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M (365 mal Gott-Lexikon) Drucken
Makkabäer
Judas, ein Sohn des Mattathias, erhielt diesen Beinamen, Makkabäus, mit dem hebr. Wort Hammer in Beziehung zu setzen (Makk 2,4). Später wird die gesamte Nachkommenschaft und Verwandtschaft des Judas mit diesem Namen belegt. Judas organisierte einen Aufstand gegen Syrien, der einen dreißigjährigen Befreiungskrieg auslöste, mit verschiedenen politischen, sozialen und religiösen Konsequenzen. Judas selbst wirkte als Anführer von 166 bis 160 v. Chr. Die Makkabäer regierten, nicht unangefochten, auch mit Mord und Totschlag in der eigenen Familie, bis 67 v. Chr., bis dass Pompejus die Interessen Roms vertrat.  
Ø    Vgl. Staat, Gehorsam und Widerstand...

Manna
Im Ersten Testament
Das Erste Testament spricht von Manna in einem dreifachem Sinn,
  • a. Manna dient als Wüstspeise, wie es Ex 16,14.31 beschrieben wird. In Num 11,7 wird Manna mit Bdellion-Harz verglichen, süßlich schmeckende Kügelchen, die den Beduinen als Zusatznahrung dienen.
  • b. Manna und Wachteln symbolisieren Gottes Geschenk des Überlebens in der Wüste insgesamt (Dtn 8,16). Man verfehlt den Sinn der Mannaerzählungen, wenn man sie auf ein botanisches Problem reduziert, aber auch, wenn man sie zum Mirakel macht. Gottes Fürsorge kommt in natürlichen Wüstenerfahrungen zum Ziel. Wehe, wenn man dieser Fürsorge misstraut und für mehr als den nächsten Tag vorsorgen möchte (Ex 16,20). Auch das Sabbatgebot wird einbezogen: Mehr als eine Tagesration einsammeln darf man nur, wenn ein Sabbat ansteht (Ex 16,24).
  • c. Da Israel seine Endzeithoffnung als Wiederherstellung der Frühzeit entwickelt, was Prophetentexte besagen (Jer 2,2), wird Manna als Speise der Endzeit vorgestellt, als Gottes Wort, das Menschen satt macht (Dtn 18,3), als Brot vom Himmel (Ps 78,24; Sap 16,20).
Im Zweiten Testament
Im Zweiten Testament werden dieser Gedanke fortgesetzt. Das Manna, Nahrung der Heilszeit (Apk 2,17), wird zum Brot des Lebens, Jesus selbst. „Wer von diesem Brot isst, wird leben in Ewigkeit“ (Joh 6,48ff.).

Maria und der Heilige Geist
Ø    Vgl. Mirjan

Markus
Name und Evangelium
Mit vollständigem Namen Johannes Markus (Apg 12,12). Christen versammelten sich im Hause seiner Mutter. Paulus und des Markus Vetter Barnabas (Kol 4,10) gingen gemeinsam auf Missionsreisen, Markus verließ die Reisegruppe vorzeitig (Apg 12,25; 13,5.13; 15,37ff.). Nach 60 n. Chr. scheint Markus bei Paulus und Petrus in Rom geweilt zu haben (Kol 4,10; Philemon 24; 1Petr 5,13). Er gilt als der Verfasser des Markusevangeliums.
Evangelium und Messiasgeheimnis
Das Markusevangelium gilt als das als erstes verfasste Evangelium. Seine Gesamtkomposition wurde allerdings erst nach der Zerstörung Jerusalems angefertigt, so die Meinung der neueren Forschung. Dieses Evangelium enthüllt das Messiasgeheimnis Jesu, das den Jüngern zu Lebzeiten – und irgendwie auch später - verborgen bleibt, so Markus. Nur in leisen Ankündigungen leuchtet die Wahrheit des Messias auf, wird verstanden, angenommen, gelebt, eher von einfachen Menschen als von den Aposteln (Mk 6,51; 10,31; 10,35ff.; 10,46ff.; 16,5).
Zeitenwende im Kreuzestod
Der Kreuzestodes Jesu wird als ein Geschehen verstanden, das die Zeitenwende signalisiert. Aus dieser Urerfahrung wächst der österliche Glaube, aus dem die Gemeinde entsteht
Mehrfacher Schriftsinn
Überhaupt kennt dieses Evangelium (wie nachfolgend auch Lukas und Matthäus) einen doppelten und mehrfachen Schriftsinn. Es wird eine Geschichte erzählt, aber in der Geschichte steckt eine zweite, vielleicht sogar eine dritte Geschichte. Das herauszufinden, ist die Aufgabe des Lesers, ein spannender Vorgang.
Dieses Herausfinden meint keinen spekulativen Vorgang. Aus historischen Sachkenntnis heraus wird eine derartige Analyse möglich. Aus Vergleichen mit ersttestamentlichen und zeitgenössischen Texten, wie z. B. der Schrift des Josephus Bellum Judaicum, die den Judäischen Krieg schildert, schlüsselt sich der Markustext ganz neu auf.
Beispiele
Beispiele dafür werden in den Tagestexten gegeben. Hier wird nochmals systematisiert:
  • a. Im Gewande einer Jesusgeschichte werden Erfahrungen und Glaubensentwicklungen der Urgemeinde berichtet.
  • b. Mk spiegelt auch Schreckensereignisse des Judäischen Krieges. Der heilende und friedenstiftende Messias Jesus wird durch die Berichte des Mk in einen bewussten Gegensatz zu den vielen Kriegsmessiassen gesetzt, die der > Judäische Krieg, der mit einer totales Katastrophe Judas endet, hervorbrachte. Der wahre Messias ist der Friedensmessias Jesus!
  • c. Über die Tagestexte hinaus werden Beobachtungen zu Markus angefügt. Teilweise ergänzen diese Beobachtungen die Tagestexte, teilweise stehen sie selbstständig.
1.    Heilung eines Geraseners, Mk 5,1-20, zu 10.3.
Zusätzlich interessant
Zusätzlich zu dem im Tagestext Gesagten ist Folgendes interessant: Josephus berichtet von einem heftigen Progrom, der zu Beginn der Kriegswirren Galiläa, Judäa und Syrien erfasste. Allein in Caesarea wurden in einer Stunde 20.000 Juden umgebracht, so Josephus. Gerasa zählt zu den wenigen Städten, die die Ausrottung der jüdischen Mitbürger nicht mitmachten. Vielmehr gaben die Gerasener denen, die die Stadt verlassen wollten, bis zur Stadtgrenze das Geleit (II,18.1-5).
Wer ist Simon bar Giora?
Dieser Typ, aus Gerasa stammend, spielt im ¬ Judäischen Krieg eine verderbenbringende Rolle, worauf Josephus genau eingeht (IV, 9,3-14). Simon macht sich zum Gegner der Zeloten, denen er Jerusalem streitig macht, dessen Einnahme ihm auch gelingt. Anschließend zieht er wieder ab. Als sich die Bevölkerung Jerusalems nicht mehr vor den grausamen Zeloten zu retten weiß, holt sie den noch grausameren Simon und seine Anhänger in die Stadt zurück, was die innere Katastrophe vollends macht.
Ausdeutungen bei Markus
Wenn Markus andeutet, den tolldreisten Gerasener, der im Niemandsland verloren umherirrte und tobte, habe niemand bändigen, schon gar nicht heilen können, von Jesus aber sei er geheilt worden, ist das eine Friedensbotschaft par excellence: Nur der Messiasfriede des Jesus von Nazareth kann das Volk Gottes noch retten.   
