Willkommen
Vita
Veröffentlichungen Übersicht
Veröffentlichungen Internet
365 mal Gott-Lexikon
Gestaltung
Kontakt
Impressum
I/J (365 mal Gott-Lexikon) Drucken
Isaak
Ø    Isaak, Jakob, Esau, Joseph, Erzvätergeschichten 2, Gen 25,19-36,39, 15.01. Zwei Völker, bis 21.01. Uneinsichtig
    
Israel
Üblich übersetzt mit Gottesstreiter, gemäß Gen 32,28: Jakob bekommt nach einem nächtlichen Kampf mit einem unbekannten Wesen den Namen Israel. Nach Gen 35,10 erhält Jakob diesen Namen nachdem ihm Gott in Bethel erschienen ist. Israel ist ein Volks- und Stammesname, der außerbiblisch zuerst auf einer ägyptischen Siegessäule erscheint, die Pharao Mernephta im letzten Drittes des 12. Jhdts. errichten ließ, um 1220 v. Chr. Dort wird Israel im Verbund mit nördlich gelegenen Völkern erwähnt, die im heutigen Palästina residierten, die Mernephta alle besiegte. Der Volksname Israel geht auf die Söhne Jakobs über, die Söhne Israels genannt werden (Gen 45,21, u. häufiger). Auch wird das Nordreich Israel genannt (1Kön 14,19; ). Bei der Spaltung des Reiches nach dem Tode des Königs Salomos (> König) verbleibt der Namen Israel beim Nordreich, das sich aus 10 Stämmen zusammensetzt, während das Südreich mit den Stämmen Juda und Benjamin den Namen Juda annimmt.  
Ø    Vgl. Isaak

Jahwe
Der häufigste Gottesname im Ersten Testament, ursprünglich j-a-w-e ausgesprochen. Die spätere Zeichensetzung der > Masoreten animierte dazu, den Namen mit Jehova zu benennen. Diese Zeichensetzung stammt aber aus dem hebr. adonaj, Herr. Dieses Wort hebr. adonaj musste jedes Mal bei der Lesung gebraucht werden, um das Aussprechen des heiligen Gottesnamens zu vermeiden. Daran erinnerte die später, um 1000 n. Chr., eingeführte Zeichensetzung, die die Vokale im Hebr. mit aufzeichnet, während das ursprüngliche Hebräisch keine Vokale kennt. In Ex 3,14 wird der Gottesname Jahwe aus dem hebr. Verb haja erklärt, werden, sein: „Ich bin der ich bin, werde sein, der ich sein werde!“ Der Name Jahwe deutet in diesen Zusammenhängen auf den Ereignis-, Beziehungs- und Zukunftscharakter der Jahwe-Religion hin. Gott ist ein Gott im Kommen, der seinem Volk die Zukunft als Gegenwart schenken wird.  
Ø    Vgl. Quellen und Quellenscheidung im Pentateuch
    
Jahwist
Ø    Vgl. Quellen und Quellenscheidung im Pentateuch
    
Jakobus
1. Jakobus, der Herrenbruder
Er ist nicht nur durch seinen etwaigen Brief interessant, > Briefe. Ihm wird biblisch und außerbiblisch eine erhebliche Führungsrolle innerhalb der Jerusalemer Urgemeinde zugewiesen. Jakobus erhebt Anspruch auf eine ökumenische Dimension der urgemeindlichen Glaubensweise der Jerusalemer Gemeinde, dies nach der Auferstehung Jesu (Apg 1,14), als deren Zeuge Paulus Jakobus nennt (1Kor15,7; Apg 12,17; 15,13-29; 21,15-26). Markus weist darauf hin, dass die Familie Jesu zur Botschaft Jesu zu dessen Lebzeiten auf Distanz ging (Mk 3,21; 6,3). Nach dem Tode Jesu hat Jakobus den Ruf eines Gerechten und Weisen. Er zählt zu den Säulen der Urgemeinde (Gal 2,9), ist zugleich Gegenspieler des Paulus im Beschneidungsstreit, ein Vertreter der pharisäischen Richtung innerhalb des messianischen Urchristentums (Gal 1,19). Jakobus wurde 62 n. Chr. in der Verfolgung durch den Hohenpriesters Ananus zusammen mit anderen gesteinigt, was Josephus als außerbiblische Quelle belegt (Ant. XX, § 200). Dass er nicht der Bruder, sondern Halbbruder Jesu aus einer ersten Ehe des Josephs gewesen sei, entspringt eher mariologischen Wünschen und ist durch kein Bibelzitat belegt, vgl. 3.
Ø    Vgl. Briefe
2. Der Zebedaide Jakobus
Zu unterscheiden vom Herrenbruder Jakobus ist der Zebedaide Jakobus, Jakobus, der Ältere, ein Bruder des Apostels Johannes, der zwar zum engeren Kreis der Jünger Jesu gehört (Mk 1,19; Apg 1,13), aber nach dem Tode Jesu in den Bibeltexten keine Rolle mehr spielt. Er wurde, zusammen mit Johannes Boarnerges, Donnersöhne, genannt (Mk 3,17). In der Apg. wird von seinem Märtyrertod berichtet. In einer Verfolgungswelle der Christen, die Herodes auslöst, wird er ergriffen und 44 n. Chr. enthauptet (Apg 12,22). Dass er in der Jesusgruppe eine bevorzugte Rolle spielt und als einer der ersten Märtyrer starb, deutet darauf hin, dass er auch in den Anfängen der Gemeinde nach Ostern nicht unbedeutend war (Mk 5,37; 9,2; 13,3; 14,33).
3. Jakobus, der Jüngere
Sohn des Alphäus, einer der Zwölf, er kommt nur in Apostellisten vor (Mt 10,3;Mk 1,18; Lk 6,15; Apg 1,13). In Mk 15,40 (16,1) taucht freilich ein gewisser Jakobus auf, der der Kleine genannt wird, in Mk 2,14 ein Levit, Sohn des Alphäus. Das führt zu weiteren ntl. Verbindungen, wenn man Mk 15,40 mit Joh 19,25 zusammenführt und Lk 24,18 hinzunimmt, was bedeutet, Klopas als Kleophas, der auch Alphäus heißt, zu identifizieren. Hieraus ergeben sich Möglichkeiten, dass Jesus und Jakobus, des Alphäus Sohn, verwandt waren. Sein Beiname ´der Jüngere´ ist üblich, seit ihn Hieronymus (340-420 n. Chr.) sehr spät mit dem Herrenbruder identifiziert. Besser ist doch vielleicht, diesen Jakobus als eigenständige Persönlichkeit zu deuten. Ein Vetter Jesu?
    
