7,14 (Mt 1,23). Die ursprüngliche Weissagung ist eine Ermutigung an den König, seine Frau werde ein Kind zur Welt bringen und ehe es zur Welt gekommen sei, werde die feindliche Belagerung durch Assur, die äußerst bedrohlich wirkte, zu Ende gegangen sein. Leider enthält die gr. Übersetzung aus dem Hebräischen einen Übersetzungsfehler. Aus hebr. alma, der jungen Frau, wird in der LXX gr. parthenos, unberührte Jungfrau. Abgesehen von diesem gravierenden Fehler, der der Christenheit ein schwieriges Dogma als Bürde eintrug, das der Jungfrauengeburt, bleibt ja diese ermutigende, hoffnungsvolle Aussage, die Mt mit seinem Bericht spiegelt: Maria ist schwanger, Joseph weiß nicht , von wem. Er will sie aber nicht an den Pranger stellen und sie der Steinigung ausliefern. Er will „gerecht“ sein, sie nur still verlassen (Dtn 22,13-21; Mt 1,18-25). Zwei hoffnungslose Menschen, in ihre Hoffnungslosigkeit verstrickt, in religiöse Vorschriften eingeschraubt, werden aus dem Jesaia-Zitat heraus ermutigt, ihre messianische Zukunft zu glauben, zu erkennen, zu tun, im Kind im Bauch der Maria! Denn was da geboren werden wird, ist der Messias aus heiligem Geist. Er wird Gottes heiligen Geist neu in die Welt bringen! So wie der König Hiskia hoffen darf, dürfen Joseph und Maria, alle Menschen hoffen!
Beispiel 3: Der Einzug des Friedensmessias
Unter > Markus, Noch eine Blindengeschichte und Der Einzugsbericht, wird deutlich darauf verwiesen, wie sehr der Schriftbeweis die Darstellung und Erzählweise, ja, auch die Inhalte des Erzählten bestimmt. Selbst dann, wenn ein ersttestamentliches Zitat nur kurz angedeutet wird (wie im nachfolgenden Beispiel: Bleibe bei uns!) oder gar nicht zitiert wird (wie bei Mk: Der Einzug des Friedensmessias), muss dieser Zusammenhang gesehen werden: Die Einzugsgeschichte nach Mk (Mk 11,1ff.) erklärt sich deutlich aus dem ersttestamentlichen Zusammenhang (Sach 9,9f.). Sie deutet die Messiasgestalt des Jesus von Nazareth um so klarer als Friedensmessias, als ja in den voran gegangenen Jahren ab 66 bis 70 n. Chr. Kriegsmessiasse unendliches Leid über Juda brachten, wie uns Josephus in der Geschichte des Judäischen Krieges berichtet hat.
Beispiel 4: Bleibe bei uns!
Dass die Einbindung ersttestamentlicher. Texte in die Texte und Geschichten des Zweiten Testaments bei den verschiedenen Evangelisten und Lehrern verschieden ausfällt, ist durchaus erwähnenswert. Lukas erzählt die Geschichte vom österlichen Gang der zwei Jünger nach Emmaus (Lk 24,13-35). Schon der Name Emmaus ist bedeutsam. Denn in Emmaus schlug Judas > Makkabäus in den Makkabäerkriegen eine hoffnungsvolle Schlacht. Im Krieg 66 bis 70 n. Chr., so berichtet Josephus, versuchten ebenso ein Hirte wie David und seine Brüder bei Amwas/Emmaus, Scharen von jüdischen Kriegern anzulocken und in den Aufstand zu schicken, wurde aber vernichtend geschlagen. Das Wunder von Emmaus wiederholte sich nicht (JB, S., I.11,2; II.4.3; 5.1; IV.8.1; VII.6.6). Nun ziehen zwei Jünger nach Emmaus und müssen erkennen, dass der Messias Jesus, der sich ihnen in Brot und Wein als der auferstandene Sieger offenbart, kein Kriegs-,sondern ein Friedensmessias ist, was durch ein eindrückliches Zitat aus einer schrecklichen Geschichte, die den Heiligen Krieg ad absurdum führt, unterstrichen wird: „Herr bleibe bei uns, denn der Tag hat sich geneigt“ (Lk 24,29). Das Zitat aus einer umfangreichen Lehrgeschichte stellt eine Zurückblendung auf eine Erzählung dar, die pointiert ausführt, wohin Heilige Kriege führen, in die Selbstvernichtung (Ri 19,1-21,25). Gleich dreimal kommt der Aufruf zum Bleiben, in der ersttestamentlichen Erzählung vor (Ri 19,4.6.7.8.9), eine eindrückliche Erinnerung, dass der gewaltfreie Leidensweg des gekreuzigten Messias Jesus und die Gewaltfreiheit seiner Anhänger der eigentliche Weg Gottes mit seinen Menschen ist, nicht der Krieg, in dem sich Juda gerade jetzt befindet bzw,. bis jetzt befand. Denn die Lukaserzählung entstand wahrscheinlich während oder kurz nach dem Judäischen Krieg, den Josephus so minutiös schildert. Befreiung ist kein militärischer, sondern ein Vorgang der Gemeinde und der einzelnen Herzen.  
Kreuzestheologie
Die Kreuzestheologie des Paulus und übriger ntl. Schriftsteller wurde aus Jes 53 (und anderen ähnlichen atl. Zusammenhängen, Ps 22; Ps 69) herausgearbeitet. Sie trifft den Kern der Bibelbotschaft: „Gott ist ein Gott für mich Armen und Elenden. Er wird mich befreien. Wer befreit ist, kann befreien! Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung werden im messianischen Zeitalter wahr, in der messianischen Gemeinde, durch mich!“
Ø    22.10. Schriftbeweis!