2.    Zweifache Sturmstillung, Mk 4,38-41; 6,45-52, zu 13.3.
Ein weiterer Sinn der beiden, sich ergänzenden Sturmstillungsmotive geht uns vielleicht auf, wenn wir wieder Josephus, JB, zu Rate ziehen. Zu Beginn des Judäischen Krieges riskiert ein Messias Jesus den Aufstand, dringt in die Stadt Tachireia ein. Niemand will ihn dort. Die Römer rücken gegen die Stadt vor, er flieht mit Booten, die im Hafen liegen, aufs Meer. Die Römer marschieren um den See herum, zugleich bauen sie Flöße. So setzen sie den Flüchtenden doppelt nach. Alle werden vernichtet, zu Wasser, zu Lande (JB III.9.7;10.1.5), während der Friedensmessias Jesus in der Gegend Genezareth, nachdem er dem Boot entstiegen ist, Kranke heilt, die die Menschen zu ihm bringen (Mk 6,53-56). Zwei Messiasse stehen sich gegenüber, der Kriegssmessias Jesus, der alle ins Verderben reisst, von dem Josephus berichtet, und der Friedensmessais Jesus, der heilt, segnet und den Frieden vermittelt, wie ihn Markus vorstellt. Für beide Messiasse bilden der See und die Gegend Genezareth den Handlungsrahmen.
3.    Armut und Reichtum in der Geschichte von der syrophönizischen Frau, Mk 7,24-30, zu 15.3.
Gerd Theißen (Lokalkolorit und Zeitgeschichte in den Evangelien, Ein Betrag zur Geschichte der synoptischen Tradition, 2. Aufl., Göttingen, 1992, Die Geschichte der syrophönizischen Frau und das tyrisch-galiläische Grenzgebiet, S. 63-85) macht aufmerksam: Die Charakterisierung dieser Frau als Syrophönizierin und als Griechin erzählt von der doppelten Distanz zu den armen jüdischen Bauern des ausländischen Umlandes: Es trennen Sprache, Kultur und Glaube. Auch der vermutete Reichtum dieser Frau trennt den Juden Jesus von ihr, da er sich zu den Armen zählt. Neben die Schranken von Sprache, Kultur, Glaube tritt die andere, deutlichere Trennung, die der Armen von den Reichen. Ausgerechnet diese reiche Hellenin wird als hungrige Hündin dargestellt, die die Brosamen von der Reichen Tisch aufschnappen muss. Wir können wirklich von einem Wunder der Integration sprechen, das hier vorgestellt wird.
4.    Heilung eines Blinden, Mk 8,22-26; vgl. auch Mk 10,46-52, vgl auch Tagestext vom 16.3, Mk 8,27-29.
Ein Beispiel, das im Tagestext bereits angedeutet wird: > 16.03., Verflechtungen, soll vertieft werden: Ein Blinder wird von Jesus auf fast magische Weise geheilt, durch Bestreichen der Augenlider mit Erde, die Jesus mit seiner Spucke verrührt. Zunächst sieht der Blinde Menschen wie Bäume, dann scharf. Zu beachten ist die Einbettung der Perikope! Jesus hat die Pharisäer abgewiesen, die Zeichen verlangen (Mk 8,11-13). Aber die Jünger sind nicht besser als die Menschen, die Jesus kritisch gegenüber stehen. Die Pharisäer können weder sehen noch hören, sind also taub und blind. Und die Jünger? Sie haben ebenfalls nichts gelernt (Mk 8,14-21).
Nachfolgende Texte
Auf die Geschichte von der Blindenheilung folgt das Petrusbekenntnis in Caesarea Philippi (Mk 8,27-30) sowie die erste Leidensankündigung. An diesen Hinweis schließt das Missverständnis des Petrus an, wie ein Messias zu leben haben, nämlich als Siegertyp. Eine derartige Vorstellung wird von Jesus scharf zurückgewiesen (Mk 8,31-33). Er stellt die Bedingungen zur Nachfolge klar heraus: „Sowohl für den Menschensohn wie für seine Nachfolgerinnen ist das Kreuz angesagt“ (Mk 8,34-9,1). Das Kreuz muss nicht unbedingt aufs Martyrium zielen. Es schließt aber alle Widerstände gegen eine weltläufige Welt ein, die aus der Messiasnachfolge erwachsen. Auch die nachfolgende Verklärungsgeschichte unterstreicht das Missverständnis zwischen Jesus und seinen Jüngern über die Zukunft des Messias und der Messianischen Bewegung (Mk 9,2-13).
Wie wird geheilt?
Die Art der Heilung ist wichtig: Bei antiken Völkern wie heute noch bei schwarzafrikanischen Völkern gilt das Einreiben mit Speichel als Schöpfungsakt. Messianische Schöpfungskraft und Erdkräfte verbinden sich, erneuern den Menschen, der den Durchblick erhält.
Übrige Andeutungen
Übrige Andeutungen innerhalb der Blindenheilungsgeschichte legen weiter aus: Der Blinde stammt aus Bethsaida, ein Ort aus dem Jünger wie Petrus kommen, die nichts verstehen. Petrus zum Beispiel akzeptiert den leidenden Messias nicht.
Erste und zweite Stufe der Heilung
In einem ersten Beziehungserfahrung des Blinden mit Jesus erkennt dieser die Messianität Jesu, aber unscharf, mit merkwürdigen Schattierungen. Die Messiasidee bleibt verschwommen. Und was sieht der Blinde nach dem zweiten Durchgang schärfer als Pharisäer und Jünger? Was also ist die zwei Stufen der Heilung? Den Weg Jesu ins Kreuz zu erkennen, die notwendige Kreuzesnachfolge der Jünger anzuerkennen, vielleicht diesen Weg mit dem eigenen Leben zu bekennen! Diese Heilungsgeschichte zielt also auf einen symbolhaften Akt: Der Blinde ist weder Pharisäer noch apostolischer Kircheninsider. In ihm verkörpern sich Menschen, die von außen mit der Messiasbewegung in Berührung kommen und doch den Messiasweg deutlicher als spitzfindige Theologen und kirchliche Insider vor sich sehen.
Eine interessante Einladung
Auch ist die Einladung Jesu an den Blinden interessant, nach Hause zu gehen, aber das Dorf zu meiden! Gr. oikos steht im Zweiten Testament vielfach für die kleine Zelle der christlichen Hausgemeinde (Apg 2,46;18,8). Das Haus war Gemeinschafts- und Versammlungsort der Urgemeinde in einem, vor allem dort, wo sich die offizielle Synagogengemeinde der Messiasbotschaft verschloss. Das war in Betsaida der Fall. Nach der Aussage Jesu sollen Chorazin und Betsaida verflucht sein, weil sie sich der Messiasbotschaft widersetzten (Mt 11,21). Der Blinde, der den Messias erkennt, wird also angewiesen, seine Familien- und Hausgemeinschaft als eine neue Zellen des Messiasglaubens zu wählen.
Gestützt
Gestützt wird diese Auslegung dadurch, dass Markus das Verb gr. apostellein, entsenden, benutzt, das durchweg einen eschatologischen Klang hat: Alles Entsenden hat die Reichsgottesernte im Sinn, bei der die Spreu vom Weizen getrennt wird usw. (Mk 3,31; 4,29; 6,17.27; 11,1.3; 12,13; 14,13; 6,7). Selbst dort, wo Gegner Jesu Boten zu Jesus entsenden, schimmert eine endzeitliche Färbung des Verbs gr. apostellein durch. Die Vernichtung Jesu kündigt sich an, ein durch und durch endzeitlicher Akt.