Jehu
Der Name bedeutet Jahwe ist es, Jahwe wird geschehen! Revolutionskönig, der sich 842 zum König des Nordreiches erhob und bis 815 v. Chr. regierte. Als König Joram, ein Sohn Ahabs, in der Schlacht verwundet wurde, ließ er diesen und den König des Südreiches, Ahasja, der mit dem Nordkönig, einem Sohn des Ahab, gegen Syrien kämpfte, umbringen. Jehu, der grausam zu Werke ging, ließ das gesamte Ahabgeschlecht abschlachten (2Kön 9,12f.24ff.; Hos 1,4), und nicht nur dies! Er betrieb eine scharfe Ausrottungskampagne gegen die Anhänger und Priester des Baalskults (2Kön 10,18-28), angeregt durch den Propheten Elia. Jehu, der im Übrigen die Jehu-Dynastie begründete, die sich fast bis zum Ende des Reiches mit erheblicher Machtentfaltung in Israel am Ruder hielt, ging ein religionspolitisches Bündnis mit den > Rechabiten ein (2Kön 10,15f.), dessen Niederschlag wir u. U. im Deuteronium vorfinden. Jehu war außenpolitisch nicht unbedingt erfolgreich, wie schon Joram vor ihm nicht. Er zahlte an > Assur Tribut und musste den Sieg Hasaels, des Syrerkönigs, der in Damaskus residierte, hinnehmen (2Kön 10,32).
Ø    Vgl. Rechabiter
Ø    Vgl. Elia
    
Jeremia
Zur Geschichte Judas
Wie kein anderer Prophet spiegelt Jeremias Leben eine der wichtigsten Epochen des Staates Juda und den jüdischen Volkes. Der kleine Staat Juda, eigentlich nur noch ein Stadtstaat, wächst unter dem König Josia zu einen Reich heran, das fast die Ausmaße des Davidreiches erreicht. Der fromme König Josia reformiert das Land. Dann kommt es zur Katastrophe. Juda wird in internationale Kriegswirren hineingezogen, Josia fällt in der Schlacht bei Megiddo (609 v. Chr.), in der er sich den Ägyptern entgegenstellt. Es braucht nur noch wenige Jahrzehnte - und Juda und Jerusalem werden von den Babyloniern zweimal erobert, der Tempel wird zerstört, die Bevölkerung deportiert. Das alles erlebt Jeremia. Er hat die Katastrophe kommen sehen und vorausgesagt.
Chronologie der politischen Ereignisse, in die Jeremia verwoben ist
629: Jeremia wird in Anatoth, einem Vorort Jerusalems, geboren.
639 - 609: In Juda mit der Hauptstadt Jerusalem regiert Josia. Es kommt zur letzten Machtentfaltung Judas. Josias Reich gewinnt fast die Größe des Davidreiches.
Ab 621: Josia führt Reformen durch. Der Gottesdienst wird im Tempel zentralisiert, Höhenheiligtümer werden abgeschafft, soziale Verbesserungen eingeführt, Land wird unter Arme aufgeteilt. Die Sozialreform wird jedoch rückgängig gemacht. Jeremia tritt erstmals öffentlich als Prophet auf.
Ab 605: Es kommt zu Unruhen zwischen Ägypten und Babylon. Israel ist Aufmarschgebiet der Ägypter. Jeremias zweite Tätigkeitsperiode.
609: Josia fällt in der Schlacht bei Megiddo, als er sich dem Pharao Necho entgegenstellt, als dieser nach Babylon marschiert.
608 - 597: Jojakim, ein Onkel des Josia, wird von den Ägyptern als König eingesetzt. Er unterwirft sich den Babyloniern, deren Macht stärker wird. Er fällt aber von Babel ab. Unter ihm gerät Jeremia in lebensbedrohende Situationen, da er vor dem Ränkespiel mit Ägypten warnt. Eine Politik der Loyalität gegenüber Babylon liegt nicht auf der Linie Jojakims, der hofft mit Ägyptens Hilfe wieder zu alter Macht zu kommen.
597: Es kommt zum Aufstand in Juda. Babylon zieht gegen Juda zu Felde. Die Stadt Jerusalem wird eingenommen. Deportation der Oberschicht, die sogenannte erste Wegführung findet statt. Dritte Tätigkeitsperiode des Jeremia.
597 - 587: Zedekia wird König des Reststaates Juda. Zunächst herrschen politisch stabile Verhältnisse unter der Oberherrschaft Babels.
594: Es wird wieder ein geheimes Bündnis zwischen Jerusalem und übrigen Stadtstaaten im Zwischenfrontenland geschlossen. Zedekia gerät in den Sog nationalistischer Erhebungsideen. Ägypten unterstützt diese Ideen. Der Prophet, der nicht schweigt sondern vor dieser Entwicklung abrät, gerät wieder unter Druck. Er warnt mitten im blinden Nationalismustaumel des Volkes vor dem Aufstand. Der drohende Krieg wird noch einmal zurückgenommen.
589: Der Konfrontationskurs verstärkt sich wieder. Es kommt zum Krieg Babylons gegen Juda, nachdem Juda revoltierte. Jeremias Leben ist in immer größerer Gefahr. Ihm wird Zusammenarbeit mit dem Feind vorgeworfen.
587: Jerusalem wird belagert und erobert. Stadt und Tempel werden zerstört. Die zweite Wegführung des Volkes geschieht. Gedalja wird Statthalter der babylonischen Restprovinz Juda.
Um 585: Nochmals steht Juda auf, Gedalja wird ermordet. Die Aufständischen fliehen nach Ägypten. Jeremia wird von den Flüchtenden mit verschleppt. Vierte und letzte Tätigkeit des Jeremia als Prophet.
Um 580: Jeremia stirbt als Verschleppter in Ägypten.
Jeremiabuch
Das Jeremiabuch, wie es uns heute vorliegt, stellt ein Nachschrift aus dem Gedächtnis und aus Restnotizen durch den Schüler des Jeremia, Baruch, dar. Jeremias ursprüngliche Textsammlung wurde durch Jojakim verbrannt. Baruch gestaltete das Werk dadurch plastisch, dass er Ereignisse aus dem Leben des Jeremias und weltpolitische und soziale Entwicklungen in das Jeremiabuch aufnahm. Während uns von übrigen Propheten nur ihre Worte überliefert wurden, werden bei Jeremia auch die Lebensumstände und die zeitgenössischen politischen Ereignisse geschildert. So können wir Jeremias Prophetenworte in die verschiedenen Geschichtsepochen einordnen. Ganze Passagen, vor allem die Erzählungen, aber auch Prophetentexte, kommen aus dem Umkreis des Baruch und weiterer Jeremiaschüler. Auch in späterer Zeit fügte man Texte hinzu.
Aufgenommene Texte
Unter dem Text vom 30.08. gibt es einen historischen Überblick; der Text vom 31.08 beschreibt die Berufung Jeremias unter Josia. Der Text vom 01.09., eine Gerichtsvision, gehört in diese erste Tätigkeitsperiode, eine grundsätzliche Beschreibung des Wirkens des Jeremia. Der Text vom 02.09., ein Klagelied, stammt aus der Verfolgungszeit unter Jojakim, aus der zweiten Tätigkeitsperiode Jeremias. Außenseiterleben und Leiden kündigen sich an. Die Texte vom 03., 04. und 05.09. stammen ebenfalls aus dieser Krisenepoche. Der Text vom 06.09. wurde nach der ersten Deportation geschrieben, die Weggeführten begreifen die Zeichen der Zeit. Die verschont wurden und daheim bleiben durften, rühren weiter die nationalistische Trommel. Auch die Texte vom 07., 08., 09., und 10.09. beziehen sich auf diese dritte Epoche der Prophetentätigkeit Jeremias, auf die Zeit unter Zedekia, der Zeit zwischen der ersten und zweiten Wegführung nach Babel. Der Text vom 11.09. bezeichnet den Umbruch vom dritten zur vierten Lebens- und Verkündigungsabschnitt Jeremias, die Verschleppung nach Ägypten. Der Text vom 12.09. ist wohl das Wort eines Jeremiaschülers, ein Trostwort aus der Zeit, da Juda ohne alle Hoffnung ist.
Klagelieder Jeremias
Sammlung von fünf Liedern, die nach der Tradition Jeremia niederlegte, nachdem der Tempel zerstört und die Bevölkerung Judas zum größten Teil nach Babel geführt worden war (587 v. Chr.). Die Lieder beschreiben den Untergang Judas und Jerusalems als Gottes Strafgericht und beklagen das Schicksal des Prophet, der ebenso ins Leiden geschickt wird. Die Leiden des Propheten und des Volkes werden gleich gesetzt. Die Klagelieder mahnen zur Buße und bitten Gott um Vergebung und Hilfe. Während das erste Lied durchaus von Jeremia stammen kann, ist das fünfte wohl von einem nachfolgenden Dichter entworfen worden. Die Sammlung ist um 515 v. Chr. abgeschlossen. In jedem Fall handelt es sich um > Klageliturgien, weniger um individuelle Poesie.
Ø    (A) Die Bibel, Vorspann, Alle Morgen neu
Ø    (R) Aus den Propheten: Jeremia, Jer 1,1-52,34; Kl Jer. 1,1-5,22; 2Kön 22,1-25,26
Ø    30.08. Ein Prophet in Zeitumbrüchen, bis 12.09. Frühe und späte Freunde

