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Kanaanäische Religion und Israel
Astarte
Astarte, auch: Aschera, Fruchtbarkeitsgöttin im ganzen Vorderen Orient, Stadtgöttin von Astharoth (Gen 14,5) und Sidon (1Kön 11,5.33, 2Kön23,13), eine Variante der assyrischen Göttin Ischtar, der Göttin der Liebe, der Fruchtbarkeit und des Krieges. Ischtar trägt also Züge des Lebens und des Todes, der Vernichtung in sich. Der Astarte-Kult hatte unverhüllt sexuelle Ausprägung und war mit Tempelprostitution verbunden. Freilich, dem Gott Baal, dem männlichen Gattengott, im Fremden zu begegnen, galt als Auslöser für den Landessegen allgemein. Regen und Fruchtbarkeit des Landes wachsen aus dieser Begegnung.
Der Prophet Hosea symbolisiert sein eigenes Leben. Er nimmt eine Tempeldirne zur Frau und deutet in seinem prophetischen Bildern und Handlungen diese Situation: Wie er mit einer Tempeldirne verheiratet ist, so hurt Israel mit fremden Göttinnen (Hos 1-3). Selbst im Tempel von Jerusalem gibt es Kammern, in denen sich die Gläubigen den Kadeschen, den Heiligen Frauen, hingeben. Hosea deutet: Israel hurt unter seinem Gott Jahwe hinweg (Hos 4,12).
Baal und Anath in Ugarit
Baal, übersetzt Herr, weit verbreiteter kanaanäischer Göttername, ist ein Bauern- und Hirtengott, der für Bäche und Flüsse verantwortlich zeichnet. Er, ein Wettergott, schafft den Regen und symbolisiert allumfassend das Leben, die männliche Seite des Lebens. In den Texten von Ugarit begegnet er seiner Schwester Anath. Sie ist Liebes und Kriegsgöttin zugleich, auch eine Fruchtbarkeitsgöttin, die für die Quellen verantwortlich ist. Der Name Anath bedeutet Quelle. Baal erscheint in der Gestalt des Stiers, Anath als Färse, einer jungfräulichen Kuh. Anath eine analoge Gestalt zur Astarte, verbindet sich mit Baal, wird von ihm schwanger. Anschließend kommt es zur Vernichtung Baals durch den Gott des Todes Mot, was Anath zum Kampf gegen Mot herausfordert. Anath und Schapasch, die Sternengöttin, suchen Baal, den die beiden Frauen aus seiner tödlichen Zerstückelung wieder zum Leben zusammensetzen. Es kommt zum Kampf des zum Leben auferstandenen Baals gegen Mot, den Baal durch Els, des altbetagten Obergottes Hilfe, gewinnt. Eine Naturreligion ist das, die die Jahreszeiten und damit das Sterben und Wiedererwachen der Natur symbolisiert.
Weiterentwicklungen und Varianten
Es kam im Laufe der Zeit zu verschiedenartigen Entwicklungen. In der kanaanäischen Religion scheinen nicht alle Familienbeziehungen eindeutig festgelegt zu sein. Augenscheinlich wechseln die Beziehungen. Eine jüngere Variante des kanaanäischen Göttermythos erzählt nicht von einem Geschwister- sondern von einem Mutterkult. Baal, von Astarte zur Welt gebracht, wird von dieser gefressen, was den Winter und das Sterben symbolisiert. Mit aufkommendem Frühjahr wird Baal neu geboren, ein neues Jahr erwacht. Im Kult der Astarte und des Baal, in Phönizien und Assur beheimatet und im Land Kanaan der Königszeit mehr zu Hause als Anath, scheint also die Muttergöttin Astarte ihren Sohn Baal zu gebären. Zieht sie ihn groß, schläft sie mit ihm und frisst ihn wieder auf? Jedenfalls wird Astarte in Verbindung mit dem Hauptgott der Moabiter, Kamosch, Milkom, dem Gott der Ammoniter, gebracht, der wiederum mit Moloch, der in Kanaan und Phönizien zu Hause ist, identisch zu sein scheint (The International Standard Bible Encyclopedia, Bd. 1. Art. Ashtoreth, Michgan 1980, S. 320). Das aber sind Götter, die das Kindsopfer fordern, ein Brauch, der auch in Israel eindrang und sogar vom Königshaus geübt wurde (1Kön 11,5.33; 2Kön 16,3). Die Allherrschaft der Mutter also symbolisiert Liebe, Fruchtbarkeit und Aggression und fordert Unterwerfung und Tod. Solch eine Erfahrung, so Israels Glaubenskonsequenz nach langen Wirren, hat in Israels Religion und Sozialleben keinen Platz. Jedes kleinste Menschenwesen, alle Schwache bleiben geschützt. So lautet der göttliche Urwille. Gott liebt und schützt den Raum der Familie, dort vor allem Alte und Kinder. Auseinandersetzungen der Religion Israels mit der religiösen Umwelt
Die Vernichtung des Kindes durch die Mutter oder den Vater als religiöser Brauch ist auch aus der Bibel bekannt. Das Kindesopfer wird sogar innerhalb der biblischen Religion vollzogen (Ri 11,29-40; 2Kön 16,3). Freilich, in einer Grundsatzerzählung wird diese Möglichkeit der Versöhnung mit Gott Jahwe deutlich überwunden und abgelehnt. Abraham soll seinen Sohn nicht Jahwe opfern, obwohl Abraham dazu bereit ist (Gen 22,1ff.). Lange noch bilden Rituale von Kindsopfern ihren Einfluss auf Israel aus. Dem Gott Kamosch werden in Moab, jenseits des Jordan, dem Gott Moloch in Kanaan Kindesopfer dargebracht, die Erstgeburt. Das ist ein Brauch, der sich auch im israelischen Rechtsbewusstsein widerspiegelt. Alle > Erstgeburt ist Gott heilig und muss freigekauft werden, indem den Leviten, der Priesterkaste in Israel, eine Ablösesumme gezahlt wird (Num 18,15-19; Ex 13,1f.,14ff.).
Tabuisierungen
Im israelitischen Recht wird der Intimbereich der Familie tabuisiert und scharf geschützt ( Lev 18,1-30). Kindesopfer und Kindesmissbrauch werden im Rahmen der Entwicklung des israelitischen Gesetzeskodexes ausgeschlossen, ja mit dem Tode bestraft. Damit setzt sich Israel in den Gegensatz zu seiner Umwelt. Ägypten und Kanaan liefern Beispiele von Geschwisterheirat und Kindesopfer, durch die Religion dieser Völker sanktioniert und ritualisiert. In Israel wird der Einzelne in seinem Lebensraum der Familie durch das Gottesrecht strikt geschützt. Dieser Weg Israels, den Intimbereich der nächsten Familienangehörigen zu schützen, hat in der Praxis der Nachbarvölker seinen Gegentypos. Israel, punktuell dieser Religionssitte anheim gefallen, löst sich aus dieser Art von Religiosität, ja, distanziert sich heftig von ihr (Dtn 18,10; Jer 32,35).