Ø    Vgl. Jungfrau
Ø    Vgl. Ostern
Ø    Vgl. Weihnachten
Ø    Vgl. Knecht Gottes
    
Schriftgelehrte
Ø    Vgl. Pharisäer...!
    
Septuaginta, LXX
Die Bibel der Siebzig
Die Siebzigerbibel; Nach einer Legende das Aristeasbriefes (1. Jhdt. v. Chr.) hätten 72 Autoren in 72 Tagen die gr. Übersetzung des AT geschaffen, häufig mit LXX wiedergegeben, so auch in dieser Ausgabe. Die LXX wurde im hellenistischen Judentum zur sanktionierten Heiligen Schrift, an der nichts mehr verändert werden durfte. So kam es weder zu Fehlerkorrekturen noch zu Zusätzen, die in die > Masora noch einflossen.
Die ersten Christen und die LXX
Den ersten Christen müssen ersttestamentliche Schriftsammlungen vorgelegen haben, die messianisch geprägt waren, Zusammenstellungen verschiedener Textstellen, die bereits im Verbund existierten, vor allem aus der LXX. Die LXX auch mit ihren Fehlübersetzungen war maßgeblich am Entstehen christlicher Legenden und Dogmen beteiligt, da sie als authentische, verbindliche Übersetzung galt.
Ø    Vgl. Jungfrau
Ø    Vgl. Schriftbeweis
    
Sikarier
Ø    Vgl. Staat, Gehorsam und Widerstand, jüdische und christliche Auffassungen und Erfahrungen
    
Sinai
Sinai oder Horeb oder einfach nur Berg bezeichnen nach je verschiedenen Überlieferungen des Pentateuch jeweils den Berg, auf dem Jahwe dem Mose erschien und ihm, so die Tradition, die Zehn Gebote überreichte (Ex 19 und 20). Nach den verschiedenen Vorstellungen liegt der Sinai im unteren Drittel der Sinaihalbinsel, nach einer anderen Überlieferung im Gebirge Seir südöstlich vom Toten Meer. In jedem Fall spielen in die verschiedenen Erzählungen verschiedene Traditionen hinein.
Ø    Durchzug durchs Rote Meer, durchs Schilfmeer
    
Sinea
Bezeichnet Babylon oder ganz Mesopotamien
Ø    Babylonien
    
Sodom und Gomorra
Heute ein feststehender Begriff für ein wüstes Durcheinander, für das Hereinbrechen eines ungezügelten Auslebens der Sexualtriebe. In Gen 19,1-29 wird die Sünde Sodoms deutlich als ein Vergehen gegen die Gesetze der Gastfreundschaft gekennzeichnet. Die Leute von Sodom sind so umhemmt und roh, dass sie auswärtig Gäste, die doch unbedingt unter dem Schutz des heiligen Gastrechtes stehen, aus dem Hause herausfordern, um sie die Nacht über in wüstem Treiben zu schänden. Die Erzählung vergegenwärtigt diese für einen Orientalen unvorstellbare Grenzüberschreitung, die die Strafe auf dem Fuße folgen lässt. Sodom wird untergehen, Lot und seine Familie sollen sich retten. Lots Frau, die sich nicht aus der Vergangenheit trennen kann, erstarrt zur Salzsäule.
    
Sohn, Sohnesopfer
Opferung Isaaks?
Die Erzählung von der Opferung Isaaks (Gen 22,1ff.), oft attackiert, will ja gerade das Kindesopfer Gott Jahwe gegenüber ein für alle Mal aufheben! Im Zweiten Testament wird die Erzählung vom der Opferung des einzigen, geliebten Sohn zum Modell für Gottes Sohnesopfer für uns. Die LXX übersetzt hebr. jahid in Ri 11,34 mit gr. monogenes, in Gen 22,2ff. mit gr. agapätos, geliebt, wohl in Hinblick darauf, das Abraham noch einen anderen Sohn hat, Ismael (Gen 16,1ff; 21,8ff.). Im NT nehmen die Syn das Wortspiel gr. hüios agapätos (Mk 1,11 u.a.), Joh gr. monogenes auf (Joh 1,14;3,16). Dabei zitiert Joh gr. monogenes z. T. auch ohne das Wort gr. hüios. Er stellt einige Male gr. monogenes allein (Jo 1,14; 3,16; anders Joh 3,18!), der Einziggeborene, wohl in Hinblick darauf, dass Gott noch andere Söhne und Töchter hat, uns messianische Menschen (Mt 5,9 u. a.).
Verweigerung von Menschenopfer
Indem diese Wortbilder und –spiele aus dem Ersten Testament aufgenommen werden, wird im Zweiten Testament betont unterstrichen, dass es sich beim Tode Jesu nicht um ein Satisfaktionsopfer Gottes, um eine göttliche Genugtuung für menschliche Sündenschuld handelt, sondern um die unaufhebbare Solidarität Gottes mit dem leidenden und sterbenden Menschen. Wenn Gott im Ersten Testament aufs Sohnesopfer Abrahams verzichtet, wieso soll er es für sich und die Menschheit wieder einführen? Mit dem Begriff gr. agapäthos huios, geliebter Sohn, spielen die Syn auf die Verweigerung dieses Menschenopfers an. Zunächst einmal ist das Opfer Jesu im Sinne seiner ersttestamentlichen Vorlage zu verstehen (Jes 53): Wie der unbekannte Gottesknecht schweigend ins Urteil ging, keine Namen von Mitverschwörern preisgab, so schwieg auch Jesus – und rettete durch seinen Tod seinen Anhänger das Leben(Jes 53,7.9; 1Petr 2,24).
