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365 mal Gott-Lexikon
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B (365 mal Gott-Lexikon) Drucken
Baal
Ø    Vgl. Kanaanäische Religion und Israel
   
Babylonien, Babylon, Babel
Staat und Stadt
Hebr. Babel, im Akkadischen Tor Gottes, in der Bibel aus dem hebr. balal, verwirren gedeutet (Ex 11,9); verschiedentlich Hauptstadt der babylonishen Reiche, von großer Bedeutung bis zu Alexander dem Großen hin. Der bedeutende Herrscher Hammurapi, der 1688 v. Chr. dem Staat Babylon eine zeitgenössisch vorbildliche Gesetzgebung schuf, machte Babel zum geistigen Zentrum des Staates, im südlichen Teil des Zweistromlandes gelegen.
Turmbau zu Babel
Hamurapi erhob den Stadtgott Marduk zum Zentralgott und erbaute diesem ein zentrales Heiligtum, den Tempelturm, akk. Etemenanki, ein Haus, das symbolisch das Fundament von Himmel und Erde abgibt, eine stufenförmige, begehbare Pyramide, die 91 m hoch ragte und auf einer Grundfläche von 8281 qm erbaut wurde. In der Bibel wird der Turmbau zu Babel zum Symbol der Überheblichkeit des Menschen und des eingreifenden Tuns Gottes, der den Turmbau an der Verwirrung der Sprachen scheitern lässt, eine Sage, die den nach Babylon verschleppten Juden (> Deporation) die Symbolik der inzwischen längst zerstörten Stufenpyramiede erklärt: „Je höher der Mensch greift, desto tiefer fällt er“ (Ex 11,1ff.).
Babel und Bibel
Babel wurde auch nach Auffassung einiger biblischer Autoren dadurch zur widergöttlichen Macht, dass Nebukadnezar (604-562 v. Chr.) Jerusalem eroberte, den Tempel zerstörte und große Bevölkerungsteile Judas nach Babel in die Verbannung brachte. In noch schlimmeren Licht erscheint Belsazzar, historisch ein Sohn Nabonids, des letzten babylonischen Königs (556-539 v. Chr.), der von Nabonid zum Mitregenten eingesetzt wurde. Belsazzar wird im Danielbuch zum Sohn Nebukadnezars, der sich bei einer nächtlichen Orgie die Heiligen Geräte des Tempels von Jerusalem bringen lässt und aus ihnen säuft. Ihm erscheint das Menetekel an der Wand, eine Schrift, die ihm mit den Worten Mene tekel upharsin, Gewogen und zu leicht befunden, den Untergang ansagt, der sich der Legende nach noch in gleicher Nacht vollendet (Dan 5).
Babylon und Gottesgericht
Im Jeremiabuch wird Babel die Rolle der Fremdherrschaft zugeschrieben, der sich Juda als einem Gottesgericht zu fügen habe (z. B. Jer 19,1ff.;21,1ff.). Die Entscheidungen, die Babylon gegen Juda fällt, mündet schließlich in die Vernichtung der Stadt und des Tempels und in die erste und zweite Wegführung der Bevölkerung nach Babylon einmündet ein (598, 586 v. Chr.). Diese Entwicklungen, so Jeremia, beinhalten Gottes Gericht an Juda. Babylon, obwohl Judas Feind, vollstreckt nur das Gottesgericht, das zu Recht über Stadt und Staat hereinbricht.
Ø    6.1. Verwirrung
Ø    (R) aus dem Propheten Jeremia, Vorspann, Jer 1,1-52,34; Kl Jer 1,1-5,22; 2 Kön 22,1-25,26; Einsamer Rufer Jeremia, Jes 10,1-4;
Ø    30.08. Ein Prophet in Zeitumbrüchen, bis 12.09. Frühe und späte Freunde.
