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Dekalog
Ø    Vgl. Apodiktisches Recht in den Dekalogen
   
Deportation
597 v. Chr. wird Jerusalem zum ersten Mal von Nebukadnezar, dem König von Babel, erobert, in einer ersten Welle werden Menschen aus Jerusalem und dem Staate Juda nach Babylon weggeführt, deportiert. Nach weiteren Wirren und Aufständen kommt Nebuknezar mit seinem Heer ein zweites Mal nach Jerusalem, belagert die Stadt, nimmt sie ein, äschert den Tempel ein, reißt die Stadtmauern nieder und macht Jerusalem zu einem Trümmerhaufen. 586 v. Chr. findet die zweite Wegführung statt. Die Babylonische Gefangenschaft der Bevölkerung Judas dauert bis 536 v. Chr. In diesem Jahr kommt es zum berühmten Cyroserlass, der die Rückführung der verschleppten Völker anordnet.
Ø    Vgl. Jeremia
Ø    Vgl. Deuterojesaia
Ø    Vgl. Exil
   
Deuterojesaia
Größte Sammlung prophetischer Texte im Jesaiabuch
Die umfangreichste Sammlung prophetischer Texte findet sich unter dem Namen Jesaia im Ersten Testament vor. Das Jesaiabuch eröffnet die Reihe der Prophetischen Bücher. Wir unterscheiden im Ersten Testament 4 große und 12 kleine Propheten. Groß kann die Sammlung der ersten vier Prophetentexte nicht nur deshalb genannt werden, weil sie an Umfang die größte ist, sondern auch, weil in den Prophetenbüchern Jesaia, Jeremia, Hesekiel, Daniel bedeutsame theologische Inhalte zusammengefasst werden.
Jesaia
Der Prophet Jesaia, ungefähr 770 v. Chr. geboren, wird im Todesjahr des Königs Usia 739 v. Chr. im Jerusalemer Tempel in einer Vision und Audition zum Propheten berufen (Jes 7,3). Er prangerte wie > Amos vor ihm in Israel und nach ihm > Jeremia in Juda soziale Missstände an (Jes 1,21ff.). Unter dem judäischen König Manasse (693 bis 639 v. Chr.) soll Jesaia den Märtyrertod erlitten haben (vgl. Hebr 11,37).
In der Babylonischen Gefangenschaft
Das Jesaiabuch gliedert sich in drei große Teile, Kap 1-39, 40-55, 56-66. Ab Kapitel 40 redet ein Prophet, der 100 Jahre nach dem Tode Jesaias agiert, während der Babylonischen Gefangenschaft. Dieser Prophet tritt in Babylon auf. Es handelt sich um jemanden, der aus den Traditionen des ersten Jesaia kommt, aber nun, im Exil, eine Botschaft der Freude und Hoffnung verkündet. Gott wird mit dem bedrängten und zertrümmerten Volk Israel einen neuen Anfang wagen. Die Babylonische Gefangenschaft beginnt 586 v. Chr., dauert ungefähr 70 Jahre, eine Symbolzahl. Einige Jahre vor der kommenden Umwälzung in Babylonien tritt Deuterojesaia unter den Deportierten auf, um 540 v. Chr. Gleichzeitig müht sich der Perserkönig Cyros, die Babylonischen Könige vom Thron zu stoßen, was 539 n. Chr. Realität wird. Cyros war 558 v. Chr. persischer König geworden. Er hatte 553 v. Chr. auch die Macht im Reich der Meder übernommen. Das Edikt des Cyros, das erlaubt, dass die Juden zurückwandern durften, stammt aus dem Jahre 538 v. Chr. Die Rückwanderung scheint nur zögernd voran gekommen zu sein.
Deuterojesaia
Wir nennen diesen unbekannten Propheten den Zweiten Jesaia oder Deuterojesaia. In die Texte Deuterojesaias sind die Gottesknechtslieder integriert, die die Aufgabe des kommenden (oder bereits im Propheten angekommenen) Gottesknechtes beschreiben. Deuterojesaia misst Cyros eine bedeutende Rolle zu, nennt ihn Hirten (Jes 44,28) und Gottes Gesalbten (Jes 45, 1). Die Gottesknechtslieder wie die Botschaft des Deuterojesaia insgesamt prägen die messianische Jesusgemeinde in ihrem Glauben maßgeblich.