Auf Gewalt mit Gewaltfreiheit erwidern
Eher ist das Sterben Jesu ein Signal, auf Gewalt mit Gewaltfreiheit zu erwidern. Wie Jesus lebte und predigte, so starb er. Diesen Weg sollen seine JüngerInnen erinnern und gehen.
Sakramentale Vorstellungen
Natürlich schwingen schon bei der Zitation und Anspielung im 1. Petrusbrief (Jes 53,7.9; 1Petr 2,24) sakramentale Vorstellungen mit. Aber es ist doch gut zu wissen, woher die Bilder kommen, um sie demjenigen, der nicht gleich sakramental denken möchte, aufschlüsseln zu können.
Ø    13.01. Geboren, um geopfert zu werden?
Ø    Vgl. Knecht Gottes
Ø    Vgl. Schriftbeweis
    
Staat, Gehorsam und Widerstand, jüdische und christliche Auffassungen und Erfahrungen
Von Gott gegeben
Da sich der jüdische Staat in der Bibel als eine Gesellschaft vorstellt, in der Freiheitswerte und Menschenrechtsnormen von Gott gegeben und auch durch ihn beobachtet und kontrolliert werden, galt es als rechtens, im Falle von Unterdrückung durch Fremdmächte für die von Gott gewollte Befreiung zu kämpfen, vor allem, wenn die ungestört e Ausübung des jüdischen Kultus gefährdet war.
Makkabäerbewegung
Deshalb entstand, nachdem das Diadochenreich Syrien Israel besetzt und Antiochus Epihanus, König von Syrien, ein Edikt erlassen hatte, mit dem viele jüdische Bräuche abgeschafft und ab nun dem Zeus Olympios im Tempel zu Jerusalem auf einem neuen Altar gehuldigt werden sollte (167 v. Chr.), die Makkabäerbewegung, begründet von einem Priester Mattatias und seinen fünf Söhnen. Mattatias war ein Enkel des Hasmonäers Simeon, eines Hohenpriesters, der den Tempel erweitert hatte. Nach dem Tode des Mattatias (166 v. Chr.) ergriff sein Sohn Judas Makkabäus, Judas, der Hammer, die Initiative. (166-160 v. Chr.), von dem die nachfolgende Makkabäerdynastie und -herrschaft ihren Namen erhielt, von Flavius > Josephus, dem jüdischen Schriftsteller, auch Hasmonäerherrschaft genannt, die von 167 bis 37 v. Chr. reichte. Judas fiel, seine Brüder setzten das Befreiungswerk fort. Die Makkabäerkriege brachten nach jahrzehntelangem Freiheitsringen Israel, außenpolitisch gesehen, die Freiheit. Der Makkabäer Simon (142 bis 134 v. Chr.) errang praktisch die Unabhängigkeit der jüdischen Nation und wurde zum Herrscher und Hohenpriester für alle Zeiten ausgerufen (1Makk 13,33-51).
Spaltungen im Inneren
Innenpolitisch stürzten jedoch die immer neuen Kriege, die durchaus nicht nur zur Befreiung Judas, sondern auch zur Eroberung von Nachbarstaaten geführt wurden, das Land in immer neue innere Konflikte. So setzten sich die Chasidäer, die Frommen, Anhänger einer Frömmigkeitsbewegung, die zunächst die Befreiungsfront unterstützt hatten, ab und gerieten prompt in die Ungnade des neuen Staates Juda  (vgl. Ps 11,2; 37,14; 64,5). Durch den Hohenpriester Bakchides wurden (um 160 v. Chr.) 60 Chasidäer getötet. Diese religiöse Erneuerungsbewegung wollte Staat und Gesellschaft wie auch den Einzelnen neu unter die Herrschaft des jüdischen Gesetzeskodexes bringen, wie er sich in der Geschichte entwickelt hatte. Die Chasidäer waren für den aufkommenden Judenstaat, der stark von hellenistischem Denken durchwebt war, zu fromm. Der so lange, über dreißig Jahre und mehr geführte schreckliche Dauerguerillakrieg hatte kulturell und sozial höchst negative Folgen, die Spaltung der jüdischen Nation in mehrere religiöse Gruppierungen.
Geistesbewegungen in Juda
Aus den Makkabäerkriegen und den daraus erwachsenden Sinnkrisen (167 bis 142, Anschlusskriege bis 102 v. Chr.) bildeten sich letztendlich drei bestimmende Geistesbewegungen in Juda, > Pharisäer, Sadduzäer und Essener. Hinzu kam, dass einer der Makkabäer, Johannes Hyrkanus I., das Heiligtum der > Samaritaner auf dem Garizim 107 v. Chr. brutal zerstören ließ. Das heißt, auch die Samaritaner, eine jüdische Sammlungsbewegung, die sich auf dem altisraelitischem Boden des Nordreiches gebildet hatte, wurden nicht integriert, sondern zum besonderen Feind erklärt. es kam zu einer Feindschaft, die bis in die Jesuszeit hinein reichte. Schließlich durfte kein Jude, der aus Galiläa zum Tempel in Jerusalem wallfahrtete, ein Samariterdorf betreten, was Lukas zu einer Jesusepisode verdichtet (Lk 9,51-58).