Kanonbildung
Kanon, Liste der Erst- und Zweittestamentlichen Bücher der Bibel, die als von Gott eingesetzt gelten. Diese Liste wurde für das Judentum endgültig auf der Synode zu Jamnia 90 n. Chr. festgelegt. Die LXX hat andere Normen, wie sie dann auch in das junge Christentum übernommen wurden. Die Reformatoren entschieden sich für den strengen jüdischen Kanon, während das Konzil zu Trient (1546) die deuterokanonischen Bücher zum Kanon der Katholischen Kirche hinzunahm. In Bezug auf das Zweite Testament bekennen Protestanten und Katholiken einen einheitlichen Kanon, wie er uns im Neues Testament vorliegt.
Ø    Vgl. Bibel
    
Ketzer
Abgeleitet von den mittelalterlichen Katharern, griech. kartharoi, die Reinen. Die Kartharer lebten in Italien und Südfrankreich als christliche Sondergruppe, die von Kirche und Staat gnadenlos verfolgt und ausgerottet wurde. Im heutigen Sprachgebrauch ein diffamierender Begriff, mit dem Andersgläubige, Abweichler von der Norm bezeichnet werden.
    
Kind, Kindesopfer
Stellung der Kinder im Ersten Testament

Das Kind genießt im Ersten Testament eine hohe Wertschätzung. Kinder werden als Segen Gottes betrachtet, sind Ziel einer Ehe, sie bedeuten Glück und Zukunft (Gen 12,3ff.; 24,60; Ps 127,3ff.; 128,3). Kinder sind zu schützen, ihr Leben ist heilig (Ex 1,8ff; 15ff.). Sie werden von Gott verheißen, gelten als Zeichen einer besonderen Erwählung (Gen 15,5; 22,17). Bekommt eine Familie keine Kinder, so liegt eine schwere Last auf der Familie, manchmal sieht sich die kinderlose Frau in dieser Lage von Jahwe verlassen (1Sam 1,9ff.).
Kinder stehen unter Jahwes Schutz
Kinder stehen unter dem besonderen Schutz Gottes. In einer Gesetzespassage innerhalb des Heiligkeitsgesetzes, die Inzestbeziehungen aufs Strengste tabuisiert, wird diese Forderung ausdrücklich betont. Dabei wird jede mögliche Situation aufgeführt, in der sich der Mann, nicht die Frau (!), vergessen und das Inzesttabu durchbrechen könnte: Jedweder Inzest ist tabu  (Lev 18,1-23)! In diesen Zusammenhang wird logischer Weise das Verbot des Kindesopfers eingefügt: „Du darfst keins von deinen Kindern für Moloch durch das Feuer gehen lassen und so den Namen Gottes entweihen. Ich bin Jahwe!“ (Lev 18,21). Wie die übrigen strengen Sozialgesetze, werden auch die Inzestverbote mit der Ausrufung des Namens Jahwes besonders hervorgehoben. Hier zeigt sich das Ureigene der Jahwereligion: Sie schützt die Schwachen, auch den Schwachbereich, die Schwachstelle des Intimen in der Familie. Das Inzestverbot und das Verbot, sein Kind für Gott in Flammen aufgehen zu lassen, gehören inhaltlich zusammen. In beiden Fällen ist der Schutz des Schwachen in unserer unmittelbaren Nähe gemeint, konkret: Kindesmissbrauch in jedweder Form wird streng geahndet. In der Religion der Kanaanäer war das Kinderopfer geboten, in der Religion der Ägypter die Geschwisterehe möglich. Die Jahwereligion richtet für Kinder und Alte, insgesamt für alle Nahen-Allzunahen ein schützendes Menschenrecht auf!
Ein schwerer Weg