5.    Petrusbekenntnis und Leiden des Messias, Mk 8,27-33, zu 16.3.
Gemeinde und Israel bei Markus? Markus verzichtet im Streitgespräch Jesu mit Petrus auf die erweiternde Tendenz, wie sie Matthäus gebraucht, aus dem messianischen Bekenntnis der Jünger werde gr. ecclesia, Gemeinde, gebaut (Mt 16,21-23). Er benutzt das Wort gr. ecclesia, Kirche, Gemeinde, gar nicht. Er vermeidet es in seinem ganzen Evangelium. Er hält mit Paulus an der Identität des alten mit dem neuen Israel fest, lädt ganz Israel ein, messianisch zu werden.
6.    Feigenbaum und Tempel, Textkompositionen, Mk 11,12-26, zu 21.3.
Vor der Tempelreinigung verflucht Jesu einen Feigenbaum, Symbol des Messianismus. Es wird kein messianisches Israel geben (Mk 11,12-14). Bevor das Elend jener unseligen und unauflösbaren Verquickung von Kirche und Kapital zu Tage tritt, entscheidet sich Jesus für diese Zeichenhandlung. Mit der Tempelaustreibung bestätigt Jesus diesen Sachverhalt. Juda wird sich die Messiasherausforderung nicht gefallen lassen, die ja eine Reform an Haupt und Gliedern zur Folge haben müsste. Der Tempel wird zwar gereinigt, die prophetische Symbolhandlung wird vollzogen, der Tempel wird gereinigt, Aber um welchen Preis? Die antimessianische Verschwörung entwickelt sich rasant (Mk 11,15-19). Israels wird nicht messianisch leben, hat sich gegen den Messias entschieden? Die Ablehnung scheint unumkehrbar zu sein. Und gerade in diesem Zusammenhang sind die folgenden Texte, bekannte, von Markus hierher komponierte Jesusworte, interessant. Während Petrus am Messiasvorhaben in Juda resigniert, fordert Jesus zum Glauben heraus. Der Tempelberg, auf den er weist, an dessen Fuß er ja steht, könne sich aufgrund des Glauben der JüngerInnen ins Meer versenken. „Alles, was ihr erbittet, die ganze Una Sancta zwischen Christen und Juden, wird geschenkt werden. Dies in dem Bewusstsein von Versöhnung und Vergebung, wie auch den Christen so manches vergeben werden muss.“ Diese Textkomposition ist weder zufällig noch willkürlich. Sie meint die Identität von Juden und Christen auf Zukunft hin, aus verschiedenen Jesusworten gestaltet (Mk 11,20-25).
Bergmotiv bei Markus
Berg ist im Judentum ein weiteres messianisches Motiv! Nicht irgend ein Berg werde ins Meer fallen, sondern Gottes Berg, der Tempelberg, der im Judäischen Krieg, der soeben zu Ende ging, bitter umkämpft wurde, nun mit einem durch die Römer zerstörten Tempelgebäude. So wird der Tempelberg, der Ort der Anbetung Gottes par exellence, der jetzt, da Markus sein Evangelium schreibt, zerstört liegt. In der Vorstellung der Christen wird der Tempel schon vor seiner Zerstörung sozusagen in die Herzen aller christusgläubigen Menschen verpflanzt, da im Messiaszeitalter jeder Christ, sein Leib, zum Tempel des Heiligen Geistes wird (1Kor 6,19).
Noch eine Blindengeschichte
Mk bietet noch eine zweite Blindenheilungsgeschichte an, die Heilung des Bartimäus, eines blinden Bettlers am Wege. Während Jakobus und Johannes um die Erbfolge im Reiche Gottes streiten, was Jesus in einer Mahnrede zu unterbinden versucht (Mk 10,35-45), ist es wieder ein Blinder, dersehend wird, der vorbehaltlos Jesus als den Sohn Davidas ausruft, was wiederum viele zu unterdrücken versuchen (Mk 10,46-52). Der Blinde steht für alle, die in der nachfolgenden Perikope, der Einzugsgeschichte (Mk 11,1-11), den Sohn Davids als den in die Stadt Jerusalem einziehenden Messias preisen, wie es der Blinde Bartimäus ebenfalls tut.
Der Einzugsbericht
Die Einzugserzählung verdeutlicht, dass es genau der sanftmütige, der Eselsmessias ist, der in die Heilige Stadt einzieht, kein Gewalt- und Kriegsmessais, wie ihn Petrus und andere erhofft hatten. Dieser Messias bring ein Friedensreich, kein Streit- und Machtreich, wie es Jakobus und johannes noch ertrotzen möchten (Mk 10,35-44). Auch wenn das Volk, vielleicht gemeinsam mit Bartimäus noch ein anderes Messiasbild vor Augen hätte - ein Messias der Siege werde erscheinen -, macht doch die Einzugsstory, herausgesponnen aus einen unendlich wichtigen Sacharja-Zitat, deutlich, dass hier ein völlig anderer Messias gemeint sei, der bereits im Ersten Testament seine Verheißungsspur zieht: Ein Davidssohn, ja, der wird kommen – aber er ist ein Friedensmessias: „Frohlocke laut, Tochter Zion Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir, gerecht und siegreich ist er. Demütig ist er und reitet auf einem Esel, auf dem Füllen einer lastbaren Eselin. Er wird die Streitwagen ausrotten aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem; ausgerottet werden auch die Kriegsbogen. er schafft den Völkern Frieden durch seinen Spruch, und seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer, vom Euphrat bis an die Enden der Erde (Sach 9,9-11).“ Während die Vielen, für die der Messias sterben wird, den aus David begründeten Messiasanspruch noch unterdrücken möchten (Mk 10,48; 14,24), ist für den Erzähler längst klar, welche Couleur dieser Davidssohn Jesus hat! Auch wenn Markus das Zitat nicht benennt, so ist doch die Anspielung auf die ersttestamentliche Prophezeiung evident, was dann Matthäus prompt mit einem Direktzitat belegt (Mt Mt 21,1-11.17; Sach 9,9).
Ø    (G) Das Erste und das Zweite Testament, Vorspann 1, Erster und Zweiter Bund, Jer 31,31-34
Ø    (H) Wie entstand das Zweite Testament in Ansätzen und warum?
    Vorspann 2, Das Gesetz und die Propheten, Mt 5,17f.  
Ø    Das Evangelium nach Markus, Mk 1,1-16,9
Ø    04.03. Evangelium, bis
    31.03. Frauen am Grabe
Ø    Vgl. Synoptiker
Ø    Vgl. Zweiquellentheorie
    
Masora, Masoreten
Masoreten nennt man die jüdischen Gelehrten, die vom 7. bis 10. Jhdt. in Palästina und Babylon lebend, die unvokalisierte Bibel des Ersten Testaments mit Vokal- und Akzentzeichen, Anmerkungen und bestimmten Einteilungen versahen. Mit der Masora schufen sie die Grundlage der heutigen Biblia Hebraica, der Bibel auf Hebräisch, die einen umfangreichen textkritischen Apparat aufweist.
    
Matthäus
Einer der Zwölf, Sohn des Alphäus (Mt 9,9); sein Name taucht in zwei Apostellisten auf (Mt 10,3 par.; Apg 1,13). Nach Markus und Lukas heißt dieser Apostel Levi (Mk 2,14; Lk 5,27ff.). Der Legende nach wird ihm das Matthäusevangelium zugeschrieben.