Ø    Pharisäer, Sadduzäer, Qumrananhänger / Essener, Schriftgelehrte
Ø    Samariter, Samaritaner
Rom soll helfen
Im Jahr 67 v. Chr. waren die jüdischen Parteiungen so sehr zerstritten, dass die beiden verfeindeten Brüder, Aristobul II. und Hyrkanus II:, Söhne des Hasmonäers Alexander Jannäus und seiner Frau Alexandra, die Römer ins Land holten. Pompejus vertrat die Römermacht nur allzu gern, gab Weisungen, regierte ins Land hinein und erobert schließlich Jerusalem (63 v. Chr.). Die Römerherrschaft dauerte bis 324 n. Chr.
Faktoren
Die Römische Herrschaftsepoche ist durch verschiedene Faktoren ausgezeichnet:
  • a. Es kommt zu immer neuen Unruhen gegen Rom, die zunächst eingegrenzt und aufgelöst werden können, bis es zu den beiden großen bekannten Aufständen kommt Im Bellum Judaicum werden Jerusalem und der Tempel zerstört (66 bis 70 n. Chr.). Nach dem Bar Kochba Aufstand, in dem Massada fällt, werden die Ansiedlung von Juden in und um Jerusalem herum von Rom verboten (135 n. Chr.). Hintergrund für diese Aufstände steckt die Angst des jüdischen Volkes , eine immer weiter fressende Überfremdung durch den Hellenismus werde jüdisches Denken und Leben verfälschen oder gar zerstören. Auch trägt die soziale Not verarmter jüdischer Gruppen zur revolutionären Stimmung bei. Diese Revolutionäre setzen auf die radikale Wende durch die Ankunft Gottes und seines Reiches.
  • b. Die Juden erkämpfen sich auf dem Verhandlungswege, also mit friedlichen Mitteln, von Rom, dass ihre Religion als eine lat. religio licita, als im Römischen Reich zugelassene Religion, anerkannt wird. Diese Erlaubnis, durchaus mehrfach gefährdet und im Westen weniger großzügig gehandhabt als im Osten des Römerreiches, war doch die Grundlage dafür, dass sich die jüdische Religion im gesamten Reichsgebiet ausbreiten konnte.
  • c. Die Auswanderung jüdischer Familien in verschiedene Städte des Römerreiches trug erheblich zur Verbreitung des Judentums bei. So gab es in Alexandria, Ägypten, und in Kyrene, Hafenstadt in der Cyrenaika und deren Hauptstadt, Afrika, wie auch in Rom größere Judenviertel, in denen freilich der jüdischen Bevölkerung von Seiten des Staates eine geringere Religionsfreiheit zugestanden wurde als im jüdischen Mutterland. Die Zahl der Juden im Mittelmeerraum zur Hochblütezeit des Römerreiches soll 1.000.000 Menschen betragen haben.
  • d. Zu den Auswanderern gesellten sich Sympathisanten des Judentums, in der Bibel Gottesfürchtige, gr. proselytoi, Hinzugekommene, genannt. Die Sympathien fürs Judentum waren in der Antike nicht unerheblich, zumal > Philo von Alexandrien, ein Zeitgenosse Jesu, und später Aristobul im 3. Jhdt., jüdische Gelehrte in Alexandrien, durch ihre Veröffentlichungen dafür sorgten, dass der biblische Monotheismus von den Griechen und Römern verstanden werden konnte, ja, eine gewisse Faszination gewann.
  • e. Auch, wenn der jüdische Glaube konsequent auf Mission verzichtete (anders als die messianischen Judenchristen), wuchs das Interesse an den Mosaischen Traditionen. Auch trug die frühe Übersetzung der > LXX ins Griechische erheblich zum Bekanntwerden des jüdischen Monotheismus bei.
Zeloten, Eiferer, hebr kanajim
Nahezu zeitgleich mit dem Eingreifen der Römer entwickelten sich jüdische Widerstandsgruppen, die im Sinne der Makkabäer nun den Guerillakrieg gegen die Römer aufnahmen. Zeloten, gr. zelotes, Eiferer, hebr. kanajim, und Sikarier, Dolchmänner, waren die bekanntesten Gruppen, die schon vor der Jesuszeit agierten. Auch in der Jesusbewegung tauchten, in der nächsten Umgebung Jesu, Namen auf, sogar in den Apostellisten, die aus diesen Bewegungen kamen, Simon, der Zelot, und Judas Iskariotes, Judas, der Dolchmann werden genannt (Mt 10,1.2-5; Mk 3,13-19; Lk 6,12-16; Apg 1,13). Sie könnten zur Gruppe der Untergrundkämpfer gehört haben. Bezeichnend ist, dass Simon, der Zelot, in zwei der Listen auch Simon, der Kanaanäer, genannt wird, was als Verbalhornung von hebr. kanajim, Eiferer, angesehen werden muss.
Kanaijim-Aufstand um Christi Geburt
Einen Kanajim-Aufstand gab es bereits aus Anlass des Römischen Census, der Volkszählung, die die Römischen Besatzer veranlasst hatten, 4 v. Chr. Volkszählungen sind nach Heiligem Gottesrecht verboten, da hier die Regierung in sehr persönliche Rechte des Einzelnen eingreift, was nicht Gottes Wille ist (2Sam 24,1-25). Der Anführer dieses Kanaijim-Aufstandes hieß Judas, der Galiläer. Dieser Aufstand, der aus Anlass der Volkszählung unter dem Prokurator Quirinius, wie sie Lk 2,1ff. geschildert wird, hatte zunächst Erfolg. Die Aufständischen eroberten die Festung Sepporis. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, wie alle gewaltsamen Erhebungen der Juden. Nach dem Tode des Judas lebten seine Ideen in den Zeloten weiter. In der Bibel wird dieser Aufstand in der lukanischen Tradition zweimal erwähnt ((Lk 13,1-3; Apg 5,37).