Jesaia
Ø    Vgl. Deuterojesaia
    
Jesus
Nur indirekt
Jesus ist uns nur indirekt aus den Schriften bekannt, in denen er dargestellt und zitiert wird, den Evangelien. Nach einem anfänglichem gewissen Enthusiasmus, der im 18. Jahrhundert in der Aufklärungszeit begann, man könne mit gewissen Filtermethoden alles über Jesus aus der Bibel, nämlich aus den Evangelien, aber auch aus den Briefen des NT herauskristallisieren, trat eine gewisse Resignation ein. Albert Schweitzer wies in seinem berühmten Die Geschichte der Leben Jesu Forschung nach, dass jedes Zeitalter und jede Strömung ihr Jesusbild nach ihren Bedürfnissen forme.
Sich an Paulus halten?
Rudolf Bultmann hielt sich an Paulus, der von Jesus nur sagte, er sei als Mensch ein Nachkomme Davids gewesen, kraft seiner Auferstehung von Gott zum Sohn Gottes erhoben worden (Röm 1,2f.). Paulus hält sich zweifellos streng an eine erste grundsätzliche Bekenntnislage in der Urgemeinde. Alles andere von Jesus, so Bultmann gemäß Paulus, werde aus der Osterperspektive der Gemeinde heraus entwickelt.
Prophetisches Vollmachtsverständnis Jesu
Bultmannschüler wie Ernst Käsemann und Hans Conzelmann, dazu auch Joachim Jeremias fanden es realistischer, von einem gewissen Vollmachtsverständnis Jesu auszugehen, das deutlich messianisch geprägt war. Freilich verstand Jesus sein Messiastum anders als alle Messiasse vor und nach ihm. Er fühlte sich als Bevollmächtigter Gottes, der das Reich Gottes aus seinen Wurzeln, der Menschheitsbefreiung, wie sie die Tora lehrt, erneuert und es im Tun des Frieden und der Versöhnung verwirklicht.
Historischer Jesus
Teile der Bergrede sowie eine Reihe von Gleichnissen lassen den historischen Jesus hervorleuchten. Alles, was vor und nach Jesus nicht oder nicht mehr an biblischem Gedankengut existiert habe, sich aber in Texten des Zweiten Testaments vorfinde, müsse auf Anregungen und Bilder Jesus zurückgehen, so Conzelmann (Art. Jesus Christus, RGG 3. Aufl. 1959 Tübingen, Bd. 3, Sp. 619-653, hier: 623). Woher solle es sonst kommen?
Ø    Das Evangelium nach Markus, Mk 1,1-16,9, 04.03. Evangelium, bis 31.03. Frauen am Grabe
Ø    (I) Der historische Jesus und seine Predigt, Vorspann 1, Was sagen die Leute, dass ich sei?
Ø    (J) Gleichnisse Jesu in der Urgemeinde, Vorspann 2, Reich Gottes
Ø    01.04. Jeder auf seine Weise, bis 22.04. Feigenbaum
Ø    (K) Synoptische Evangelien, Mt 1,1- Lk 24,52, Vorspann, Zusammengucker
Ø    23.04. Aus dem Evangelium des Matthäus, Mt 1,1-28,20, 23.04. Gerechtigkeit, bis 13.05. Auf einen Berg in Galiläa
Ø    (L) Johannesevangelium, Johannesbriefe, Vorspann, Im Anfang war das Wort
Ø    14.05. Er kam in sein Eigentum, bis 26.05. Das einundzwanzigste Kapitel
Ø    Vgl. Abendmahl
Ø    Vgl. Matthäus, Markus, Lukas, Johannes
Ø    Vgl. Zweiquellentheorie
    