Ø    (K) Synoptische Evangelien, Mt 1,1-Lk 24,52, Vorspann, Zusammengucker
Ø    Aus dem Evangelium des Matthäus, Mt 1,1-28,20, 23.04., Gerechtigkeit, bis
Ø    13.05. Auf einem Berg in Galiläa
Ø    Vgl. Synoptiker
Ø    Vgl. Zweiquellentheorie
Ø    Vgl. Arme, Armut
Ø    Naziräer, Naziräerevangelium
    
Meerschlange
Ø    Schlange
    
Menschenrechte
Sie finden in der Befreiung aus ägyptischer Sklaverei durch Gott Jahwe ihre biblische Begründung (Ex 1,1ff). Gott ist kein Gott des Kultes, sondern der Befreiung. Er will nicht, dass Menschen in Unterdrückung und Unfreiheit leben. Befreiung gilt als permanenter Akt, der stets neu, sozusagen täglich entwickelt werden muss. Israel erzählt in seiner Geschichte und Gesetzgebung, dass der einmalige Akt der Befreiung durch Gesetze und Lebensregeln im Alltag des Arbeits- und Geschäftslebens seine Entwicklung und Ausprägung finden muss, was die Propheten unermüdlich einfordern. Jesus stellt durch Wort und Tat die Sozialität des Menschen und damit die Menschenrechte wieder her, basierend auf den Befreiungserfahrungen des Moses und Israels. Dabei gilt: Es können auch religiöse Spielregeln, die in ihrem Ursprung der Befreiung dienen, zu religiöser Bedrückung genutzt werden, Beispiel: Sabbatheiligung. Jesus entdeckt: „Der Mensch ist nicht für den  Sabbat erschaffen, sondern umgekehrt, der Sabbat für den Menschen (Mk 2,27).
Ø    (M) Mosetraditionen, Ex 1,1-Dtn 34,12, Vorspann, Der befreiende Gott ,Ex 6,6-8
Ø    21.06. Höre, Israel
Ø    22.06. Erster Lebenskreis: Intimitäten, bis 27.06. Sechster Lebenskreis: Wehret den Anfängen
Ø    Aus dem Buch des Amos, Am 1,1-9,15, 19.08. Amos, Berufung wozu? Bis 29.08. Begegne deinem Gott!
Ø    (R) Aus dem Propheten Jeremia, Jer.1,1-52,43; KlJer 1,1-5,22; 2Kön 22,1-25,26, Einsamer Rufer: Jeremia
Ø    30.08. Ein Prophet in Zeitumbrüchen, bis12.09. Frühe und späte Freunde
Ø    Gleichnisse Jesu bei den Synoptikern, Mk 4,1ff, 01.04. Jeder auf seine Weise, bis 22.04. Vom Feigenbaum
    
Menschensohn
Einfach nur Mensch
Menschensohn kann im Hebräischen einfach nur Mensch heißen, ein Bild, das auch auf das gesamte Volk, ja, die Menschheit zielt (Jes 51,12). Der Prophet Ezechiel wird von Gott in Vision und Audition als Menschensohn angeredet (Ez 2,1.3; 44,5).
Der Mensch Jesus
Im Zweiten Testament wird der Begriff Menschensohn, in ein atl. Zitat eingebunden, auf den Menschen, also den Propheten Jesus gemünzt (Hebr 2,6; Ps 8,1ff.). Jesus hat sich gemäß der Tradition der Propheten auch selbst als Menschensohn bezeichnet (Mt 8,20) und unter diesem Titel, indem er seinen eigenen Untergang, sein Scheitern und Auferstehen ankündigt, seine innerste Bestimmung definiert (Mk 8,31-33; par.; 9,30-32 par.; 10, 32-34 par.). Jesus sprach Aramäisch, ein Weiterentwicklung des Hebräischen. er nannte sich aram. bar nascha, Soh n eines Menschen, Mensch schlechthin.
Offenheit: Gottes neuer Mensch
Der Titel bedeutet Offenheit, da im Ersten Testament eine im Himmel sichtbare und von dort kommende Gestalt auch Menschensohn genannt wird, dem alle Macht auf Erden zugesprochen wird (Dan 7,13) Dieser Zusammenhang wird im Zweiten Testament aufgenommen (Mt 25,31ff.). Das Bild vom Menschensohn, der in den Wolken des Himmels erscheint, ist zunächst ein Hinweis auf die Erneuerung des Volkes Gottes, des neuen, von Gottes Licht und Geist durchströmten Menschengeschlechts, die von Gott aus, vom Himmel aus bewerkstelligt wird. In Gottes neuem Menschen tritt Gott seine Herrschaft neu an, die zugleich auch eine Gerichtsszene für alle Welt darstellt.
Urgemeinde
Die Urgemeinde wendet den Titel Menschensohn auf den erhöhten Herrn an. Vor allem in hellenistischen Kreisen geschieht dies. Jedenfalls geriet diese in Verfolgungsnot, als sie den erhöhten Herrn Jesus als Menschensohn zur Rechten Gottes schaute? Stephanus wurde wegen einer derartigen Vision gesteinigt (Apg 7,54ff.).
Ø    18.03. Zwischen den Zeiten
Ø    19.03. Nach drei Tagen
Ø    14.10. Menschensohn
    
Messias
Titel
Hebr. Meschiach, Gesalbter, zunächst ein politischer Titel, der sich wandelt. Aus dem Gesandten Gottes, der in Gottes Namen die Befreiung ausruft, wird (und dies bereits vor den Jesuserfahrungen der Urgemeinde) der endzeitliche Messias, der Messias der Armen und Elenden, der das endzeitliche Gottesreich als Gottes Gesalbter gewaltfrei entwickelt (Jes 7-11; Mich 5,1ff.; Jes 33,1ff.; Sach 9,9ff.). Das geschieht analog den Visionen des > Knechtes Gottes, wie ja auch David, Gottes Gesalbter als Gottes Knecht bezeichnet wird (Ps 18,1.51; 2Sam 22,51).
Zusammenflieeßen
Im Zweiten Testament fließen Knecht Gottes- und Messiaserwartungen ineinander. Der Messias Jesus wird zu einem sanften Messias, zum Gottesknecht, der sein Leben für die Vielen hingibt und auf Gewalt verzichtet, wie die Einzugsgeschichte aller Synoptiker und ihr ersttestamentlicher Hintergrund nochmals verdeutlicht. Der Messias ist, auch, wenn er sich als Davidssohn benennen lässt, durch und durch ein Friedensmessias (Jes 42,1-4; 53,11; Mt 26,28; Mk 11,1ff.par.).
Ø    16.03. Verflechtungen
Ø    (I) Der historische Jesus und seine Predigt, Vorspann, Was sagt ihr, dass ich sei?
Ø    (J) Gleichnisse Jesu in der Urgemeinde, Vorspann, Reich Gottes 01.04.
Ø    Jeder auf seine Weise, bis 22.04. Feigenbaum
    
Midianiter, Midianiterzeit
Ein Wüstenstamm, bei dem Mose viel lernt
Die Midianiter, ein Wüstenstamm, den die Bibel auf einen Sohn Abrahams zurückführt (Gen 25,1), lebten auf dem Sinai, vielleicht diesseits und jenseits des Golfes von Akkaba. Mose flieht in die Wüste, sucht diesen Stamm auf, so erzählt die Bibel, und findet bei diesem Volk Zuflucht und Hilfe (Ex 2,1-15; 18,13-26). Insgesamt muss die Wüstenzeit und der Aufenthalt in Midian Mose und damit Israel enorm beeinflusst haben. Seine wesentlichen religiösen Erfahrungen macht Mose während seines Wüstenaufenthaltes: Er lernt in der Wüste Gott Jahwe kennen (Ex 3,1-4,17). Die gemeinsame Kulttradition des >Heiligen Zeltes, von Hebräern und Midianitern gepflegt, legt nahe, dass zwischen beiden Bevölkerungsgruppen enge kulturelle Beziehungen bestanden.