Jesus von Nazareth
Jesus lehnt Gewaltanwendung ab (Mt 5,5.9; 26,52ff.), damit auch die Volkserhebung gegen den Römerstaat, der willkürlich im Lande herrscht. Er steht damit in einer prophetischen Tradition, die jeglichen religiösen Nationalismus Judas ablehnt und dafür eher Gehorsam gegen die Gesetzgebung des Mose forderte, >Amos und > Jeremia vertreten diese Positionen deutlich. Gott bindet sich nicht an eine Menschengruppe, sein Volk, schlechthin, sondern er erwartet, dass dieses Volk die sozialen Forderungen, wie sie aus der > Mosetradition erwuchsen, erfüllt. Dem stimmt Jesus zu (Mt 3,7-10).
Jesus bei Lukas
Bei Lk setzt sich Jesus mit einem Galiläer-Aufstand auseinander, der wohl unter Pilatus, also in jüngerer Vergangenheit, statt fand. Pilatus vermischt in einer symbolischen Handlung das Blut der Aufständischen mit dem Blut ihrer Opfer. Jesus nimmt dieses Geschehen zum Anlass, Gericht zu predigen: „Wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle in gleicher Weise umkommen“ (Lk 13,1-3). Jesus warnt also, in diesem speziellen Falle, vor übersteigertem Nationalismus.
Verfolgung der Messiasjuden nach Ostern
Der Tod Jesu schien zunächst Ruhe ins Volk gebracht zu haben. Aber da die messianischen Juden aktive Mission betrieben und für ihre Lehre effektiv warben, in synagogalen Versammlungen, in Hausgemeinschaften und in ihren eigenen Gottesdiensten, entstand bald eine Verfolgungsbewegung, an der auch der spätere Apostel Paulus mitwirkte (Apg 9,58). Führungskräfte des Weges, wie die messianische Bewegung nun heißt (Apg 22,4), werden vor den Hohen Rat gestellt, ein Redeverbot wird ausgesprochen (Apg 4,1ff.).
Verhaftungswellen
Neue Verhaftungswellen gehen übers Land, Jakobus, der Bruder des Jüngers Johannes, wird von Herodes hingerichtet, Petrus wird verhaftet und kommt wieder frei (Apg 12,1ff.). Die Spannungen begründen sich darin, dass die messianische Deutung des jüdischen Glaubens, wie sie die Anhänger Jesu vornehmen, als falsch angesehen wird. Jesus könne nicht der Messias gewesen sein, da der Messias eine Siegermentalität zeige und die Verhältnisse tatsächlich ändere. Er werde eine Veränderung in einem doppelten Sinne herbeiführen: a. Die Verhältnisse ändern sich. der Messias treibt die Römer aus dem Land. b. Das Reich Gottes mit einer grundsätzlichen Änderung der Rechtsverhältnisse kommt über die Menschen.
Kreuz und Auferstehung: Scheitern als Sieg
Für die messianischen Menschen jedoch werden gerade das Scheitern des Messias, der Kreuzestod Jesu für die Vielen und die persönliche Erfahrung seiner Auferstehung, ein Fanal, die Botschaft den Völker auszurichten, zum „Glaubensbeweis“, aus Bibelbildern und–zitaten im sogenannten > Schriftbeweis gestützt, dass Jesus der wahre Messias Gottes ist.
Innerjüdische Spannungen
So kommt es zu innerjüdischen Spannungen, zunächst in Jerusalem, in Judäa, Galiläa, im Zehnstädteland und in Damaskus. Dann aber dehnen sich diese Unruhen aus, vor allem durch die aktive Missionspredigt der Christen in jüdischen Synagogen in der Diaspora. Überall im Römerreich, im gesamten Mittelmeerraum, kommt es zu Unruhen und Auseinandersetzungen, die häufiger Gewaltcharakter tragen. Von Rom werden die Aufstände als Aufregungen verstanden, die aus jüdischen Glaubensauseinandersetzungen herkämen. Zumeist wird den Christen als den religiösen Aufrührern die Schuld an diesen Störungen gegeben. Es handele sich bei den Christen um eine jüdische Sekte, die vom Hass gegen das Menschengeschlecht durchdrungen sei, so Tacitus. Davon mehr später.
Der Judäische Krieg
Der Widerstand gegen die Römischen Besatzungstruppen eskalierte in Juda 30 Jahre nach dem Tode Jesu in immer neu aufflackernden Aufständen, wie sie schon vor seiner Zeit aufloderten, so dass es ab 66 n. Chr. zum großen Judäischen Krieg kam, der mit der Zerstörung Jerusalems in 70 n. Chr. endete. In diesem Krieg spielen die Zeloten eine erhebliche Rolle, wie Josephus weiß, der ausführlich über diesen Krieg berichtet, Flavius Josephus, Geschichte des Judäischen Krieges, Leipzig 1978, passim.
Messianisches Desaster
Wichtig bleibt, dass diese wie alle übrigen Erhebungen einen messianischen Anstrich haben: Ein Kriegsmessias wird kommen und das göttliche Wendewunder vollbringen. So standen auch im Rahmen dieser Erhebung gegen Rom verschiedene Messiasse auf, deren Lockruf immer neue Gruppen von Kampfeswilligen ins Verderben folgten. Im belagerten Jerusalem bekämpfen sich schließlich zwei jüdische messianische Gruppen. Die Zeloten, Sikarier, setzten sich in der Oberstadt Jerusalems, also im Tempelbezirk, dazu im Herodeion, auf Massada und auf Machärus fest. Simon Ben Giora, ein Räuberhauptmann aus dem Westjordanland, wütete in der Unterstadt. Die Eroberung, die Vespasian seinem Sohn Titus überließ, da er selbst zur Kaiserkrönung nach Rom gerufen wurde, endete mit der Zerstörung der Stadt und des Tempels.