Johannes
Johanneische Literatur im Zweiten Testament | Thesen
Eine Zusammenfassung
  1. BefundZur Johanneschen Literatur sind zu zählen:
    - Das Johannesevangelium (um 90 n. Chr., Ägypten)
    - Drei Johannesbriefe, der 1. dieser Briefe als Kommentar zum Evangelium
    - Die Apokalypse des Johannes (um 95 n Chr., Kleinasien)
  2. Verfasser und Zeitumstände
    - Das Evangelium spielt mit Bildern der > Gnosis, einer hellenistischen Philosophie, eher: Religion, die ihre wurzeln durch aus im jüdischen Denken hat, aber doch tief von der Philosophie Platos beeinflusst ist, die davon spricht, dass der Geist immer Sieger über das Fleisch sei. Platos Höhlengleichnis ist für diese Auffassung symptomatisch: Die Seele darf sich freuen, aus dem Gefängnis des Leibes nach dem Tode des Menschen heraus zu kommen. Das Johannesevangelium geht aber nun keineswegs in den Ideen der Gnosis auf. Vielmehr wird ein deutlicher Gegenpol gesetzt: gr. Logos sarx egeneto! Das Wort wird Fleisch (Joh 1,14).
    - Die Verfasserschaft bleibt im Dunkeln. Es ist durchgängig im Evangelium von einem Jünger die Rede, „den Jesus besonders lieb hatte“ (Joh 13,23; 19,26; 20,2; 21,7.20). Erst spätere Generationen deuten dieses Bild auf den Apostel Johannes, mit dem Paulus noch in Jerusalem zusammentraf und den Paulus als eine drei Säulen der Gemeinde zu Jerusalem bezeichnet (Gal 2,9). Der Name Johannes wird im Johannesevangelium Johannes dem Täufer vorbehalten (Joh 1,6.15.1926.32.35; 3,23.24.25; 4,10; 5,35f.; 10,40f.).
    - Als Verfasser der Apokalypse wird mehrfach in dieser Schrift ein Johannes benannt (Apk 1,1.4.9; 22,8).
    - Die Apk wird nach dem Ausbruch der Verfolgung durch den Kaiser Domitian entstanden sein, sicher in Kleinasien, jedenfalls für diese Region bestimmt, da die hier enthaltenen Sendschreiben an kleinasiatische Gemeinden gerichtet sind.
    - Der 1. Johannesbrief bleibt ohne eine erkenntliche Verfasserschaft, der 2. und 3. Johannesbrief benennen einen Ältesten als ihren Verfasser (2Joh 1; 3Joh 1).
    - Polycarp von Smyrna, der 167 n. Chr. als Märtyrer umgebracht wurde, berichtet davon, dass Johannes im Hohen Alter auf einer Bahre in die Gemeinde gebracht, nur noch einen Satz gesagt habe: „Kindlein, liebet euch untereinander!“ Falls diese Notiz den Tatsachen entspricht und nicht reine Legende bleibt, besteht eine gewisse Affinität zu den Inhalten des Johanneischen Schrifttums.
  3. Lamm
    - In Joh 1,29 bezeichnet Johannes der Täufer Jesus als das Lamm, welches die Schuld der Welt auf sich genommen habe. Dieses Bild bildet die Mitte des Johannesevangeliums. Jesus wird in dem Augenblick gesalbt, da in Jerusalem die Passahlämmer ausgewählt werden, in Bethanien, im Haus der Armut (Joh 12,1-8).
    - Er wird laut Joh in dem Augenblick ans Kreuz geheftet, da nach jüdischem Ritus die Passahlämmer geschlachtet werden, also einen Tag eher als bei den Synoptikern. Jesus heißt in diesem Bildschema gr. amnos, Lamm, eine Anspielung auf Jes 53, wo auch dieses Wort gr. amnos, gebraucht wird: Der Knecht Gottes geht als Lamm zur Schlachtbank, stumm, verrät niemanden, kauft mit seinem Tode das Leben der Vielen frei. Jedoch bleibt der Gekreuzigte das Passahlamm, was in der bewussten Analogie der Zeitpunkte, zwischen dem Sterben der Passahlämmer und dem Sterben Jesu zum Ausdruck kommt (Joh 19,16ff.).
    - In Joh 21,1ff., einem Anhangskapitel, wie auch in der Apk wird der zweite Begriff für Lamm, gr. arnion, Lämmchen, gewählt. Dieses Lamm trägt sichtbar den Schächtschnitt an seinem Halse, eine weitere Anspielung auf das Bild vom Passahlamm. Der ersttestamentliche Zusammenhang ist bei Jeremia zu finden, der sich in der Rolle des gr. arnion, des Lämmchen wieder findet. In der Psalmenliteratur wird dieses Bild aufgenommen (Jer 11,19; 27,45; Ps 113,4.6; Psalm Sal 8,28).
    - Das Lamm führt einen Krieg gegen das Tier, das stärker und unüberbietbar brutal ist (Apk 6,9-17). Und doch bringt gerade die Ohnmacht des Lammes die Macht des Tieres ins Scheitern. Die Ohnmacht des Lammes bewirkt die Befreiung der geknechteten Gläubigen, wie diese nun als lobende Märtyrergemeinde ins Amt der Ältesten eingesetzt wird, die den Thron Gottes umstehen.
    - In der Apk wird der Begriff gr. arnion, Lämmchen, durchgehend für das Bild vom geschächteten Lamm gebraucht (Apk 5,6.8.13; 6,1; 7,9.14.17; 12,11; 13,11; 14,1.4.10; 17,14; 19,7; 21,14.22.27; 22,1).
  4. Einziggeborener, einziggeborener Sohn
    - Jesus wird, analog der synoptischen Literatur, Menschensohn genannt. Aber anders als die Syn wird der Menschensohn nicht zu einem endzeitlichen Himmelswesen. Jesus wird ans Kreuz erhöht, wie Mose die Schlange erhöhte, deren Anblick das Volk rettete (Joh 3,14). Das Bild vom eschatologischen Menschensohn, dem Weltenrichter, wird verwandelt: Jesus ist nicht gekommen die Welt zu richten, sondern zu retten (Joh 12,47). Und nicht erst am Ende der Tage wird dies geschehen, sondern jetzt, in der Erhöhung des Messias ans Kreuz beginnt diese Befreiung. Das Gericht wirkt weiterhin. Aber die Menschen richten sich selbst, indem sie die Finsternis dem Licht vorziehen. Wer die Wahrheit tut, ist bereits jetzt aus der Finsternis zu Licht vorgedrungen (Joh 3,19-21).
    - In Weisheit 2,1-24 wird eine Persiflage auf die Frommen Israels aufbewahrt. Diese Frommen, auch Gerechten, riefen Gott als ihren Vater an. In der Verfolgung durch die eigene jüdische Regierung, die zumeist in Kreuzigungen einmündete, wurde ihnen höhnisch zugerufen, man wolle doch mal sehen, ob Gott seinen Sohn, seine Söhne retten werde. Diese Szene könnte auf den Mord anspielen, den der Statthalter von Syrien Bakchides im Verbund mit dem Hohenpriester Alkimus an 60 > Chasidäern, Frommen, > Gerechten, wie sie auch hießen, verüben ließ, um 160 v. Chr.
    - Auch aus diesem Text heraus entwickelten die ersten Christen ihren Kreuzigungs- und Osterglauben. Johannes sieht das so: Gott wird seinen geliebten Sohn ans Kreuz verherrlichen, mit dem er in einer Willensidentität steht, wie überhaupt eine neue atmende, spirituelle trinitarische Identität entsteht: Vater, Sohn und wir, die in der Liebe bleiben (Joh 3,1-17).
    - Freilich, wenn hier das Wortspiel trinitarische Identität gewählt wird, müsse wir gleichzeitig wissen, dass Johannes keineswegs an der Stabilisierung von Dogmen und Kultushandlungen lag. Im Gegenteil, er möchte den freien, geistgebundenen Glauben, der in der Liebe wirkt, hervorlocken. Und der Geist weht, wo er will (Joh 3,8; 1Joh 2,3-11; 4,11-5,4).
    - Die neue Identität hat eine Mitte, das Tun der Liebe, das Bleiben in der Liebe...! Der Kommentar zum Johannesevangelium , der 1. Johannesbrief, definiert:: „Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm!“ Dieses Bleiben ist kein Verweilen, Verharren, sich Verkriechen, gar Erstarren! Es ist der aktive Atem des Geistes, der diese Gemeinschaft lebendig macht, aktiviert (Joh 13,31-35; 1Joh 4,7f.).
  5. Ich bin
    - In der LXX wird das hebräische „Ich bin Jahwe“, oder auch nur „Jahwe“ mit gr. Ego eimi übersetzt. Jesus und die Syn haben diesen Titel vermieden, wobei gr. Ego eimi auch ganz harmlos „Ich bin....“ heißen kann. Freilich, in Hinblick auf den Gebrauch in der LXX ist dieses Wortspiel für einen Juden hochkarätig religiös besetzt.
    - So nimmt es kein Wunder, dass Joh den Königsnamen Gottes, in dem er ihn auf Jesus anwendet, in immer neuen Wortspielen einsetzt, sodass diese Entwicklung zum Bekenntnis des Thomas, des Zwillingsbruders Jesu, wie die Legende sagt, „Mein Herr und mein gott!“ einmündet (Joh 20,21). In immer neuen Bildern, die samt und sonders aus dem Ersten Testament kommen und auch schon bei den Syn zu finden sind, wird diese Anrufung, dieses Bekenntnis vorbereitet. So knüpft das Brotbild an die Darstellungen der Speisung der 5000 bzw. 4000 an (Mk 6,32-44; 8,1-9; Joh 6,35.37). Wie bereits Lk eine ersttestamentliche Metapher aus dem längsten Psalm der Bibel aufnimmt, mit dieser Psalm abschließt, so führt Joh das Bild vom Hirten weiter (Ps 119,176; Lk 15,1ff.; Joh 10,1.9f.). So wird auch die ersttestamentliche Verheißung „Der Herr ist mein Licht und mein Heil“ (Ps 27,1), wie überhaupt Gottes erste Schöpfungstat die Erschaffung des Lichtes ist (Gen 1,3). Singt nicht ein anderer: „In deinem Lichte sehen wir das Licht“ (Ps 36,10), was Joh weiter führt (Joh 8,12). Und ist Israel nicht Gottes Weinberg (Jes 5,1-7), was Joh nun auf den Einzelnen bezieht (Joh 15,1ff.). Die einzelnen Ich-Bin-Worte werden aufgeführt:
    - „Ich bin das Brot des Lebens“ (Joh 6,35.37).
    - „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12).
    - „Ich bin die Tür“ (Joh 10,1.9f.).
    - „Ich bin der gute Hirte“ (Joh 10,11-15).
    - „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh 11,25).
    - „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“ (Joh 15,1-8).
    - „Ich bin der Weg, die Wahrheit, das Leben“ (Joh 14,5-7).
    - „Ich bin ein König“ behauptet Jesus von sich selbst vor Pilatus und gibt damit allem politisierendem Machtwillen eine klare Absage (Joh 18,37f.). Der ans Kreuz Erhöhte richtet eine andere, alternative Herrschaft aus, der kein Machthaber gewachsen ist.