Der Jahwename kommt aus der Wüste
Eine ägyptische Inschrift, die Amenophis III. (1402-1364 v. Chr.) als Liste besiegter Wüstenstämme anfertigen ließ, bezeugt biblische Namen, er habe u. a. die Schasu-Gebiete Seir (Dtn 33,2; Ri 5,5), Laban (Gen 24,29) und Jahwe(!!) besiegt (Zum Bisherigen und zum Folgenden: E. Zenger, Der Gott der Bibel, Stuttgart 1979, S. 45-59).
Interessante Verbindungen
Ebenso deutet die unter > Bundeszelt gesammelten Hinweise darauf hin, dass es Verbindungen zwischen Ägypten und Midian, aber auch zwischen den von Ägypten unterdrückten Hebräern und den Midianitern gab, was erhaltene ägyptische Beamtennotizen unter Beweis stellen.
Von den Hieroglyphen zum Alphabet
Frappierend ist auch die These, die vor allem im angelsächsischen Raum erwogen wird, dass hebräisch-midianische Sklaven das System der ägyptischen Hieroglyphen zu einer Art ursemitischen Alphabetschrift umgeformt hätten, wozu es fast 30 protosemitische Inschriften gibt, die man auf dem Sinai in einem Abbaugebiet von Türkisen und an den Passaufgängen zu einer umfangreichen Tempelanlage Serabit, der Hathor geweiht, fand. Diese Tempelanlage wurde im Laufe von mehreren Jahrhunderten erstellt, wo man Hathor um reiche Türkisfunde bat. Türkisabbau und Tempelbau mussten die Sklaven der bis zu 1.400 Mann starken Expeditionen der Ägypter bewerkstelligen. Diese Arbeitssklaven hatte man mitgebracht oder vor Ort im Sinai gefangen – Erfinder der Alphabetsschrift? Hieroglyphen der Ägypter wurden verwand, um nur einen Laut anzuzeigen. Mit etwas mehr als 20 Zeichen scheint man zurecht gekommen zu sein. Damit war der Schritt zur ABC-Schrift getan. So hätten die Hebräer nicht nur den israelitischen Glauben entwickelt sondern auch die bis heute gültige Alphabetschrift abgefasst (E. Zenger, Der Gott der Bibel, Stuttgart 2. Aufl. 1982, S.45ff.)?
Feindschaft mit Midian
Feindschaften zwischen Israel und Midian sollen nicht verschwiegen werden. Sie werden aus der Wüstenzeit erzählt, spiegeln aber eher Zustände aus späterer Zeit (Num 25,1-18). In diesen Zusammenhängen scheint Midian einer Baalskultur angehangen zu haben, einer Regionalreligion des Baal Peor, die von Mose strikt abgelehnt wird. Auch siegte der Richter Gideon über die Midianiter (Ri 6,1ff.). Also, nicht immer waren die Midianiter Freunde der Hebräer. Als diese in Palästina siedelten, bedrängte Midian, das ein Wüstenvolk von Kamelnomaden blieb, Israel. Gideon konnte die Räuber abwehren (Ri 6-8), woran später gern erinnert wurde (Jes 9,3; 10.26).
    
Mirjam, Maria
Mirjam im Ersten Testament
  
Mirjam, Maria, Bitterkeit, Betrübtheit, aber auch Geliebte Gottes, gilt im Ersten Testament als Prophetin, nach der ältesten Überlieferung als Schwester des Aaron. Ihr Siegeslied nach dem Untergang der Ägypter hat sie weltberühmt gemacht: „Singet Jahwe, denn hoch erhaben ist er. Rosse und Reiter warf er ins Meer“ (Ex 15,20ff.). Später gilt Mirjam als Schwester des Moses und Aaron (Num 26,59; Mich 6,4). Wegen ihrer Aufsässigkeit gegen Mose, die ihr mit Aaron gemeinsam ist, wird Mirjam mit dem Aussatz bestraft, jedoch durch die Fürsprache des Mose geheilt. Dieses Geschehen gewinnt Typosfunktion: Mose wird wegen der Heirat mit einer Kuschitin von Mirjam und Aaron angegriffen. Gott bestärkt den Mose in seiner Position. Er sei ein Prophet, mit dem Gott nicht in Gesichten und Träumen rede, sondern unmittelbar. Beide, Mirjam und Aaron, werden von Gott zurechtgewiesen, Mirjam darüber hinaus mit Aussatz belegt. Nun bittet Mose für Mirjam, sie solle nicht wie eine Tote sein, wie eine Fehlgeburt beim Austritt aus dem Mutterschoße, deren Fleisch schon halb verwest sei. Mirjam wird nach siebentägiger Straffrist geheilt. Die Strafe, wie sie ein Vater gegen seine Tochter erhebt, dauert eben auch sieben Tage. Das Lager verweilt um Mirjams willen und zieht nicht ohne sie weiter (Num 12,1-15).
Typosfunktionen
Eine Schwester des Mose hilft, dass Mose, aus dem Wasser gezogen wird, überlebt, und so zum Retter Israels heranwächst (Ex 2,1-10). Eine Schwester des Mose? Ihr Name wird nicht genannt. Sie ist eine Retterin, Helferin, Prophetin, Befreierin; eine Frau im Widerspruch, bestraft, mit einer Zukunft wie eine Fehlgeburt, eine Totgeburt, aus der Fürbitte heraus begnadigt, von der ganzen Gemeinde begleitet und getragen. das gibt eine Typologie ab, die im Zweiten Testament fruchtbar genutzt wird.
Mirjam im Zweiten Testament
1. Maria, die Mutter Jesu (Mt 1,16.18.20; 2,11)
Welches Stigma trug Maria, die Mutter Jesu? Die israelitische Heirats- und Verlobungssitten lassen der Frau keine Chance, wenn der Mann Schlechtes denkt. Ein schreiendes Frauenunrecht: Die Frau wird gesteinigt, wenn der Mann behauptet, seine Frau (Verlobte) habe etwas mit einem anderen (gehabt). Maria geht in diesem Dilemma nicht unter, sondern wird als Gottes Geliebte aus der Auseinandersetzung hervor. Maria, die an den Pranger gestellt werden soll, trägt ein Kind, Gottes Zukunft, unter dem Herzen. Dadurch dass Maria sich zu diesem, zu ihrem Kind bekennt, werden Frauenrecht und -Freiheit aus diesem Kind hervorwachsen. Aus der Solidarität Gottes mit Maria erwächst diese Zukunft, wie bei der Mirjam im AT.
Texte und Zeugnisse aus der Vorgeschichte des Lukas (Lk 1,27.30.34.38.39.41.46.56; 2,5.16.19.34)
Aus der Fülle der Erzählungen greife ich den Lobgesang der Maria heraus. Maria zeigt sich hier als die Revolutionärin, aus der ein neues Zeitalter wächst:, die Befreiung des Menschen. Dabei wird nicht so auszulegen sein, die Reichen ließen die Armen zu sich aufrücken. Vielmehr wird der Arme erhöht, der Mächtige und Reiche entmachtet. Wie die erste Mirjam ergreift die zweite das Panier der Befreiung. Gott stellt sich auf die Seite der Iwrim, der Unterschichten, als erstes auf die Seite der Frauen der hebr. Iwrim.
Markinische Verweigerung (Mk 3,20f.)
Maria die Mutter Jesu wird in ihrer deutlichen Distanz zu Jesus vorgestellt. Die Seinen, also seine Familie erklärt Jesus für verrückt (Mk 3,20f.). Diese Distanz bleibt im ganzen Evangelium erhalten. Unter dem Kreuz ist Maria, die Mutter Jesu nicht dabei. Auch zum Grabe kommt sie nicht, um den toten Sohn zu salben (Mk 15,40f.; 16,1ff.). Von der Mirjam des AT wissen wir nicht viel, außer, dass sie ein Siegeslied sang. Aber wir wissen doch dies: Sie muckte gegen Mose auf und wurde dafür bestraft. Freilich, Gott stellte sich auf ihre Seite. Ob die Typologie der Distanz für Mk wichtig wurde?