Ø    Vgl. Propheten
Ø    Vgl. Chaldäa, Chaldäer

Bann
Ø    Vgl. Krieg

Bund zur Befreiung
Thesen zum Begriff der Befreiung im Ersten Testament
  1. Die Bibel, die wir ins Alte und Neue Testament einteilen, in den Alten und Neuen Bund, hat ihren absoluten Ursprung in dem Bund, den Gott mit den Hebräern, also mit Landlosen, Rechtlosen, Sklaven, Ausländern, schloss, die er zu seinem Volk Israel, Gottesstreiter, machte. Das Neue Testament ist eher als ein messianischer Kommentar zum Alten anzusehen. Insofern sprechen wir besser vom Ersten und vom Zweiten Testament., oder: vom Bund Gottes in seinen ersten und zweiten Ausprägung, für und mit Israel der Erste Bund, für und mit der ganzen Menschheit, im Messias Jesus der Zweite. Auch diese Benennung ist unvollkommen. Immerhin ist das Erste Testament ein Buch von Bundesschlüssen, die auf die gesamte Menschheit zielen. Schon Enosch, was Mensch heißt, der Sohn Seths, der auf dem Hintern sitzt, ruft den Namen Jahwes auf Erden aus (Gen 4,26). Ihm folgen weitere Bundesschlüsse, z. B. mit Noah und Abraham (Gen 6-8; Gen 12,1ff.).
  2. Die Mitte des Ersten Testaments ist die Befreiung der Hebräer aus dem Unterdrückerstaat, was Luther poetisierend mit „Knechtshaus“ übersetzt. Ägypten, wie es das 1. Gebot in einem Nebensatz bezeugt: „...der dich aus Ägyptenland, dem Unterdrückerstaat befreite...“. Insofern ist aller ersttestamentlicher Glaube Befreiungsglaube. Gott schließet mit Mose und seinem Volk einen Bund, der die Befreiung zu Menschenwürde und Menschenrecht verspricht.
  3. Mose, dem Gott sich in der Wüste offenbart und der von Gott zum Befreier in Jahwes Namen berufen wird, bleibt als Person ziemlich im Dunkeln. Legenden werden von ihm überliefert, die nicht gerade historisch wirken, die aber auf geniale Weise Mose als Zentralfigur des Ersten Bundes vorstellen. In Mose wird die Religion der Väter zum Bund Gottes und seiner Gebote, der „zehn großen Freiheiten“, wie es Jörg Zink ausdrückte. Die schenkt Gott seinem Volk Israel. Die gehen im Messias Jesus auf die Menschheit über. Sie galten damals und gelten heute, in ankommender Geschichte, eine Befreiungsnorm.
  4. Die Befreiung aus Ägypten geschieht nicht als blindwütige Revolution durch Menschenhand. Sie ist Gottes Tat und Handeln an den Hebräern. Gott erbarmt sich seiner Menschen. Er ist, wie er sagt, „ein Gott für euch“, „Jahwe, der ist, der er ist, der sein wird, der er sein wird“, wie er sich schon dem unbehausten Abraham, dem vor seinem Bruder flüchtenden Isaak und dem in Leid und Gram erstarrenden Jakob zeigte (Ex 3,1-14; 6,1ff.). So ist Gott immer ein Gott der ankommenden Zukunft, der Glaube an ihn eine Wahrnehmung der Zukunft für den Menschen.
  5. Befreiung meint den Weg aus dem Kulturland Ägypten, das seine Kultur aus Hierarchie und Sklavenhalterei aufbaut, in die Freiheit der Wüste. Dabei taumelt Ägypten, ein unbeweglicher Koloss, von einer selbstgemachten Niederlage zur nächsten, was in der Erzählung von den zehn Plagen symbolisiert wird. Das Kulturland Ägypten verändert seine Substanz in Unkultur, indem es z. B. Neugeborene umbringen lässt (Ex 1,1ff.), während die Wüste, nicht ohne Mühen und Rückschläge, den Hebräern den aufrechten Gang beschert.