    - Das Ich bin, das die Gottesherrschaft in Jesus ausdrückt, wird in der Apk aufgenommen, wobei dieses Ich bin, diese göttliche Selbstentäußerung, durch weitere Titel und Eigenschaften des Lammes, das den Schächtschnitt trägt und erhöht wurde, unterstrichen wird
    - „Ich bin das A und das O“, der erste und der letzte Buchstabe des Alphabets (Apk 1,8; 21,6; 22,13);
    - „Ich bin der Erste und der Letzte“ (Apk 22,13);
    - „Ich bin es, der die Herzen erforscht...“ (Apk 2,23);
    - „Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt...“ (Apk 22,16).
  6. Gabe und Aufgabe zugleich: Ewiges Leben heute: leben, atmen, lieben, Gemeinschaft haltern!
    - Wenn Joh den Begriff Ewiges Leben gebraucht, meint er damit eine Lebensqualität, die heute beginnt, mit meiner Widergeburt (Joh 3,3).
    - Leben ist keine rein sakramentale Gabe, sondern eben eine lebendige, atmende Lebensaufgabe. Wie es bei Joh keine Abendmahlsfeier gibt, keine Einsetzungsworte gesprochen werden, entwickelt sich Jesu letzte Mahlzeit zu einem Mahl, das inklusive der Fußwaschung , die Jesus an den Jüngern tut, zu einer wegweisenden Vorbildmahlzeit wird. Jesus wäscht der Gemeinde und der Welt die Füße, so sollen wir leben, es auch tun. Alles Kultische wird im Tun der Liebe aufgehoben, unser Leben ist der Gottesdienst, den Gott von uns verlangt.
    - Auferstehung ist u. U. auch ein endzeitlicher Akt Gottes am Einzelnen. diese Zusage ist aber vor allem ein Geschenk hier und heute an uns, um Gottes Herrlichkeit in der Liebe zu vergegenwärtigen. Das Bleiben in der Liebe ist kein süßes, traumhaftes Verharren in diesem oder jenem Liebesrausch. Es meint unser Atmen, Agieren, unsere Hinwendung zum Nächsten. In der Liebe zu ihm vergegenwärtigt sich unsere Gottesliebe. Und unsere Gottesliebe wird von uns ein- und ausgeatmet, indem wir die Nächstenliebe tun. Liebe kann nie zum Dogma erstarren, als Bekenntnis hinausposaunt werden, sie ist der aktive Atem des Geistes, diese neue Trinität, aus der wir und zu der wir hin miteinander leben.
  7. Im Anfang war das Wort – und das Wort wohnte unser uns
    - Im Prolog des Johannesevangeliums wird eine nicht substanzhafte, aber doch immer schon wirkende und bis in alle Ewigkeit aktive Identität Gottes in, mit und unter seinem Wort postuliert. Der gr. Monogenes, der Erstgeborne (nicht unbedingt gr. huios, Sohn (das Wort wird an einigen markanten Stellen in Joh weggelassen, zum Beispiel Joh 1,14; 3,16; anders 3,18) ist bei Gott, repräsentiert ihn, entäußert ihn. Aber das zu glauben ist kein Dogma, kein zu behauptender Glaubenssatz, sondern ein höchst dynamischer Vorgang . Gott nimmt uns Menschen im Erstgeborenen zu seinen Söhnen und Töchtern an (Mt 5,9!), in ihm wird der Kosmos neu gestaltet. Wir werden in eine neue Kosmogenität berufen, insofern wir der Herrlichkeit Gottes in Jesus vertrauen, ihn annehmen. So sehen wir die Herrlichkeit Gottes, ein zentraler ersttestamentlicher Begriff, ja wir selbst strahlen sie aus.
    - Auch bringt sich Joh in die zeitgenössische Diskussion ein, welcher Titel denn nun für den Messias angebracht sei, jetzt um 100 n. Chr.?
    - Er relativiert alle Titel in dem einen Bild, das Wort sei Mensch geworden, genauer: gr. Logos sarx egeneto! (Joh 1,14). Das Wort wurde Fleisch. Fleisch meint hier nicht irgendeine pralle Fleischlichkeit des Fleisches, sondern die Durchdringung dieses Kosmos und des Menschen ganz und gar durch und in diesem gekreuzigten Auferstandenen, in dem ich Toter, Lazarus, auferstehe, jetzt! 
  8. Weder Dogmatik noch Kult, noch noch statutenhaftes Bekenntnis – Leben!
    - Im Johannesevangelium scheinen sich alle Begriffe, wie sie die kirchliche Trinitätslehre ab dem Konzil von Nicäa, 325 n. Chr. entfaltet, vorhanden zu sein. Aber die Worte trügen. Alle Bilder und Begriffe, wie sie Johannes gebraucht, sind keine statutenhafte Sätze, Dogmatik in Reinkultur. Vielmehr sind sie vom hebräischen Denken tief durchzogen. Insofern meinen die Predigten und Bilder des Joh ein atmendes, lebendiges Leben, eine Beziehungserfahrung durch und durch, ewiges Leben jetzt!
Johanneische Literatur | Ein Überblick
Johannes, der Apostel, wird eine Säule der Urgemeinde genannt (Gal 2,9), als einer der ersten Jünger berufen (Mk 1,19f.). Es wird eine Kategorie ntl. Schriften mit seinem Namen verknüpft, die sogenannte Johanneische Literatur, das Johannesevangelium, die Johannesbriefe und die Apokalypse des Johannes. Einige Forscher verbinden das Johannneische Werk mit einem gewissen Presbyter Johannes aus Ephesus. Tatsächlich gibt sich auch ein Ältester als Verfasser einiger Johannesschriften aus (Apk 1,1; 2Joh 1; 3Joh 1). Auch der 2. und 3. Johannesbrief gehören wie die Offenbarung des Johannes, die mit anderer Sprache und anderen Bildern spricht, zur Johanneischen Schriftengruppierung.
Der Gemeindeälteste Johannes
In und um Ephesus wirkt tatsächlich ein gr. presbyteros, Ältester Johannes, der nicht unbedingt der Apostel sein muss. Nach kirchlicher Tradition soll dieser Mensch Johannes bis ins hohe Alter in Ephesus gelebt und die Gemeinde geformt haben, so die Legende. Sein Tod wird ins 1. Viertel des 1. Jhdts. gelegt. Ob Presbyter und Apostel Johannes identisch sind, ob überhaupt auf den legendenhaften Presbyter Johannes von Ephesus Anteile des Johanneischen Schrifttums zurückzuführen sind, bleibt ungewiss.
Theologische Bindungen
Es gibt aber theologische Bindungen der Johanneischen Schriften untereinander, bis in die Apk hinein, auch wenn diese in einem sehr hebräischen Stil abgefasst wurde. Zwar tun sich sprachlich wie inhaltlich Divergenzen auf. Die Sprache des Johannesevangeliums und der Briefe bleibt einfach, ist aber nicht mit unübersehbaren mit Hebraismen gespickt wie die Apk. Auch methodisch-inhaltlich geht die Apk andere Wege als die übrigen Johannesschriften. Doch verbindet das Bild vom geschächteten Passalamm beide Gruppierungen. Auch wird, wie im Anhang zum Johannesevangelium in der Apk das gr. aren, Lämmchen, durchgehend verwendet, das sonst im Zweiten Testament nicht weiter vorkommt, vgl. > Lamm Gottes! Die Abfassung des Johannesschrifttums liegt spät, in den 90er Jahren n. Chr.
Niemals der Name Johannes
Zu erwähnen bleibt, dass im Johannesevangelium niemals der Name Johannes auftaucht. Es wird von einem gewissen Jünger gesprochen, den Jesus lieb hatte (Joh 13,23, u.a.). Auch kommt im Johannesevangelium der Begriff gr. Apostolos nicht vor, außer an einer Stelle innerhalb der Fußwaschungsgeschichte, in der Jesus davor warnt, dass der Apostel nicht größer als der, der ihn gesandt habe, vielleicht ein tadelnder Hinweis auf die Kämpfe die sich die Apostel tatsächlich untereinander lieferten (Joh 13,16). Manche Exegeten verstehen den 1. Johannesbrief als ein Begleitschreiben zum Johannesevangelium, sozusagen als erläuterndes Vorwort.
Erweiterungen, Zusätze
Fest steht, dass in späterer Zeit, vielleicht als es um die Frage ging, ob die johanneischen Schriften in den Schriftenkanon des NT aufgenommen werden sollten oder nicht, Texte dem Korpus, vor allem dem Evangelium, hinzugefügt wurden. Diese Erweiterungen sollten den Autor Johannes kirchenfähig machen. Offensichtlich wird dies in einem sehr späteren Zusatz, dem Komma Johanneum, versucht (1Joh 5,7). Dieser Zusatz taucht erst ab der Mitte des 4. Jhdts., und dann nur in lat. Übersetzungen: „...im Himmel der Vater, das Wort und der Heilige Geist. Und diese drei sind eins...“ So ist ebenso der Text Joh 7,53-8,11 später von fremder Hand eingeschaltet, die Geschichte, wie Jesus einer Ehebrecherin begegnet.
Kirchliche Korrektur
Aber auch andere Textteile im Evangelium, die nicht mit textkritischen Gründen als spätere Zusätze ausgegliedert werden können, scheinen einer nachträglichen Redaktionsschicht anzugehören, da sie sich in theologischem Geist und in der Wortwahl von Johannes unterscheiden. Das 21. Kapitel, ans Ende des Evangeliums angeheftet, ist als eine derartige kirchlicher Korrekturtext anzusehen: Neben den „Jünger, den Jesus lieb hatte“, wird Petrus deutlich ins Blickfeld gerückt (Joh 21,1ff.). Vor allem werden Textstellen, die die Botschaft und das Sakrament in hehre Geistigkeit oder hingebende Aktion aufzulösen scheinen, brutal substantiell ergänzt. Das Brot, das Jesus geben werde, sei sein Fleisch. Wer nicht das Fleisch des Menschensohnes esse und sein Blut nicht trinke, habe kein Leben in sich (Joh 6,51b-56). Dabei verzichtet Johannes bewusst darauf, die Schilderung der letzten Mahlzeit Jesu mit seinen Jüngern als Geschichte der Einsetzung des Abendmahls zu erzählen. Bei Johannes steht die Herausforderung zu einer Ethik des Dienstes im Mittelpunkt der Schilderung der letztem Mahlzeit Jesu mit seinen Jüngern. Garde dieser nicht aufzulösende Unterschied von den Synoptikern zu Johannes in den Abendmahlsberichten macht wahrscheinlich, dass die Brutaltexte nachträglich eingefügt wurden (Joh 6,51-53).
Ø    (L) Johannesevangelium, Johannesbriefe, Vorspann, Im Anfang war das Wort
Ø    Aus dem Johannesevangelium, Joh 1,1-21,22, 14.05. Er kam in sein Eigentum, bis 26.05. Das einundzwanzigste Kapitel
Ø    Aus den Johannesbriefen, 1Joh1,1-5,21, 27.05. Gott ist größer als unser Herz, bis 29.05. Der Sieg, der die Welt überwunden hat
Ø    Die Offenbarung des Johannes, Apk 1,1-22,21; 13.12. Sieben Sendschreiben, bis 20.12. Ja, Herr Jesu, komm!
Ø    Vgl. Staat...!
    