2. Maria Magdalena, die radikale Nachfolgerin, in Tod und Auferstehung Jesu verwoben (Mt 27,56.61; 28,1; Mk 15,40.47; 16,1,(9); Lk 8,2; 24,10; Joh 19,25; 20,1)
Maria aus Magdala zieht viele Legenden nach sich, sie sei die Geliebte Jesu gewesen, zumindest in ihn verliebt, habe vielleicht ein Kind von ihm empfangen usw. Der biblische Befund sieht so aus: Maria gehört zu einem Kreis von reichen Frauen, die ihre Habe der Jesusgemeinschaft vermachen und radikal nun in dieser Gemeinschaft leben. Dieser Kreis von Frauen schaut der Kreuzigung Jesu von ferne zu, während die Jünger wie vom Erdboden verschluckt sind. Auch am Ostermorgen sind es die Frauen, unter ihnen Maria aus Magdala, die den toten Jesu salben wollen, dann erfahren, dass er auferstanden sei. Ihre Radikalität, ihr Aufmucken gegen die Staatsmacht hat sie vielleicht von der atl. Mirjam geerbt? Auf alle Fälle gäbe es kaum eine Osterbotschaft ohne den Mut der Maria aus Magdala. Sie ist mutig. Sie ist konsequent. Sie beweist Konsistenz, während alle anderen vor Angst zerfließen. Wenn sie geht, dann geht sie. Wenn sie steht, dann steht sie. Wenn sie glaubt, dann glaubt sie. Über den Tod hinaus. Freilich; sie ist auch stigmatisiert. Immerhin hat Jesus von ihr sieben Teufel ausgetrieben, eine zerbrechliche, besessene Frau, die aus ihrer Besessenheit befreit wird. Dazu lebt sie (nach der Synoptischen Tradition) in Simon, des Aussätzigen, Haus. Hatte nicht auch die atl. Mirjam für eine Zeit lang den Aussatz? Wirklich eine Auferstehung der Mirjam des AT in dieser Maria Magdalena.
3. Maria aus Magdala am Ostermorgen (Joh 20, 11-18)
Nach Joh gibt es ein weiteres Ereignis mit der Maria Magdalena am Grabe Jesu. Während bei Mk die Frauen fliehen, aus Angst und Nichtverstehen, erfährt Maria bei Joh eine besondere Jesusbegegnung. Sie, die Jesus so heiß ersehnt, darf ihn nicht mehr berühren. Und doch redet sie ihn mit einem Liebestitel an: Rabbuni, mein geliebter Rabbi, o. ä. Distanz und Nähe in einem. Maria ist, wie Mirjam, unberührbar, eine Distanz ist unübersehbar. Und doch übernimmt Maria eine wichtige Rolle: den auferstandenen Herrn zu verkündigen als den, der zur Rechten Gottes, des Vaters, sitzt - und somit der gr. kyrios ist.
4. Maria, des Jakobus Mutter, die andere Maria (Mt 27,56.61; 28,1; Mk 15,40.47; 16,1; Lk 24,10)
In den Frauen am Grabe, darunter auch die Maria, des Jakobus Mutter, summiert sich alle Kreuzestreue, alle Osterhoffnung. Ohne diese Frauen gäbe es keine Passions- und Ostertradition. Dies wird einer Kirche gesagt, die damals wie heute in Männertraditionen festhakt. Als die Menschen versagen (Typologie von Adam und Eva), wird der Eva, der hebr. chava, der Mutter allen Lebens, doch zugesagt, dass durch sie bzw. durch ihre Nachkommenschaft eine Wende, eine Wiederherstellung geschaffen würde. Während Adam nur den Fluch erhält, bekommt Eva mit dem Fluch diese Verheißung. In den Frauen unter dem Kreuz und am Grabe wird diese Verheißung wahr. Ihnen, den Marien von Karfreitag und vom Ostermorgen, wird der neue Äon offenbart.
5. Maria, die Frau des Kleophas (Joh 19,25)
Sie symbolisiert, mit den übrigen Marien und anderen Frauen, die Summe aller Frauen, die durch die Jahrhunderte den messianischen Hoffnungsglauben in ihrem Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden (Lk 24,34) ausrufen. In diesen Frauen, die mit der Mirjam des AT singen und mit allen Hoffnungsfrauen dieser Erde beten, bildet sich die Zukunft Gottes mitten unter uns aus. Ein besonderes Augenmerk verdient der Zusatz: Frau des Kleophas. Dieser Kleophas, ein Onkel Jesu, ansonsten nicht erwähnt, taucht in der Emmausgeschichte auf (Lk 24,1ff.). Aus einem Messerstecher - Das Wort hebr. chalpai, mit der Spitze eines Messers stechen oder schneiden steckt im Wort Alphäus, alias Kleophas - wird ein pazifistischer Jünger Jesu, der die Befreiung der Menschheit in der Eucharistie glaubt, anstatt auf einen menschenfressenden Revolutionskrieg, wie ihn Juda gerade hinter sich hat (66-70 n. Chr.), zu setzen. Wie Mirjam ja keinen Heiligen Krieg besingt, sondern feinnervig den Untergang der ägyptischen Kriegsmaschinerie, die an sich selbst und ihrer Monströsität erstickt, so verkündet Maria, die Frau des Kleophas, eines berühmten Untergrundkämpfers, den gewaltfreien Jesus, die Macht der Ohnmacht aus dem Tode am Kreuz.
6. Maria, die Schwester der Martha (Lk 10,38-42, Sondergut)
In meiner Kindheit wurde mir dieser Text so ausgelegt: Es gibt einen Vorrang des Hörens vor dem Tun, eine Vornehmheit der Theologie vor der Christentumspraxis. Feministische Theologie lehrt uns den Text anders zu verstehen. Nicht die drei großen K's, Kinder, Küche, Kochen, ein dienst wie Martha ihn ausfüllt, sind vorrangig für die Frau, sondern das Anrecht der Frau aufs Hören und Lehren, aufs Rabbinat, aufs Pastorenamt, auf die lehrende und verkündigende Leitung der Kirche. Wie die Mirjam des ersten Bundes verkündigt, den Namen Jahwes preisend ausruft, so ist es das Recht der Frau, zu hören und zu lehren, das Amt der Verkündigung, gleichrangig mit den Männern und vielleicht vorrangig vor den Männern zu übernehmen, wie es die atl. Mirjam tat, als sie ein Sieges- und Tanzlied anstimmte?