  6. Der Durchzug durchs Rote Meer / durchs Schilfmeer symbolisiert dieses Gotteshandeln. Israel, die kleine Moseschar, vor sich den Sumpf, hinter sich die Streitwagen der Ägypter, gerät in Panik: „Alles ist verloren!“ Aber, so die Zusage Gottes durch Mose, den Propheten, ans Volk: „Der Herr wird für euch streiten und ihr werdet stille sein“ (Ex 14,14). Das schwer bewaffnete Ägypten geht unter, die kleine Schar der Hebräer gelangen durchs Sumpfgebiet der Sirbionischen Seen am Nordrand des Mittelmeers in einer Art Nehrungsgegend in die Freiheit (so die historisch am wahrscheinlichsten Variante der drei symbol-theologisch zu deutenden Durchzugsberichte.). Das älteste Loblied für Jahwe, das Mirjam singt, eine Schwester des Moses, unterstreicht diesen Befreiungsakt, in dem Gott handelt: „Gelobt sei Gott! Rosse und Reiter warf er ins Meer“ (Ex 15,21).
  7. Alle Befreiung zur Freiheit benötigt eine Ordnung der neu geschenkten Freiheit. Diese Ordnung der Freiheit wird in der Wüste geboren und an den Ort und Berg der Gotteserscheinung gebunden, so die Berichte (Ex 19,1ff.). Freilich muss der Mensch immer aufs Neue um die Normen dieser Befreiung ringen. Nichts ist perfekt, weder Menschen noch Zustände noch Gesetzesvorlagen noch Gesellschaftsordnungen. Der Glaube ist ein Weg, von einer Entscheidung zur anderen. Ob es denn keine Sicherheiten gebe auf dieser Wanderung durch die Wüste? Ob denn Mose nicht, so die Bitte des Mose an Gott, dessen Angesicht sehen dürfe? Nein, dieser Wunsch wird verweigert. Aber Mose soll sich in eine Felsspalte stellen und darf nun den Rücken des vorbeiziehenden Gottes schauen, nicht sein Angesicht: Niemand hat das Recht und auch nicht die Möglichkeit, Geschichte und Leben vorausschauend zu entdecken. Erst im Nachhinein sind Geschichte und Leben aus Gott deutbar (Ex 33,18-23).
  8. Die zehn Gebote, die Mose auf dem Berge Sinai erhält, definieren sich vielleicht aus der Zehnzahl, wie der Mensch zehn Finger hat. Die Gebote umgeben, umhüllen den Menschen. Sie bilden einen schützender Raum, in dem der Mensch sich bergen und Vertrauen zum Leben gewinnen kann. Alle folgenden Gebote gründen im 1. Gebot, der Überschrift zu den übrigen Geboten. Aus dem ersten Gebot lassen sich alle Lebenszusammenhänge ableiten. Es definiert die Zukunft der Hebräer als Freiheitsraum, in dem sich die Gebote in die einzelnen Lebenszusammenhänge hinein verästeln werden. Die Befreiung zur Zukunft ist permanent, sie muss täglich geschehen. „Jeden Tag muss der Mensch aus Ägypten gehen!“ beschreibt ein chassidisches Sprichwort aus dem 18. Jahrhundert n. Chr. diesen notwendigen Weg sehr anschaulich (Ex 20,1ff.).
  9. Im Gegensatz zu übrigen antiken Religionen, die auf den Kultus setzen, um so die Götter auf die Seite des Menschen und seiner Wünsche zu ziehen, ist die Religion Israels in ihrer Grundsubstanz kultusfrei, wenn auch nicht unbedingt kultusfeindlich, aber doch kultuskritisch. Einen Altar für Jahwe darf der Israelit in der Wüstenzeit nur so bauen: aus unbehauenen Steinen, ohne Stufen, damit man nicht die Blöße des Priesters sähe, der Priester steht nicht höher als das Volk (Ex 20,22-26).