Die Christen und der Krieg
Die Christen scheinen sich aus diesem Aufstand aus prinzipiellen Erwägungen herausgehalten zu haben. Jedenfalls weiß die Tradition von der Flucht der Judenchristen aus Jerusalem, ehe dort das Belagerungsdesaster begann, nach Pella, das jenseits des Jordan, nordöstlich von Jerusalem, im der Region des Zehnstädtelandes liegt.
Raban Johanan Ben Sakkaj
Nicht nur die Judenchristen von Jerusalem, sondern auch jüdische Rabbiner wie Johanan Beb Sakkaj, der eine stolze Anzahl von Schülern aufzuweisen hat, ein Schüler des älteren Hillel (20 v. Chr. bis 15 n. Chr.), trat sehr früh gegen die Nationalisten in Juda an. Dass der Gelehrte Raban statt Rabbi genannt wird, meint einen Ehrentitel: „Unser Lehrer!“ Als frommer Pharisäer ließ er sich nicht auf die zelotische Bewegung ein, erklärte vielmehr lange vor dem Ausbruch des Aufstands wie sein Lehrer Hillel: „Die Tora fordert nicht, dass man sich zu irgendeiner Gesetzeserfüllung drängen soll. Nur über den Frieden sagt sie: „Fordere den Frieden und jage ihm nach“ (Midrasch R. zu 4. Mose 19). Während der Belagerung Jerusalems, in der ersten Phase, als Vespasian noch Feldherr war, ließ er sich heimlich aus der Stadt bringen, um mit Vespasian zu verhandeln. Er versuchte so, die Gewalteskalation einzudämmen, baute eine Zukunft auf, damit das Judentum auch nach der Katastrophe überlebe. Ebenso wirkte er, ohne sichtbaren Erfolg, auf die Zelotenbewegung ein, den sinnlosen Kampf aufzugeben, einer seiner Neffe galt als Führungskraft der Zeloten. 
Bar Kochba Aufstand
Simon Ben Kosiba, genannt hebr. Bar Kochba, Sternensohn, wurde zum Führer des letzten judäischen Aufstandes gegen Rom, 132 bis 135/6 n. Chr. Sein Ehrentitel lässt den messianischen Anstrich durchschimmern: Aus Jakob werde ein Messiasstern aufgehen, so die biblische Weissagung, die Bar Kochba auf sich bezog (Num 24,17). Diese Tradition wird freilich nur durch christliche Tradenten belegt, während die jüdische Tradition den Ehrennamen verbalhornte, hebr. Bar Koz(i)ba, Lügensohn. Diese Umbenennung wird zum sicheren Zeichen dafür, dass sich der jüdische Messiasglaube nunmehr deutlich aus seiner militaristischen Umklammerung befreit hat, eine Sinnesänderung, die in der Jüngergemeinde aus der Lehre und dem Weg Jesu 100 Jahre eher geschehen war.
Eine verfolgte Kirche?
Für die Römer waren die Christen zunächst eine jüdische Sekte. Wie der Umgang mit den Juden nicht einfach war, so auch nicht der mit diesen jüdischen Sektierern. Aber zunächst galt die Regel, der neue, messianische Glaube falle unter die Religionslizenz, die Rom erteilt hatte. Selbst, als es im Jahre 49 n. Chr. in Rom zwischen orthodoxen und messianischen Juden im Verbund mit der entstehenden Christengemeinde zum Aufruhr kommt, weist Kaiser Claudius (41 bis 54 n. Chr.) beide Gruppen aus Rom aus, weil er diesen Streit als innerjüdische Angelegenheit betrachtet (Vgl. Apg 18,2f.18f.; Röm 16,3f; 1Kor 16,19).
Nero und der Brand Roms
Nero (58 bis 68 n. Chr.), über den Sueton urteilt, ein solches Scheusal habe der Erdkreis vierzehn Jahre auf dem Kaiserthron ertragen, darf als der erste Christenverfolger gelten, wobei sich die Verfolgung eher auf den engen Kreis der Stadt Rom beschränkte und nicht ins Reich überschwappte. Rom habe, so die Gerüchte, im Jahre 64 n. Chr. in Rom einen Brand gelegt, um diese Stadt noch schöner wieder aufbauen zu können. Darüber berichtet Tacitus in seinen Annalen (15,44). Um von seiner Schandtat abzulenken, habe Nero die Christen beschuldigt, sie hätten diesen Brand gelegt. Die Anklage lautete auf lat. flagitia, Übeltaten. Sie wurde dadurch begünstigt, dass man den Christen lat. odium gentium, Menschenhass, genauer: Völkerhass nachsagte, sie seien wegen ihrer Schandtaten bekannt gewesen, so Tacitus. Freilich, was nun diese Schandtaten anbetraf, gibt es keine weiteren Auskünfte als eben nur: Hass auf das Menschengeschlecht.