Die Geschichte, die symbolhaft erzählt, wie Gott das Sohnesopfer verweigert, diese verquere Geschichte von „Isaaks Opferung“ (wie wir sie fälschlich nennen), erzählt von einem langen, zähen Weg, den Abraham gehen muss (Gen 22,1ff.). In Abraham, in seinem Weg auf den Berg Morija hinauf spiegelt sich jenes Israel wider, das lernen muss, dass nicht das absolute Opfer, nicht einmal das Menschenopfer Gottes Willen entspricht, sondern, wie das Gesetz es vorsieht und wie die Propheten es ausdrücken, das Gottesgebot, Witwen und Waisen zu schützen und ihnen Gerechtigkeit zukommen zu lassen. Gott ist kein Gott, der ungeschützte Kinder vernichtete. Im Gegenteil, er beschützt und rettet, setzt Schwache neu in ihre Rechte ein (Ex 22,21; Dtn 10,18; Ps 10,18; Jes 9,16; Hes 22,7). Das zu erkennen, ist für Israel ein schwerer und langer Weg. Israel sieht, wie Fremdkönige ihre Söhne als Brandopfer darbringen (2Kön 3,27). So opfert auch der israelische Richter Jephta seine Tochter, weil er sich einem Gelübde Jahwe gegenüber verpflichtet fühlt (Ri 11,29ff.). Der judäische König Manasse (was übrigens heißt: „Vergessen machend“, 693 bis 639 v. Chr.), Sohn des frommen jahwegläubigen Königs Hiskia, gab sich Fremdreligionen hin, ein Gegentyp zu seinem Vater. Er stellte im Tempel ein Bild der Aschera auf, ließ seinen Sohn als Brandopfer verbrennen, wie es biblisch heißt: durchs Feuer gehen (2Kön 21,1ff.) und war darüber hinaus ein rücksichtsloser Herrscher, der sehr „viel unschuldig Blut vergoss“, wie es von ihm heißt (2Kön 21,1-16).
Ein Lexikon
Das Tophet, eine Feuerstelle im Tal Hinnom, ein Ort, an dem Kinder dem Gotte Moloch, oder sogar Jahwe geopfert wurden, wird erst von Josia zerstört (2Kön 23,10). Es ist anzunehmen, dass diese Sitte auf phönikisch-kanaanäische Wurzeln, bzw. Einflüsse zurückgeht, wie nämlich in der kanaanäisch-phönizischen Kultur das Kinderopfer für die Göttin Tannit im Tophet dargebracht wurde, so die bisherige Auffassung. Freilich, ein neueres Lexikon (Die Zeit, Hamburg 2005, Welt- und Kulturgeschichte, Bd. 02, Frühe Kulturen in Asien, S. 298ff.) folgert: Da im Tophet von Karthago, das ja deutlich von phönizischer Kultur geprägt war, nur Graburnen mit Asche von Kindern gefunden wurden, habe es sich beim Tophet nur um einen Friedhof, nicht um eine Opferstätte für Kindsopfer gehandelt. Sollte damit ausgedrückt werden, dass es im kanaanäisch-phönikischen Raum keine Kinderopfer gegeben habe, so wäre diese Meinung falsch. Die genannten Bibelzeugnisse sind zu unbefangen eindeutig. Auch wendet sich die prophetische Kritik, allen voran Jeremia, nicht gegen Chimären, sondern gegen reale religiöse Alltagspraxis in Juda (Jer 7,31f.; vgl. Jer 19,1ff.).
Jesus und die Kinder
Jesus hat die Kinderfreundlichkeit und die Achtung vor dem Kinde nicht von sich aus erfunden. Er liest sie sozusagen aus dem Ersten Testament ab. Er, der die Mündigkeit des Menschen schlechthin vertritt, klagt diese Mündigkeit auch für Kinder ein. Ja, er stellt die Schutzlosigkeit von Kindern uns als Vorbild unserer eigenen Erwachsenenexistenz vor Augen (Mk 10,13-16; vgl Joh 3,3-5). Kinder sind nun einmal auf die Fairness und auf den Respekt von Erwachsenen, die diese Kindern zu zollen haben, angewiesen. Darin, in diesem Angewiesensein, werden sie uns Erwachsenen zum Sinnbild unserer eigenen Lebensentwicklung.
Ø    Geboren, um geopfert zu werden? Gen 21,1-2; 23,3ff.
Ø    Erster Lebenskreis: Intimitäten, Lev 18,1ff.
Ø    Dein Gott und mein Gott, Ri 11,24ff.;
Ø    Wie Kinder, Lk 18,15-17
Ø    Vgl. Kanaanäische Religion und Israel