  10. Immerhin wird die Aufrichtung einer Kultstatue und im Gefolge davon der Bau eines Tempels, in dem ein Kultus entfaltet würde, im Zweiten Gebot verboten (Ex 20,1ff.). Gott wohnt höchstens in einem Zelt, unsichtbar auf einer Lade thronend, auf einem Holzkasten also, in dem die Steintafeln aufbewahrt werden, in die Mose, der Legende nach, die 10 Gebote haute. Später werden die Propheten argumentieren, der Himmel sei der Thronsitz Gottes, die Erde der Schemel seiner Füße (Jes 66,1ff.), und vor allem: Witwen und Waisen zu dienen, das sei echter Gottesdienst (Jer 7,1ff.).
  11. Die Menschen, die in des Moses Abwesenheit unter der Führung Aarons das Goldene Kalb errichten, das ein Goldsymbol für Jahwe darstellt, werden vernichtet. Sie müssen den Goldstaub trinken, zu dem das Goldene Kalb zermalen wurde, und sterben. Dies alles sind hochsymbolische Geschichten, die den Nerv der unserer Moderne treffen.
  12. Nicht der Kult, sondern Israels Gehorsam gegen die Gebote, gegen Gottes Gesetz, nicht nur auf steinerne Tafeln, sondern in die Menschenherzen gezeichnet, werden eine gute Zukunft schenken. In einer zweiten Bergbesteigung formt Mose die Gebote um, ergänzt: Es geht nicht ohne Abgrenzung gegen fremde Kulte. Zur Ichfindung Israels gehört auch, dass Israel seinen eigenen kultischen Weg findet. Es gibt Opfer, Feste, Feiern, Liturgien, wie zum Beispiel das Passa, Ursprungsfest der Befreiung, in der Königszeit unter dem König Josia neu entdeckt und entwickelt wird (Ex 32-34; 2Kön 23,21-23).
  13. Dadurch, dass Israel sich in seiner Geburtsstunde nicht blindem Kultdenken verpflichtet, sondern im Kern die Gabe der Thora, das Gesetz Gottes, in die Herzen geschrieben bekommt, ist der Glaube Israels in der Lage, Normen und Formen der Befreiung im Alltag zu befestigen, die bis heute in unserer Welt gültig und maßgebend sind, Menschenrecht und Menschenwürde, wie sie die Völker der Antike kaum sehen noch durchsetzen wollten, die Ehrfurcht vor dem Leben.

    a. So wird der Intimraum der Familie geschützt, Alte und Kinder dürfen weder ausgebeutet, noch sexuell missbraucht werden (Lev 18,1-30).
    b. Fremde und Ausländer in Israel werden geschützt. Der Fremde wird dem Einheimischen gleich gestellt, wie Gott überhaupt alle Schwachen und Bedrohten schützt (Dtn 10,17-19).
    c. Das zur Freiheit befreite Gottesvolk soll grundsätzlich ohne Sklavenhandel und ohne Sklavenhaltung in den eigenen Reihen auskommen (Dtn 15,1-18).
    d. Land, aller Ackerboden und aller Weisengrund gehören Gott, sie sind an die Menschen nur verliehen. Darum wird im 50. Jahr, nach sieben mal sieben Jahren, das Halljahr ausgerufen, Gottes heiliger Umkehrsabbat, mit dem Chancengleichheit für alle, gerade für die Veramten zurück geschenkt wird (Lev 13,23f.; 25,8-0).
    e. Das, was der sozial Schwache für sein Leben braucht, um überhaupt in Würde seinen Tag gestalten und überleben zu können, wird festgelegt. Dinge des täglichen Bedarfs werden geschützt. Das Pfandrecht wird eingeschränkt. Wer hart und unnachgiebig gegen Arme vorgeht, versündigt sich gegen Gott (Dtn 24,6-15; Lev19,5f.).
    f. Allen Menschen, denen Gott Zukunft und Land schenkte, sollen nicht durch Zinsknechtschaft aufs Neue bedroht werden. Freiheit meint auch die Freiheit von der Zinsfron! Nicht Geld soll die Welt regieren, Menschenwürde und –recht müssen neu in den Mittelpunkt rücken (Lev 25,35-38).