Johannes der Täufer
Sogenannter Vorläufer Jesu, von Herodes Antipas hingerichtet (vgl. Mk 6,17-29), bildete selbstständig eine messianische Bewegung aus, die freilich auf den kommenden Messias hinwies (vgl. Apg 18,25; 19,1-7). Nach dem plötzlichen Tode des Täufers konnte Jesus einen Teil der TäuferjüngerInnen in seine Bewegung integrieren.
Ø    03.03. Der Himmel tut sich auf
Ø    13.09. Johannes der Täufer
Ø    Vgl. Armut
Ø    Vgl. Nasiräer, Nasiräerevangelium
    
Johannistag
Der 21. Juni, der längste Tag im Jahr, wird lange vor dem Aufbruch des Christentums von allen indoeuropäischen Völkern als Tag der Sonnwende gefeiert. Dieser Tag wird zum Gedenktag für Johannes den Täufer. Er müsse abnehmen, Jesus werde zunehmen, so lässt der Evangelist Johannes seinen Täufer reden (Joh 3,30). Dieses Bild vom Wachsen und Abnehmen inspirierte die Kirchenväter, Sonnenwendbräuche und -feier mit der Symbolfigur Johannes des Täufers zu verbinden.
Ø    05.03. Der Himmel tut sich auf
Ø    13.05. Johannes der Täufer
    