Klagelieder Jeremias
Ø    Vgl. Jeremia
    
Klageliturgie
Eine Sammlung von Texten, die zu einer Liturgie zusammengestellt, im Tempel aufgeführt oder im Freien aufgeführt wurden. ein Wechsel von Vorsänger, Volk und Priester(gruppe) usw. war vorgesehen.
    
Knecht Gottes
Wortbedeutung
Hebr. ebed bedeutet Knecht, Sohn, was in der LXX mit gr. pais, Sohn, Kind, Sklave übersetzt wird. So ergibt sich im Zeiten Testament eine erste Analogie, wieso Jesus, der das Schicksal eines Gottesknechtes analog Jeremia, Hiob und anderer Frommer des Ersten Bundes erlitt, Sohn Gottes genannt werden konnte. Im Hebr. sind die Worte nahezu identisch, hebr. ebed, Sklave, Knecht, Sohn. Dies gilt vor allem, wenn die Bibel den Titel hebr. ebed Jahwe, Knecht Gottes, gebraucht. In diesen Wendungen wird der Knecht eindeutig über den Sklavenstand hinaus erhoben. Er ist der Knecht, der Gottes Willen auf Erden ausrichtet, wie z. B. der König von Babel zum lebendigen Werkzeug Gottes werden kann, wie Jeremia es deutet (Jer 25,9; 27,6; 43,10). Der Knecht lebt, lehrt und handelt gewaltfrei (Jes 42.1-4).
Knecht-Gottes-Lieder
Der Zweite Jesaia formuliert Knecht-Gottes-Lieder, die ab Jes 42,1ff. in den Jesaiatext eingestreut werden. Hier wird die enge Bindung des Knechtes an Gott, aber auch die Vollmachtsstellung des Knechtes hervorgehoben. Der Knecht ist Sohn, der Sohn bleibt Knecht, so denkt der Hebräer. In der LXX wird der Begriff hebr. ebed Jahwe mit gr. pais theou übersetzt. Das Wort pais macht einen starken Wandel durch, zunächst heißt es deutlich Kind, Sohn, dann auch Sklave und schließlich Lustknabe!
Jesaia 53
Trotz starker Analogien ans Jesusgeschehen wird Jes 53, das letzte Knecht-Gottes-Lied, ein Requiem auf den ersttestamentlichen Knecht Gottes - und eine deutliche Vorlage für ntl. Theologie, kaum oder nur verdeckt im NT zitiert (Mt 12,18-21; Apg 3,13.26; 8,26-40, vgl. Lk 24,21.25.26; 1Petr 2,23f.).
Gefährlicher Klang
Der Grund wurde schon genannt: Das Wort gr. pais gewann im 1. Jhdt. n. Chr. einen gefährlichen Klang, war zu einer gemeinen Beleidigung geworden, Lustknabe. Für den, der sich nicht so sehr mit dem Wortwandel im Gr. befasste, blieb gr. pais das Kind, der Sohn Gottes! Unter > Deuterojesaia werden die einzelnen Knecht-Gottes-Lieder vorgestellt.
Ø    (F) Aus den Propheten, Aus und nach dem Exil, Jes 40,1ff., Jon 1,1-4,11, Vorspann, Propheten schauen Heil: Deuterojesaia, Jona, Jes 49,14-17
Ø    Ein Knecht Gottes im Exil, Jes 40,1ff., 19.02. Ein erstes Lied des Knechts, bis 25.02. Fürwahr 26.02. bis 03.03.
Ø    11.05., Gottesknecht
Ø    Vgl. > Deuterojesaia
Ø    Vgl. > Lamm Gottes, dort Weiterentwicklung der Gedanken!
Ø    Vgl. Sohn, Sohnesopfer
    
König
Vom Richtertum zum Königtum in Israel