  14. Diese revolutionären und aufregenden Sozialnormen werden Punkt für Punkt aus dem Ersten Gebot entwickelt. Die Befreiung aus Sklaverei, Zinsknechtschaft, Unterdrückung usw. wird aus der Urerfahrung, der Befreiung aus Ägypten, dem Unterdrückerstaat, begründet. Diese Befreiung geschieht durch Jahwe selbst. Im Zusammenhang der Gesetzestexte heißt es fast schon stereotyp, ein Beispiel: „Gott liebt die Fremden. Sie sollen ... bei euch leben. Deshalb sollt auch ihr die Fremden lieben. Ihr selbst wart doch Fremde in Ägypten“ (Dtn 10,19).
  15. Der Befreiungsbund Gottes mit seinen Menschen kann niemals von Seiten des Menschen benutzt werden, um Gott kultisch zu besänftigen, zu bestechen, zu umgaukeln. Dieser Gott bietet Schutz und Hilfe, Versöhnung und Zukunft an, mit einer Intention: Der Mensch muss die Befreiung zu Würde und Recht von Mensch und Natur, wie sie Gottes Anliegen ist, innerlich bejahen und im Ausleben dieses Gottesbundes verwirklichen. Gott bindet diese Befreiung in die Thora ein. Der Mensch, das ist das Erstaunliche, muss seine Befreiung selbst vollbringen (!), indem er in den Gehorsam gegenüber der Thora zurückkehrt.
Berg
In allen Religionen
Das Bergmotiv kommt in allen Religionen der Welt vor: Der berg berührt in seiner spitze den Himmel und verbindet sich in seinem Fundament mit den Erdmächten. So stellt der Welt die Achse der Welt dar, von ihm strahlen göttliche Kräfte ab. Auf seiner Höhe gerät der Mensch in die Verbindung mit Gott.
Bergmotiv
Das Bergmotiv kommt in der Bibel immer wieder vor, im Ersten wie auch im Zweiten Testament. Abraham wird aufgefordert, seinen Sohn Isaak auf einem Berge zu opfern, auf dem Berge Morija, was gleich in der Erzählung gedeutet wird: „Der Herr sieht“ (Gen 22,2.14). In der Chronik wird der Berg Moria mit dem Zionsberg in Jerusalem gleichgesetzt (2Chron 3,1)..
Horeb oder Sinai?
Mose begegnet Gott auf dem Gottesberg Horeb. Das Volk Israel solle an diesem Berg Jahwe opfern (Ex 3,1.12). Horeb heißt Wüste, Einöde, trocken, dürr, ein anderer Name für den Berg Sinai (Ex 17,6; 33,6; häufig im Dtn)? Sinai ist die andere Bezeichnung des Ortes der Gottesoffenbarung. Am Sinai empfängt Mose die Zehn Gebote (Ex 19-20). Freilich ist auch der Sinai ein Symbolberg. Immerhin läuft die Schilderung des Bundesschlusses am Sinai mit Anzeichen einer Vulkantätigkeit ab. Davon kann auf der Sinaihalbinsel kaum die Rede sein. Auch ist merkwürdiger Weise im Ersten Testament verschiedentlich eine namenlose Nennung des Gottesberges zu finden (Ex 18,5). Die verschiedenartige Bezeichnung des Gottesberges hat wohl mit den verschiedenen > Quellen der Moseüberlieferung zu tun. Es flossen verschiedene Überlieferungen zusammen zusammen. Und Horeb heißt eben nichts anderes als Wüste, Berggegend. Insgesamt gewinnt die Suche nach dem historischen Gottesberg erst in der christlichen Überlieferung eine gewisse Bedeutung.