Ø    Ein Knecht Gottes im Exil, Jes 40,1ff.; 19.02. Ein Erstes Lied des Knechts, bis 25.2. Fürwahr
Ø    Vgl. Propheten
   
Deuteronomist, Deuteronomium
Ø    21.06. Höre, Israel
Ø    Vgl. Rechabiter
Ø    Vgl. Geschichtsschreibung
Ø    Vgl. Geschichtswerk
   
Diadochenreiche
Alexander der Große (336 bis 323)
Durch den Feldzug Alexanders des Großen, der in den Jahren 336 bis 323 v. Chr. die Macht im Vorderen Orient ergriff, wurde die Welt verändert, nicht nur in Hinblick auf die politische Landkarte, sondern auch in Hinblick auf den Einfluss des Griechentums in den östlichen Regionen. Es entstand eine neue vorderasiatische Kultur, der > Hellenismus. In der Schlacht bei Issus, 333 v. Chr. besiegte er mit seine makedonischen Truppen den Perserkönig Darius III., Kodomannus. Palästina, Syrien, Phönizien, Ägypten werden durchzogen und eingenommen. Alexandria wird gegründet. Im Jahr 331 v. Chr. besiegt Alexander Darius III. ein zweites Mal in der Schlacht bei Gaugamela. Alexander nimmt Susa und Persepolis und ganz Babylonien ein. Das > Perserreich bricht zusammen. 327 v. Chr. zieht Alexander nach Indien, 323 stirbt er unter ungeklärten Verhältnissen. Das von ihm gegründete Weltreich bricht auseinander.
Diadochenreiche
Die Nachfolger in den vier verschiedenen Herrschaftsbereichen des Alexandrinischen Großreiches nennt man gr. diadochoi, Stellvertreter, Nachfolger. Es entstanden zunächst fünf Teilreiche. Antipater und nach ihm Kassander regierte in Makedonien. Lysimachos übernahm Thrakien, Antigonos I. Monophtalmos Lykien, Pamphylien und Phrygien. Ptolomäos I. Soter kam in Ägypten zur Macht, Seleukos I. Nikanor in Babylonien. Nach langen Diadochenkämpfen bildeten sich um 280 v. Chr. drei große hellenistische Reiche heraus, die eine gewisse Beständigkeit bewiesen: Syrien, Mesepotamien und das Perserreich festigten sich zu einer Einheit unter der Herrschaft der Seleukiden. Das Ägypterreich kam unter die Herrschaft der Ptolomäer, Makedonien unter die der Antigoniden. Später entwickelte sich das Reich von Pergamon unter den Attaliden.
Palästina in der Diadochenherrschaft
Der kulturelle Einfluss des Hellenismus auf das Judentum war enorm, was zu  gegensätzlichen und wiederum sich beeinflussenden Strömungen im Judentum führte. In Sap 2,1ff. werden diese Gegensätze an einem politischen Konfliktfall verdeutlicht: In den > Makkabäerkriegen erheben sich zunächst alle nationalen Kräfte unter der Leitung von Judas Makkabäus zum Aufstand gegen die Seleukidenherrschaft. In den 30 Jahre dauernden Wirren trennen sich die sogenannten Gerechten aus dem Aufstand aus religiösen Gründen heraus. Nun werden sie innerjüdisch hart bekämpft, bis hin zu umfassenden Kreuzigungsszenarien. Das führte zur Entwicklung neuer Theologien (> Pharisäer..): Gott werde seine himmlische Gerechtigkeit an diesen schuldigen Gewalttätern, an jüdischen Volksangehörigen also, strafen. Hellenistische Einflüsse werden von beiden Gruppen aufgenommen. Die Sadduzäer, die streng an der hergebrachten Religion festhalten, öffnen sich politisch, sozial und wirtschaftlich hellenistischem Denken. Die Pharisäer, die jedweden Außeneinfluss ablehnen, übernehmen nun aber doch aus der hellenistischen Philosophie den Gedanken einer göttlichen Gerechtigkeit, die der Mensch in einem Leben nach dem Tode erfährt, ein Gedanke, den die Sadduzäer strikt ablehnen, die sich auch stark gegen die sich entwickelnde > Apokalyptik abgrenzen. Politisch gesehen, bleibt die Region Palästina ein Zankapfel zwischen Ägypten und Syrien, wobei der größere Einfluss doch von Syrien her ausgeübt wird.