Samuel wird zum Richter über Israel eingesetzt (1Sam 3,1ff.). Erzogen wird er von Eli, dem priesterlichen Hausherrn im Tempel zu Silo, dessen Söhne missraten. Eli bildet Samuel aus, ein Priester, Gottesmann, Prophet und Volksführer soll aus ihm werden. Eli ist alt und müde. Seine Söhne sind für Führungsaufgaben untauglich und kommen in der Schlacht um (1Sam 8,3). So hat Samuel alle Chance, zu einem gut ausgebildeten Rechtssprecher, Propheten und sogar erfolgreichen Heerführer zu werden – was auch geschieht (1Sam 7,2-17).
Jahwe ist König - Saul wird König
Und doch nimmt Israels Geschichte zu Samuels Lebensende hin eine andere Wendung. Gegen den Widerstand religiöser Kreise um den Propheten Samuel setzt sich in Israel das Königtum durch (1Sam12,1ff.). Warum soll sich Israel keinen König erwählen? Jahwe ist König in Israel (1Sam 8,7ff). Königtum bedeutet neues Untertanentum, wo doch Israel in der Herrschaft Gottes frei sein soll. Der König darf sich auf keinen Fall zum Willkürpotentaten machen, der das Volk für sich arbeiten ließe. Er ist an Gottes Gesetz gebunden und soll es im Volke durchsetzen (Dtn 17,14ff.). Saul ist der erste König Israels (1020 –1012 v. Chr.).
Davids und Salomos Königstum
Ihm folgt David (1012-972 v. Chr.). David ist zunächst König in Juda, wird dann aber zum Herrscher über alle 12 Stämme gewählt (um 1000 v. Chr.). Unter David erreicht das Königreich Israel und Juda eine nie geahnte Größe. Sein Sohn Salomo regiert 40 Jahre (972-932 v. Chr.). Nach dessen Tode zerfällt der Königsverbund in zwei Staaten, Israel und Juda. In Juda mit der Hauptstadt Jerusalem bleibt die Erbnachfolge des Davidgeschlechts erhalten, in Israel folgen verschiedene Dynastien. Die Königtümern dauern bis zum Zerfall beider Staaten (722 v. Chr. Nordreich; 598 v. Chr. Südreich).
Zwei Königtümer
Nach der Reichsteilung 932 v. Chr. gibt es in Jerusalem, also im Kleinstaat Juda, stets einen Daviden als König. Jeweils wird ein Sohn oder naher Anverwandter der Königsfamilie zum König ernannt. Das geht so bis zum Ende dieses Staates (586 v. Chr.). Im Nordreich wechseln die Dynastien, die sich durch Revolution oder andere politische Umstände zur Herrschaft aufschwingen. Aber es wir ein Königtum bis zum Zusammenbruch des Staates (722 v. Chr.), wenn auch aus wechselnden Dynastien, durchgehalten.
Messias aus dem Geschlecht Davids
Nach dem Zerfall der Reiche wird vor allem das Davidische Königtum zum messianischen Symbol. Aus dem Geschlecht Davids wird der Messias kommen, der Gesalbte Gottes, der Israel befreien und es zu altem Glanz führen wird (z. B. Hes 34,23). Die ausführliche Literatur zu Königtum (1. u. 2. Sam sowie 1. u. 2. Kön) zeigt aber auch die Schwächen der einzelnen Könige in Nord und Süd, inklusive Saul, David und Salomo.
Ø    P. Königsgeschichten, 1Sam 1,1-2Kön25,30; Hes 3,17-19; 33,10ff; 33,30ff., Vorspann, Gottesherrschaft, aber wie?
Ø    19.07. > 15.08.: 19.07. Übergänge, bis 15.08. Wahrhaftigkeit
Ø    Vgl. Messias
    