7. Maria, die Jesus die Füße salbt (Mt 26,6-13; Mk 14,3-9; Lk 7,36-38; Joh 12,1-8)
Es gibt verschiedene Traditionen und Symbole in dieser Erzähltradition. Im Hause des Aussätzigen, Simon mit Namen, salbt eine Frau Jesu Füße und trocknet sie mit ihren Haaren ab, so die Syn Mt und Mk. Mirjam, die selbst vom Aussatz befallen war, steht auf, um den todgeweihten Jesus zu grüßen, zu schmücken, zu trösten. Sie salbt ihn zum heimlichen König, sein Tod am Kreuz bedeutet zugleich seine Erhöhung. Bei Lukas wird diese Story, die ihren Ursprung in der markinischen Tradition hat, zu einer besonderen Geschichte. Die Markustradition wird bearbeitet. Es entfällt der Name, Maria  aus Magdala. Statt dessen wird eindeutig von einer Sünderin gesprochen. Der Name des Pharisäers, Simon, wird bei Lukas nicht mehr erwähnt, auch nicht der Umstand, daß es sich um einen Aussätzigen handelte. Aus dem aussätzigen Simon wird ein strenggläubiger Pharisäer. Der gesamte politische Akzent einer Königssalbung entfällt. Die Salbung wird von Bethanien weggelegt, auch aus der Nähe zum Kreuzigungsgeschehen entfernt. Es wird eine Story einer dankbaren Liebe daraus. Die Dankbarkeit resultiert aus der Menge der vergebenen Sünden. Der Gegensatz: Hier die Gruppe der strenggläubigen Gesetzestreuen - dort die Gruppe der Asozialen, Unbürgerlichen, die Jesus annimmt, wird gesteigert und scharf herausgearbeitet. Dass Jesus Sünden vergibt, ist wieder ein Stein des Anstoßes und des Ärgernisses: Das könne allein Gott - und nicht Jesus oder die Kirche. Lukas entpolitisiert. Er macht die Salbung des Königs von unten, dessen Füße gesalbt werden, nicht das Haupt, zu einer Story der Gegensätze von Bürger und OutsiderIn, den Jesus in seiner Person auffängt. Bei Joh wird diese Szene ins Haus des Lazarus verlegt: Hier treffen zwei Todgeweihte zusammen, deren Tode sich gegenseitig auslegen. Auch hier wird die Salbung als Zeichen auf den Tod Jesu hin gedeutet, der zugleich Jesu Herrschaft bedeutet: Ein König wird gesalbt! Es ist wieder die Radikalität der Szene, die diese Maria herstellt: Inbrunst, Verehrung, Liebe schwingen mit. Es ist ja durch und durch ein Körperzeichen, das Maria gibt. Sie, die selbst in ihrer Vergangenheit aussätzig, ausgestoßen war, sie, die Sünderin (Lk 7,36-38), gibt sich diesem Jesus vorbehaltlos hin. Ein Hauch von Ganzheitlichkeit der Liebe, wie Jesus sie selbst gibt, wie er sie von seinen NachfolgerInnen erbittet, geht durch die Erzählung. Auch eine Radikalität des Bekenntnisses schwingt mit: Hier wird ein König gesalbt, ein König von unten. Die Königssalbung ist eine Fuß-, nicht eine Kopfsalbung.
8. Maria, die Schwester des Lazarus (Joh 11,1-45)
Die Geschichte ist sehr komplex. Aber sie zeichnet mit feinen Strichen, wie es der hoffende Glaube der Maria ist, die Jesus entgegeneilt, der Jesus zum Tun des gewaltigen Zeichens herausfordert: Aus der Sehnsucht und Hoffnung von Menschen heraus steht Gott in diesem Jesus, der am Kreuze starb, auf und motiviert Menschen zur neuen Geburt, zu neuem Leben. Das "Lazarus, komm heraus!" meint uns, die wir im Grabe unserer eigenen Hoffnungslosigkeit liegen. Martha bekommt die Predigt von der Auferstehung geschenkt, Maria verlangt das Zeichen, das ihr am Ostermorgen endgültig gegeben wird. Die Mirjam des ersten Bundes erlebt und besingt die Auferstehung einer Schar von Hebräern, von Zukunftslosen, zu einer Zukunft des Volkes Gottes. Maria, die Schwester des Lazarus, verkündet und ruft aus, wie die Herrschaft des Todes in der Begegnung mit Jesus, dem Kyrios, zum Erliegen kommt und wie das Leben siegt. Beide Marien besingen die Lebensherrschaft Gottes, der unser Leben und nicht unseren Tod will.
9. Maria, die Mutter des Johannes Markus (Apg 12,12)
Petrus begibt sich nach seiner Befreiung in das Haus einer gewissen Maria, der Mutter des Johannes Markus, dem Reisebegleiter des Paulus, der später zu Petrus überwechselt. Vielleicht handelt es sich um den Verfasser des > Markusevangeliums (Apg 13,5.13; 15,37). Daß Frauen in der Urgemeinde eine Rolle spielen, lässt sich hier deutlich erkennen. Denn wie sonst wäre die Mutter eines Reisebegleiters so lebhaft erwähnt worden? Es sind Mirjamszeiten ausgebrochen.
10. Eine gewisse Maria (Röm 16,6)
Die Marien nehmen kein Ende. Wer auch immer sich hinter dieser Namensangabe bei Pls verbirgt - wir wissen es nicht. Der Name bezeugt aber doch die große Wirkungskraft und die unübersehbare Bedeutung von Frauen in der Kirche Jesu Christi. Das NT ist eine einzige Erfüllungsstory: Mirjams Zeiten, die Zeiten von Prophetinnen, Verkünderinnen, weiblichen Leitungspersonen, sind aus und mit diesem Messias Jesus angebrochen.
Maria und der heilge Geist
Um den Streit zu klären, wie das Zweite Testament die Frage löst, wie nun Maria, die Mutter Jesu, und Gott im Heiligen Geist zusammengekommn seien, ist es gut, eine umfangreiche Textanalyse zu versuchen. Im Gegensatz zu Mt baut Lk in seine Vorgchichte (Lk 1-2) das LXX-Zitat aus Jes 7,14 zu einer folgerichtigen Geschichte aus, entfaltet die Botschaft zu einem spannenden Dialog, der in ein unüberbietbares Bild der Gottesnähe, der Gottesgegenwart unter den Menschen führen will: Heiliger Geist werde über Maria kommen, die Kraft des Höchsten werden sie überschatten (Lk 1,35).
Was für Verben?