Domitians Verfolgung der Christen
Domitian (81-96 n. Chr.) wurde von den frühen christlichen Schriftstellern als besonders grausamer Verfolger der Christenheit dargestellt. Ein Blick in die Apk zeigt, wie sehr sich die Christen in dieser Lage vom römischen Staat bedroht sahen. Aber auch hier wurden die Christen nicht verfolgt, weil sie den Christusnamen bekannten, sondern man warf ihnen Gottlosigkeit vor, gr. aseboia. Schließlich weigerten sich die Christen, den Herrscher in Rom als lat. dominus et deus anzuerkennen, wie dieser es verlangte. Die Juden waren von jener Anordnung ausgenommen, dem Kaiser am Neujahrsmorgen vor dem ihm geweihten Altar als Gott zu huldigen, indem sie drei Salzkörnchen unter Anrufung des Kaisernamens als gr. Kyrios, Herr, auf den Altar legten. Aber da die Christen keine Juden mehr waren und eine Erweiterung der Ausnahmeregel auf die Christen undenkbar erschien, kam es zu Anklagen und Todesurteilen. Auch gab es hier und dort pogromartige Stimmungen, die in der eschatologischen Radikalität des Christenglaubens begründet lagen: Keine Götterhimmel und keine Göttermythen, kein Tempel und keine Opfer für die Gottheit, deren Vertreter am Kreuz elend gestorben war, keine Gottesdienstzeremonien, keine Prozessionen und Opfergänge, nur eine Tischgemeinde mit Gesängen und einer Mahlzeit! Tatsächlich, sie waren gr. aseboi, Gottlose!
Trajans Haltung
Der Statthalter Roms in Bithynien, Plinius, zugleich ein bekannter Geschichtsschriftsteller, schreibt seinem Kaiser Trajan (98 bis 117 n. Chr.) in der Christenangelegenheit und der schreibt zurück. Mit der lat. superstitio, dem Aberglauben der Christen, kommt Plinius nicht zurecht. Er habe sie ihrem Glauben abschwören und sie dann laufen lassen. „Richtig“, schreibt Trajan zurück, man solle sie nicht aufspüren! Keine Christenverfolgung, keine Pogromhetze! Freilich, wenn es trotzdem zur Anzeige komme, müsse es auch ein Urteil geben, wegen der lat. superstutio.  Jedoch sei niemals einer anonymer Anzeige stattzugeben. Es reiche vollkommen, wenn ein Christ, zur Rede gestellt, den traditionellen Göttern opfere.
Paulus in der Apostelgeschichte
Paulus blieb streng auf der Linie der Loyalität gegenüber dem Staat. Er war Römischer Bürger und pochte auf seine Rechte. Er vertraute dem Staat, wollte vor dem Kaiser und durch ihn zu einem Präzedenzurteil gelangen: „Freiheit und freie Glaubensentfaltung für alle Messiasgläubigen!“ Darum drängte er darauf, unbedingt vor den römischen Kaiser zu treten. So legt Lukas des Paulus Intention dar (Apg 21,18-26,32). Insgesamt, bis zum Ende der Apostelgeschichte hin, legt Lukas dar: „Das Christentum ist eine Glaubensmeinung jüdisch-hellenistischen Glaubens, die sich Rom gegenüber loyal verhalten wird, wie sich Rom gegen die Christen loyal verhalten möge! Während Juden Bedenken gegen den Messiasglauben haben, tun sich die Herzen der Heiden auf“ (Apg 28,17-30).
Paulus in Römer 13
In Römerbrief, der ureigenen Darlegung des Pls, legt er seine Auffassungen dar (Röm 13,1-14). Deutliche Loyalität dem Staat gegenüber ist geboten. Der christ ordnet sich in das Staatsgefüge mit seiner Gesetzgebung ein. Er zahlt Steuern und Zoll und versucht der Gesellschaft zum Guten zu dienen (Röm 13,1-7). Aber niemals, und das steht auch im Text, soll es zu sklavischer Unterwürfigkeit kommen! Zwischen dem Staat und dem Christen stehen Gottes Gebote, die hier auszugsweise zitiert und von Paulus im Gebot der Nächstenliebe zusammengefasst werden. Über dem Staat stehen also die Gebote Gottes, jene biblischen Gesellschaftsrechte, aus denen sich das Zusammenleben der Menschen im Endeffekt regelt (Röm 13,8-10). Es bleibt eine weitere Komponente, die den Christen aus allem Zeitgeist radikal entbindet: Die Ankunft der Stunde, wie sich Paulus hier äußerst vorsichtig ausdrückt, die Ankunft des Neuen Äons, des Reiches Gottes, in die der Christ bereits gestellt wurde, ist im Gange! Dieser Umstand enthebt den Christen aller blinden Staatsraison. Jedoch bringt ihn gerade dieses eschatologische Moment dazu, so Paulus, sich mäßigend, vernünftig, enthaltsam und ehrbar seiner Alltagsverantwortung zu widmen (Röm 13,11-14). Erst, wenn wir die Aussagen des gesamten Kapitels 13 zusammennehmen, ergibt sich der hier entwickelte Sinn. In der Vergangenheit wurde Röm 13 zum Vorbild für blinden Untertanengeist, weil der erste große, zugegeben: eindringliche Abschnitt verinnerlicht wurde.  
Tragik
Die Tragik des Paulus ist, dass er dem römischen Staatsprinzip zu sehr vertraut. In den Neronischen Verfolgungswirren wurde er umgebracht. Nero pfiff aufs Römische Bürgerrecht des Paulus, so ist zu vermuten.
Johannes in der Apokalypse 13
In der Apokalypse des Johannes zeigt sich ein anders Bild (Apk 13,1-18). Der Römerstaat hat sich von einer Institution, von der sich die Christen Gerechtigkeit und Befreiung von Verdacht und Verfolgung erhoffen, zu einer völlig unberechenbaren, bösartigen Macht verwandelt, die widergöttlich agiert, ja, sich selbst an die Stelle Gottes setzt, so empfindet der Schreiber der Apk. Diese selbsternannte Gottheiten jedoch, Bilder der Menschen Nero und Domitian, vergehen, werden gestürzt. Ihre Macht ist schon am Ende, ehe sie so recht beginnt.