Ø    Vgl. Makkabäerkriege
Ø    Vgl. Hellenismus
Ø    Vgl. Pharisäer
Ø    Vgl. Staat
Ø    Vgl. Apokalyptik
   
Didache
Lehre des Herrn, auch Zwölfapostellehre, nachbiblische Schrift, in der 1. Hälfte des ersten nachchristlichen Jhdts. entstanden. Ethik der Lehre von den zwei Wegen, Leben oder Tod (Kap. 1-6). Ältestes Liturgiegut zu den Stichworten Buße, Taufe und Eucharistie (Kap. 7-10), kirchenrechtliche Bestimmungen (Kap 11-16).
   
Durchzug durchs Schilfmeer, durchs Rote Meer
Symbolisch gefärbt
Alle Versuche, dem Ausbruch der Moseschar aus dem Unterdrückerland Ägypten historisch zu beschreiben, scheitern nicht nur daran, dass es verschiedene Fluchtberichte gibt. Es könnte ja verschiedene Ausbrüche aus Ägypten gegeben haben, die in der Erinnerung zu einem großen Aufbruch zusammenflossen. Aber diese Fluchtberichte sind darüber hinaus symbolisch gefärbt. Sie spielen auf zeitgenössische und theologische Dimensionen an. Je nach dem, wie der Erzähler sich selbst in der Tradition verankert sieht, führt der Weg einmal von Pithom, dem historischen Ausgangsort, geradewegs durch die Sinaiwüste zum Golf von Akaba, am großen Bittersee entlang und später zum Ufer des Roten Meeres, wo dann das Wunder der Rettung geschieht. Oder aber es werden Nehrungsgegenden im Nildelta, auch in ungefährer Nähe von Pithom gelegen, als Durchzugsgegend registriert. So die > Priesterschrift, die die Israeliten zunächst am Mittelmeer entlang ziehen lässt.
Gottesberg
In allen bisher erwogenen Routen ist der Dschebel el Musa, der Berg des Mose, also der Sinaiort, nicht berührt. U. U. ist der Berg der Offenbarung gar nicht auf der Sinaihalbinsel zu suchen. Auch in der Gegend von Kadesch sollte man ihn nicht suchen. Eher kommt ein Gottesberg in Midian in Frage, also in dem Land, in das Mose floh und in dem er selbst die Gottesoffenbarung empfing. Wie ja überhaupt Sinai, Horeb oder einfach Berg oder Gottesberg miteinander in den Texten wechseln. Wie Midian sich östlich vom Golf von Akaba ausbreitet, so erhebt sich Gott aus dem dortigen Gebirge Seir, wie es uralte Texte bezeugen: „Der Herr ist ihnen aufgegangen vom Seir“ (Dtn 33,2), und Debora, die Richterin, betet in ihrem Lied: „...Als du auszogst vom Seir...“ (Ri 5,4). Hält man sich an die Notiz des Amenophis II., die Ramses II. etwas verändert aufnimmt, dass beide Könige die Schasu-Stämme, darunter auch den Stamm Jahwe, unterworfen hätten, so wird die gebirgige Gegend südöstlich vom Toten Meer als Heimat Jahwes immer wahrscheinlicher. Denn diese auf zwei ägyptischen Tempelstelen genannten Stämme werden in Midian lokalisiert (Vgl. G. Fohrer, Geschichte Israels, Heidelberg und Wiesbaden 1990, S. 56-64; E. Zenger, Der Gott der Bibel, a. a. O., S. 97ff.).
Ø    Vgl. Berg
Historisch plausibel?
Zurück zum Wanderungsroute der Moseschar! Historisch plausibel wäre es, wenn sich die Moseschar auf einem Schleichpfad zwischen den Ballah-Seen, die ja neben dem Großen Bittersee, südlicher gelegen, auch Salzseen sind, hindurchgeschlängelt hätte und so bis Kadesch Barnea gekommen wäre, einem ersten Ruhe- und Fluchtpunkt. Kadesch Barnea bedeutet Heiligtum am Platz des Streites, von wo aus zu einem sehr viel späteren Zeitpunkt Kundschafter nach Kanaan, ins verheißene Land, geschickt wurden (Num 13,26). Diese Theorie befriedigt nicht, da sie das Wunder der Rettung und den Untergang der Ägypter in Wasser und Sumpf kaum berücksichtigt.
Moseschar
Wir können davon ausgehen, dass keine riesigen Volksmassen unterwegs waren, sondern eher eine kleine Schar, die wir die Moseschar nennen können. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer überschaubaren Gruppe der Ausbruch aus der Festung Ägypten eher gelingt als einen riesigen Volkshaufen, ist größer, nicht zu vergessen die Versorgungsprobleme, die eine umfassende Wanderungsbewegung gehabt hätte.