Was für Verben sind das, gr eperchestai, über jemanden kommen; gr. episkiadsein, überschatten? Gr. eperchestai wird fast nur nur bei Lk gebraucht, außer in Eph und Jak. In der Bildrede Jesu über Dämonen wird es als überwinden aufgenommen (Lk 11,22), in der Endzeitrede Jesu wird geweissagt, es kämen schwere Erschütterungen über die Erde, ehe des Menschen Sohn komme (Lk 22,26f.); in der Abschiedsrede des erhöhten Herrn wird versprochen, daß Heiliger Geist über die Jünger kommen werde (Apg 1,8); Simon Magus bittet die Gemeinde um Verzeihung, daß das Gericht nicht über ihn kommen möge, was ihm geweissagt wurde (Apg 8,24); Pls redet so die jüdische Gemeinde an, das Gericht Gottes möge nicht über sie, die Gemeinde, kommen (Apg 13,40); als Pls gesteinigt wird, und alle meinen, er sei bereits tot, wird eben dieses Wort gebraucht: Es kommen Menschen, Juden, aus Antiochien und Ikonium und machen sich über Pls her, die das Volk zum versuchten Tötungsakt überreden (Apg 14,19); in Eph wird in einem apokalyptischen Nachhauch von den über uns kommenden Zeiten gesprochen, in denen wir an dem Reich der Gnade teilhaben werden (2,7); in Jak sind es die apokalyptischen Drangsale, die über die Gemeinde hereinbrechen werden, die Jak ansagt (1,5). Gr. eperchestai wird im NT bewußt eingesetzt, um die apokalyptische Bedrängung, bis hin zum Tode, aber auch den endzeitlichen Jubel, die endzeitliche Ergriffenheit aus dem Geiste anzusagen. Es ist eine Erfahrung die über einen einzelnen Menschen wie über die gesamte Gemeinde kommen kann. Diese Erfahrung meint die unabdingbare, unübersehbare endzeitliche Ankunft Gottes in seiner Gemeinde. Gr. episkiadsein, überschatten, wird dreimal im NT gebraucht. Zunächst in der Verklärungsgeschichte: eine Wolke überschattet Jesus, Elia, Mose, dazu die drei erwählten Jünger (Mk 9,7; Mt 17,5; Lk 9,34); Menschen bringen, so erzählt Lk in der Apg, die Kranken auf ihren Bahren auf die Straße, damit des Petrus Schatten sie überschatte und sie so gesunden (5,15). Das Verb meint also keineswegs die Berührung mit göttlicher Materie, wohl aber die eschatologische Ankunft Gottes in dieser Welt, die Menschen überschattet, sie zu seinem Herrschaftsbereich erklärt. In beiden Fällen wird keine Substanzialität gelehrt, keine göttliche Materie, die in der Maria die Zeugung des Göttersohnes verursacht hätte. Gott berührt Menschen, auch durch Menschen, um sie so in seinen Herrrschaftsbereich zurückzuverwandeln, zurückzuholen. Interessant ist ein Blick auf den Gebrauch beider Verben in der LXX: Gr. eperchestai, über jemanden kommen, das ist in LXX zunächst vom Unglück gemeint, das über jemanden kommen kann, das Gott über jemanden, in diesem Fall über die Ägypter, bringt (Gen 42,21). Vor allem im kultischen Bereich gilt das Verb als Unheilbringer (Lv 11,34; 14,43), auch im Zusammhang mit dem Sühne- oder Sündenbock kommt das Verb vor: Der Bock, über den das Los kommt, soll als Sühnopfer geschlachtet werden (Lev 16,9). Das Verb gr. episkpadsein, überschatten, wird in LXX für die Ankunft Gottes in der Wolke gebraucht: die Wolke Gottes lagert auf dem Heiligen Zelt. Darum kann es Mose nicht betreten (Ex 40,35). In den Psalmen wird das Verb benutzt, um anzusagen, jemand sei unter dem Schatten der Flügel Gottes und finde dort Schutz (Ps 91,4). Während des Kampfes überschattet Gott den für Gottes Sache kämpfenden Krieger (Ps 140,8). Überschatten meint eine schutzbringende Funktion, während jemanden überkommen eine magische, den Menschen in Bann schlagende, gefährliche und beglückende Berühurng mit dem Göttlichen meint. Lk hat den Gebrauch dieser Verben nicht frei erfunden. Er nutzt Möglichkeiten,die die LXX bietet, wie auch übrige ntl. Autoren beide Verben nutzen, um die apokalyptisch-bedrohliche, wie auch die eschatologisch-befreiende Ankunft Gottes zu charakterisieren: Passion und Ostern auch in diesem Bild. Eine substantiell-materielle Niederkunft Gottes auf der Maria ist nicht gemeint, weil es eine solche (oder ähnliche Vorstellung) in der Bibel nicht gibt. Nicht einmal das gr. gignoskein, erkennen, gr. Übersetzung für das atl jada, erkennen, ein Verb das im Hebr. geistige Erkenntnis, Gotteserkenntnis und den Liebes- und Geschlechtsakt meint, ein Verb, das im AT und NT wie auch in der umlaufenden gr. Gnosis, Erkenntnis, eine gewaltige Rolle spielt, wird von Lk angewendet. Ankommende Gegenwart Gottes, aus atl. Bezügen etnwickelt, ist gemeint, die in Jesus, Gott hilft, dem Sohn der Maria, ihren Ausgang nimmt, was Maria, kämpferisch und demütig zugleich, bejaht: Sie bringt den Messias zur Welt, der aller apokalyptischen Bedrohung zum Trotz in den eschatlogischen Jubel des rettenden Gottes und seiner Gemeinde ausbricht.
Ø    Vgl. Frauen in der Bibel, dort die Stellenangaben, die die Mariennamen berühren.
    
Mose
Mose, historisch
Mose, der historisch kaum fassbar ist, gilt dennoch als der Begründer der jüdischen Religion im eigentlichen Sinne. Die Erzväter und ihre Traditionen gehen voraus, Mose- und Erzvätertraditon vernetzen sich. Mose gilt als der Anführer der Jahweschar beim Ausbruch aus Ägypten, bei dem sich Viehnomaden und ehemalige Bauarbeiter vereinigen. Auch verknüpft der Pentateuch mit Mose alle ersttestamentliche Gesetzestradition. Erste Ausbrüche aus Ägypten erfolgten um 1300 v. Chr. Wir können nicht davon ausgehen, dass sich ein ganzes Volk unter der Führung des Mose in einem eindrucksvollen Aufbruch in die Freiheit aufmachte. Es wird sich eher um eine kleinere Schar, die wir die Moseschar nennen können, gehandelt haben.
Unterdrückung und Befreiung
Erich Zenger hat diese Aufbruchzeit zwischen 1300 und 1100 v. Chr. sehr plastisch aus ägyptischen und nomadischen Quellen rekonstruiert. Besonders unter dem Pharao Ramses II. (1290-1224 v. Chr.) eskaliert die Revolte, wie sie in Tagebüchern ägyptischer Aufseher und Beamter festgehalten werden. So kann der Bau der Vorratsstädte Pitom und Ramses, bei dem Israel zum Frondienst herangezogen wurde (Ex 1,11), unter Ramses II. eingeordnet werden. Auch spätere Zeugnisse berichten lebhaft von den Zuständen, wie sie beim Bau von Städten und im Umgang mit Zwangsarbeitern herrschten. In einem der Dokumente wird sogar ein Anführer der Arbeiter, die sich aus Hunger in den Sitzstreik begaben, mit dem Namen Mose benannt: „...Da sagte der Arbeiter Mose, der Sohn des Ae nakt: Beim Amon und bei dem Herrscher, dessen Macht größer ist als der Tod: Wenn sie mich heute hier wegbringen, soll er (d. i. der Pharao) am Boden liegen. Da wurde er geschlagen, weil er beim Namen des Pharao geschworen hatte“.
Mose, ein gängiger Name
Freilich ist nicht einfach aus dem Auftauchen des Namens Mose auf den Mose der Bibel zu schließen. Der Name Mose war derzeit ein gängiger Name in Ägypten. Dennoch, auch wenn der er im ägyptischen Beamtenbericht erwähnte Mose nicht mit dem biblischen Mose identisch ist, es bleibt der historische Hinweis auf die Kasernierung und Bedrängung der hebräischen Arbeitssklaven überaus wichtig (Erich Zenger, Der Gott der Bibel, Stuttgart 2. Auflage 1982 passim, hier S. 94).
Die Mosegestalt in der Bibel
Die Gestalt des Mose wird zur Typosfigur für prophetisches Glauben und Leben, zu einer Symbol für ein Leben Israels innerhalb des Bundes und nicht gegen ihn. Dabei entwickelt die Tradition Mose zunächst als den Antitypos eines Führers. Er hat Angst vor seiner Aufgabe, will sich drücken, kann nicht reden, benötigt jemanden wie Aaron, der zum Sprecher vor Pharao wird. Immer aufs Neue gerät Mose zwischen alle Stühle, kommt vor dem Volk ins Zwielicht und steht doch für dieses Volk, das ihn immer neu kritisiert und ablehnt, vor Gott ein. Israel erhofft in späterer Zeit, dass ein Prophet wie Mose aufstehen werde, der das Volk so grundlegend und tief einer neuen Befreiung zuführen werde, wie Mose es tat (Dtn 18,15). Auch in messianischer Zeit ist diese Hoffnung lebendig und entzündet sich am Rabbi Jesus (Apg 3,22f.;7,37).
Ø    (M) Mosetraditionen, Ex 1,1-Dtn 34,12, Vorspann, Der befreiende Gott, Aus der Thoraüberlieferung Ex 1,1-Dtn 34,12
Ø    30.05. Andere Zeiten, bis 27.06. Wehrt den Anfängen!
    
Moseschar
Ø    Vgl. Mose
Ø    Vgl. Durchzug durchs Schilfmeer, durchs Rote Meer