Lämmchen
Aber das Mittel, mit dem sie bekämpft werden, ist nicht etwa die zelotische Befreiungsrevolution. Das Wesen, das sich zur Schlachtbank führen lässt und den Schächtschnitt bereits am Halse trägt, ist ein Lämmlein, ein Bild der Ohnmacht. Gerade dieses Lämmchen, gr. arnion, wird der Sieger sein – und ist es schon jetzt. Mit seinem Wesen und seinen Aktionen, Sanftmut, Barmherzigkeit, Gewaltfreiheit, bringt es das neue Zeitalter herbei (Apk 5,12; 12,11; 15,4; 1714). 
Ø    Vgl. Lamm
Ø    Vgl. Johannes, Johanneische Theologie
Ø    Die Offenbarung des Johannes, Apk 1,1-22,21; 13.12. Sieben Sendschreiben, bis 20.12. Ja, Herr Jesu, komm!
Ø    Vgl. Staat...!  
    
Stier
Israels langer Weg aus dem Stierkult heraus
In der Antike gilt der Stier als das Urbild überschäumenden Lebens, der Vitalität und Lebenskraft. Babylon, Ägypten und Phönizien machen den Stier zur staatstragenden Gottheit. Auch der Jupiter Heliopolis hat Stiere zur Seite. Die Propheten verwerfen Stierbilder wie überhaupt jede Symbolisierung eines Gottes (Hos 8,4ff.; 13,2), auch wenn in Israel in Dan und Bethel Stierbilder aus Gold stehen, in denen sich Jahwes Kraft symbolisieren soll, Tierkörper, auf denen Gottes Macht und Kraft anlanden, Standbilder, auf denen Jahwe unsichtbar anwesend ist (1Kön 12,25-33). Ex 32,1ff. stellt eine in die Mosezeit verlegte Auseinandersetzung mit jenem Kult dar, der Stierbildnisse zur Selbstdarstellung der Religion Israels benötigt. Es wird von „gegossenen Kälbern“ geredet (Ex 32,4), von „goldenen Kälbern“(1Kön 12,28). Israel und wir alle braucht lange, um sich aus dieser Religion wieder heraus zu winden, die sich am Sichtbaren, am Sexus, an der Macht des Geldes und Goldes, an der Macht eo ipso, nicht an den Prinzipien einer den Menschen achtenden Gerechtigkeit festmacht, wieder herauszuwinden.
Mithraskult
Wenn in der Zeit des Urchristentums der Mithraskult, der keineswegs direkt aus den alten Religionen hervorging sondern Weiterentwicklungen in Form einer Mysterienreligion in sich trug, zu einer echten Konkurrenz des jungen Christentums wurde, ein Kult, der den Stier in den Mittelpunkt seiner Verehrung stellte, bringt das zum Ausdruck, wie nachdrücklich die antike Kultur vom Stierkult durchdrungen war.
Ø    6.8. Gottesdienst
Ø    23.8. Eure Gottesdienste stellen Gott bloß
Ø    27.8. Kaschierung
Ø    Vgl. Kanaans Religion
    
Stiftshütte
Ø    Vgl. Bundeszelt
    
Sündenfall
Mit einen siebenfachen Krieg gegen sich selbst der in stets neue Niederlagen führt, vernichtet der Mensch das Paradies in sich und um sich, seinen Mut zur Freiheit, zur Liebe und zum Vertrauen. Die Anmaßung der Maßlosigkeit hat die Selbstvergottung des Menschen zur Folge (Gen 3,1ff.), was zur Ausrottung des Bruders führt (Gen 4,1ff.), zur Maßlosigkeit der Gewalt, zu ihrem Missbrauch (Gen 4,17ff.). Die Menschen vermischen sich mit den Göttern (Gen 6,1ff.), die Flut wird zur Strafe (Gen 6,1-9,17). Selbst der fromme und erwählte Noah, als Einziger mit seiner Familie aus der Flut gerettet, wird von seinen Söhnen bloßgestellt (Gen 9,18-27), der Menschheitsverfall schreitet voran. In Nimrod, dem ersten Machthaber, kulminieren Gewalt und Machtfülle. Er wird zum grandiosen Städtebauer (Gen 10,8-10), wobei die menschliche Machtsucht im Turmbau zu Babel ihren vorläufig ersten perfiden Höhepunkt - und Gottes Widerspruch findet (Gen 11,1-9). In sieben Machtanmaßungen zerstört der Mensch die sozialen Zusammenhänge von Gottes guter Schöpfung, die dieser in sieben Schöpfungstagen, Schöpfungsschritten entwickelte. Trotzdem, Gott hält diesem perfiden, selbstsüchtigen Menschen die Treue. Gott bleibt der liebende und barmherzige Gesprächspartner der Menschheit, obwohl sich diese in sich selbst verrennt.
Ø    B. Urgeschichten, Gen 1.1-11,26, Vorspann, Himmel und Erde
Ø    03.01. Fall
    
Synhedrion
Hoher Rat von Jerusalem, 70 Personen, plus ein freier Stuhl für den evtl. ankommenden Messias
    
Synoptiker
Matthäus, Markus und Lukas nennen wir Synoptiker, Zusammengucker. Sie entwickeln ihre Evangelien nach gleichem Schema.
Ø    K. Synoptische Evangelien, Mt 1,1-Lk 24,52, Vorspann, Zusammengucker
Ø    Vgl. Matthäus
Ø    Vgl. Markus
Ø    Vgl. Lukas
Ø    Vgl. Zweiquellentheorie