Jona
Ø    Das Buch Jona, Jon 1,1-4,11; 26.02. Jona, mein Täubchen, oder?, bis 03.03. Widerspruch von oben
Ø    Vgl. Propheten

Joseph
Jahwe möge noch weitere Kinder zu den bereits geborenen hinzufügen, der Name Joseph hat in der Bibel eine gewisse Tradition, die aus dem Ersten ins Zweite Testament übernommen wird.
1.    Joseph, der Sohn Jakobs
In der Josephsnovelle wird die Tradition des tüchtigen Hebräers aufgebaut, des Menschen, der als Sklave nach Ägypten verkauft wird und dort zum Stellvertreter des Pharaos aufsteigt, sich seiner hebräischen Brüder und Volksgenossen erinnert und ihnen eine gute Zukunft in Ägypten verschafft (Gen 37; 39-47; 50).
Ø    Joseph und seine Brüder, Erzvätergeschichten 3, Gen 37,1-50,26, 22.01. Neid, bis 28.01. Gott gedachte, es gut zu machen
2.    Joseph, der Vater Jesu
Joseph ist mit Maria verheiratet, Zimmermann, der vor allem in den Kindheitsevangelien und in den Stammbäumen Jesu erwähnt wird. Joseph wird außerhalb der Kindheitsevangelien wie auch in den zwei Stammbäumen Jesu bei Lk und Mt unbefangen als der Vater Jesu benannt. Von Jesus wird ohne Skrupel gefragt: „Ist das nicht des Zimmermanns Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria und seine Brüder Jakobus und Joseph und Simon und Judas und sind nicht seine Schwestern alle bei uns?“ (Mt 13,55f.; Mt 1-2; Lk 1-2; Mt 1,16; Lk 3,23; ).
Ø    23.12. > 25.12.: Aus dem Lukasevangelium, Lk 1,1-2,40
Ø    26.12. bis 28.12.: Aus dem Matthäusevangelium, Mt 1,1-2,23
3.    Joseph von Arimatia
Dieser Joseph ist ein Ratherr, Mitglied im > Synhendrion, der wie Nikodemus auf der Seite Jesu steht. Er stellt sein Felsengrab, das mit einem Rollstein verschlossen wird, für den Leichnam Jesu zur Verfügung. Offensichtlich hatte er bereits zu Lebzeiten sich ein Felsengrab aushauen lassen. Der Name deutet lt. ISBE, Bd. I, S. 290, Artikel Arimtia, auf den Zusammenhang von 1Sam 19,18-24 hin. Das ist eine beziehungsreiche Story. Saul verfolgt David, der flieht zu Samuel in Rama, das mit Artikel benannt wird, hebr. harama, in der LXX Armathaim, aus dem sich Aritmatia entwickelt. Sauls Boten kommen in Rama an, geraten aber mit dem anwesenden Samuel in Verzückung, mehreren Gruppen von Verfolgern geht es so, schließlich auch Saul. Unter dem Einfluss heiligen Geistes werden die Verfolger Davids verzückt, heiliger Geist vereint Freund und Feind zur Gemeinde Gottes. Die Gotteskraft nimmt alle gefangen, eint die zerrissene Gemeinde. So verbirgt sich u. U. im Namen Joseph von Arimatia symbolhaft das messianische Osterwunder: Die Verfolger und Verurteiler werden zu zunächst stillen, dann aktiven Anhängern Jesu.
Ø    30.03. Grablegung
    