Kolosserbrief
Ø    Vgl. Briefe
    
Korintherbriefe
Ø    Aus den Korintherbriefen des Paulus, 1Kor 1,1-2Kor 16,23
    25.11., Weisheit des Kreuzes, bis 02.12. Christusträger
Ø    Vgl. Briefe
    
Krieg
Ein heiliger Krieg wird nach ersttestamentlicher Vorstellung dann notwendig, wenn z. B. das Heilige Gastrecht aufs Gröblichste verletzt wurde (Ri 19,1-21,25). Ein derartiger Krieg, im Namen der 12 Stämme Israels ausgerufen, duldet keinen Aufschub, keine Diplomatie, keine Schonung. Er zielt auf das Gelübde, den Bann zu vollstrecken, das heiß: den Gegner vollkommen auszurotten. Diese Strafe kann nicht durch Geld- oder Viehbußen abgelöst werden (Lev. 27,28; Num 18,14). Auf Beute wird verzichtet. Die Vernichtung von Vieh und Mensch sind heilige Pflicht, Beute zu machen, ist verboten (Num 21,1ff.; Dtm 3,6; Jos 6f.; 8,2; 11,10-15; Ri 1,17; 1Sam 15,1-35). Das Banngelübde ist aus der absoluten Entscheidung für das Gottesrecht zu verstehen. Ein heiliger Krieg kann auch gegen Israel selbst bzw. gegen Teile Israels geführt werde (vgl. Ri 19,1ff.). Recht bald im Ersten Testament werden Heilige Kriege durch diplomatische Akte abgelöst (1Sam 15,1ff.). Hintergrund für diese Entwicklung ist, dass Gott selbst derartige Kriege führt. Sie beruhen also im Endeffekt nicht auf militärischer Stärke, sondern auf der Macht Gottes. Dessen Name ist Jahwe Zebaoths, Gott der Heerscharen, später Gott der himmlischen Heerscharen (Jes 6,3). Weil Gott der Gegner des Feindes ist, kann das wehrlose Israel gegen Ägypten, der Hirtenjunge David gegen den hochgerüsteten Goliath gewinnen (Ex 14,14.24-29; 1Sam 17,45-47). Im Zweiten Testament führt diese Entscheidung, Gott Krieg und Sieg anheim zu stellen, zu einer radikal pazifistischen Entscheidungen, vor allem bei Jesus selbst (Mt 26,51-54).