Das eigentliche Wunder
Wichtig bleibt, dass wir das eigentliche Wunder im Auge behalten: Die Militärmacht Ägypten geht in Wasser, Sand und Morast unter, während den Israeliten die Flucht gelingt! Diese Notiz zählt zum historischen Kern. Wenn die Tradition Sieg und Flucht hätte beschreiben wollen, hätte sie einfachere Umstände für das Credo Israels ausgebildet. Aber das Siegenslied der Mirjam (Ex 15,21), von allen Forschern einmütig als echt angesehen, bezeugt eben einen solchen Sieg, der sich durch den eklatanten Untergang der Militärmacht Ägypten und die gelungener Flucht der aufständischen Sklaven aus Wasser, Meer und Sumpf auszeichnet.
Der Sirbonische See
G. Fohrer macht auf einige Berichte der Antike aufmerksam, nach denen der in der Antike bestehende Sirbonische See, der sich zwischen einer schmalen Nehrung und dem Festland im Nildelta auftat, in seinen Rändern äußerst tückischen Malsände aufwies, Fließsand, der Leute, die sich nicht mit den Pfaden, die noch festen Grund besaßen auskannten, unweigerlich in die Tiefe zog, geschweige denn, wenn Streitwagen und schweres Gepäck unterwegs waren. Fohrer zitiert gleich zwei Zeugen, die diese Heimtücke der mittelmeerischen Nehrung beschreiben, Diodor und Strabo, die beide die Tücken dieser Gegend lebhaft darstellen. Hinzu kommt, dass mit Hilfe der Funde von Ugarith das in der Auszugsliteratur mehrfach erwähnte Heiligtum des Baal Zaphon, Berg des Nordens (Ex 14,2) lokalisiert werden kann. Dieses Heiligtum liegt am Meer, auf der schmalen Nehrung des Sirbonischen Sees. Ebenso ist das leicht zu lokalisierende Migdol nahe bei (auch Ex 14,2; Num 33,7). Israel solle sich nach riskanten Wandermanövern am Meer entlang gegenüber dem Baal Zaphon lagern (Ex 14,2.9; Num 33,9), so lautet die Weisung. So wird diese auch für die Moseschar hochriskante Route doch historisch wahrscheinlich. Trotzdem bleiben ungeklärte Fragen. Es wird im Bibelbericht ein Wunder beschrieben, mit dem Jahwe Israel rettet. Es wird kein Polizeibericht dieser Ereignisse abgeliefert (Vgl. G. Fohrer, Geschichte Israels, Heidelberg und Wiesbaden 1990, S. 56-64; E. Zenger, Der Gott der Bibel, a. a. O., S. 97ff.).
Heilige Zahlen, miteinander vermählt
Ebenso, wie die Stationen des Wanderungswegs theologische Orte sind, ist auch die biblische Angabe, der Tempelbau sei 480 Jahre nach dem Auszug aus Ägypten erfolgt, ein theologisches Datum (1Kön 6,1). Historie und Zahlensymbolik werden miteinander vermählt: In der 480 stecken 12 X 40! Die Zwölf bezieht sich auf die 12 Stämme Israels, die 40 auf die 40 Wüstenjahre des Volkes. Über diese Datenangabe könnte, so vermuten wir schnell, das Auszugsjahr ziemlich genau genannt werden. Aber die Zahl 480 ist eben eine Symbolzahl: Nach dem entscheidenden Datum des Aufbruchs aus Ägypten und der Errichtung des > Heiligen Bundeszeltes in der Wüste findet Israel im Tempelbau eindeutig eine neue Identität, von Gott geschenkt und durch ein heiliges Zahlenspiel legitimiert. Hinzuweisen ist auch darauf, dass es nach dieser heiligen Rechnung vom Tempelbau bis zum Wiederaufbau des Tempels nach dem Exil wieder 480 Jahre gewesen sein sollen, ebenfalls eine hochsymbolische Zahl. Vom Aufbruch aus Ägypten bis zum Tempelbau, vom Tempelbau bis zum Wiederaufbau des Tempels waren es jeweils 480, also 12 X 40 Jahre, so die heilige Rechnung (E. Zenger, Der Gott der Bibel, a. a. O., S. 83; Jerusalemer Bibel, Freiburg 1968, Anm. zu 1 Kön 6,1, S. 425f.).