Josephus, Geschichte des Judäischen Krieges
Der gebildete Jude Flavius Josephus, ein Historiker, geb 37 n. Chr., kä#mpfte im Judäischen 66 bis 70 n. Chr. zunächst auf der Seite der Aufständischen, geht dann aber zu den Römern über und berichtet von den Kriegsentwicklungen sehr genau, vom Gesamtgeschehen und einzelnen Ereignissen. In weiteren Werken erzählt er aus der jüdischen Geschichte, von jüdischen Gebräuchen, Einrichtungen usw., insgesamt eine wertvolle Berichterstattung, trotz mancher tendenziellen Schilderungen. Falls es sich bei seiner Notiz über Jesus nicht um einen späteren Einschub handelt, wurde diese Textstelle zumindest christliche überarbeitet.
Ø    Staat Gehorsam und Widerstand, jüdische und christliche Auffassungen
    
Josia
Bedeutender König im Südreich (638-608 v. Chr.), Zeitgenosse > Jeremias, der die religiösen und sozialen Reformen Josias unterstützt. Josias plötzlicher Tod im Jahre 608 v. Chr. bedeutet für die Weiterentwicklung der Zukunft Judas eine Katastrophe.
Ø    Vgl. Jeremia
    
Josua
Ø    Das Buch Josua, Jos 1,1-24,33, 28.06. Das Versprechen, bis 04.07. Der Landtag zu Sichem
    
Jubeljahr
Von hebr. jobel, Lärm. Nach Lev 25,8 soll die Zeiteinheit der sieben mal sieben vollendeten Jahre vom Jobeljahr, dem 50. Jahr gefolgt sein. Nach sieben Sabbatjahren muss Bodenbesitz an die Allgemeinheit bzw. den ursprünglichen Besitzer zurückgegeben werden, Sklaven werden freigelassen, Verschuldung wird aufgehoben, die Chance zum Neuanfang geboten. Dabei wird nicht unrealistisch geträumt. Es wird festgelegt, dass ein Rückkauf der verlorenen Ländereien zu ermöglichen ist, und zwar zu erleichterten Finanzbedingungen usw. (Lev 25,1ff.);
Ø    Aus der Thoraüberlieferung, Ex 1,1-Dtn 34,12, 07.06., Andere Zeiten, ff.
Ø    22.06. Erster Lebenskreis: Intimitäten, bis 27.06. Wehrt den Anfängen
    
Judäischer Krieg
Ø    Vgl. Staat Gehorsam und Widerstand, jüdische und christliche Auffassungen
Ø    Vgl. Josephus

Judas Makkabäus
Ø    Vgl. Staaten usw.

Jungfrau
Hier eine kurze Phänologie des Begriffes Jungfrau, wie er in er Bibel vorkommt, hilfreich bei persönlichen Entscheidungen, z. B. bei dem Satz aus dem Apostolischen Glaubensbekenntnis „..geboren von der Jungfrau Maria“
  1. Im allgemeinen Sinn von einer unberührten Frau (Ri 19,24; Hi 31,13) gesagt, die sich für die Ehe aufbewahrt (Lev 21,13-15; Dtn 22,13-29).
  2. Sinnbild einer unbezwungenen Stadt, eines unbezwungenen Landes (1Kön 19,21; Jes 47,1). Als Gefallene Jungfrau wird bei den Propheten die gefallene Stadt Jerusalem bezeichnet, die vom Gegner eingenommen wurde (Jes 23,12).
  3. Sinnbild für das Volk Gottes, das nicht mit fremden Götzen huren soll (Jer 18,13-15; Am 5,2).
  4. In Jes 7,14 taucht das Bild einer hebr. alma, einer jungen gebärfreudigen Frau auf, die den Immanuel, was Gottes ist mit uns heißt, zur Welt bringen wird. Das Bild will besagen, Jerusalem werde vor der Belagerung durch > Assur errettet, ehe das besagte Königskind zur Welt komme. In der LXX wird der hier vorkommende Begriff hebr. alma mit gr. parthenos. unberührte Jungfrau übersetzt, ein Übersetzungsfehler, der sich in die Weihnachtsgeschichte des Mt schlich und von dort aus zum Dogma von der immerwährenden Jungfrauenschaft der Maria erhoben wurde (Mt 1,23).
  5. Allgemeiner messianischer Begriff: Die 10 Jungfrauen, die auf die Ankunft des Bräutigams warten, sind ein Bild der messianischen Menschheit im Allgemeinen (Mt 25,1ff.).
  6. Jungfrauenschaft um des Himmelreiches willen meint den in die Endzeiterwartung hingespannten Christen und die Christin, die im Eheverzicht leben (1 Kor 7,25).
  7. In der frühen Christenheit war Jungfrau ein Ehrentitel, der sowohl Frauen wie Männern verliehen wurde, auch älteren, auch verheirateten Personen, ein messianischer Ehrentitel, der häufig auf römischen Grabsteinen zu finden ist (Konstanzer Kleines Bibellexikon, Art. Jungfrau, S. 174f., Ausgabe 1991).