Zion und Garizim
Bis dahin entwickelte sich der Zionsberg als der Berg Gottes (Ps 48,13; Am 6,1), auf dem die Gottesstadt liegt (Ps 48,2f.; Jer. 31,6). Für die Zukunftsentwicklung Jahwes und Israels gilt: „Jahwe wird König sein auf dem Berg Zion“ (Jes 24,23; Mich 4,7). Dem Zion, dessen Tradition David, Salomo und später Josia deutlich festigen, wird zeitweilig der Berg der > Samaritaner, der Berg > Garizim gegenüber gestellt, der eine gewisse Tradition lange vor dem Zionsberg aufzuweisen hat (Dtn 11,29; Jos 8,33; Ri 9,7). Der Garizim liegt im Nordland, im Samaritanergebiet. Diese Konkurrenz wird aber gründlich 107 v. Chr. von Juda aus zerstört (2Makk 6,2). Mit der Favoritisierung des Zionberges geht im Erste Testament auch eine scharfe Ablehnung der Höhenheiligtümer einher (Ri 5,5; Jer 51,25).
Erinnerung an Baalshöhen
In diesem Zusammenhang muss daran erinnert werden, dass Israel im Verlauf seiner Geschichte verschiedenen Baalim anhing, Göttern > kanaanäischen Ursprungs, die alle auf einem Berg verehrt wurden. Der > Baalskult war eine Naturreligion, aus der sich Israel erst langsam befreite (Ri 2,11; 3,7; 8,3.33; Num 25,3ff.; 3,16; Dtn 4,3; Ps 106,28; Hos 9,10).
Frühchristliche Überlieferung
Zurück zum Sinai! Nach christlicher Überlieferung, die allerdings erst im 2. und 3. Jhdt. n. Chr. datiert wird, liegt dieser Gottesberg auf der Sinaihalbinsel und ist mit dem arab. dschebel musa, dem dschebel qaterina oder dem dschebel serbal zu identifizieren, die alle nahe beieinander liegen. Aus diesen frühchristlichen Traditionen geht das Katharinenkloster auf dem dschebel qaterina hervor. Im Katharinenkloster fand Tischendorf 1844 bis 1859 den Codex Sinaiticus, eine griechische Bibelhandschrift aus dem 4. Jhdt. Auf dem dschebel Serbal sind Pilgerinschriften aus dem 2. und 3. Jhdt. nach Chr. zu finden. Darüber hinaus liegen in der Nähe dieser Traditionsberge die Steinbrüche, in denen man jene Hieroglyphenschriftzeichen fand, aus denen sich u. U. eine erste Buchstabensschrift entwickelt haben könnte (Kleines Bibellexikon, Konstanz 1991, S. 286). Vgl. > Midian, Midianiter!
Andere Traditionen
Andere Traditionen, die sich auch auf biblische Ortsangaben berufen können lokalisieren den Gottesberg im Seir (Dtn 33,2) oder bei der Oase Kadesch, auf der Sinaihalbinsel, im heutigen Saudiarabien gelegen, von wo aus zahlreiche Aktionen der in Wüste lebenden Moseschar stattfanden (Num 13,26; 20, Dtn 1,46). Die Oase Kadesch war schon mit der Abrahamstradition eng verbunden (Gen 14,7; 16,14).
Verschwimmen
Dass die Bezeichnungen verschwimmen, hängt auch damit zusammen, dass es verschiedene Routen des Durchzugs durchs Rote Meer und durch die Wüste hin zum Gottesberg gibt. Überhaupt, die Moseschar hat in ihrer Wandergeschichte und später auch Israel im Kulturland eine Reihe von Gottesbergerfahrungen gemacht, die sich miteinander verquicken.
Grundsätzlich
Grundsätzlich lag den Erzählern, die vom Geschehen am Gottesberg berichten, nicht an einer genauen Ortsangabe. Sie hoben mit ihren Erzählungen hervor: Gott bindet sich in einem Bund mit seinem Volk. Dieser Bund wird durch die Offenbarung der Thora an das Volk legitimiert. Es hat dm einen Gott zu gehorchen, soll auf seine Gebote achten. Erst jetzt sind die Flüchtlingen aus Ägypten das eine Volk Gottes, dessen Zukunft sich aus der Gottesbegegnung am und auf dem Gottesberg begründet. Auf einem Berg im Moabitergebiet, dem Nebo, stirbt Mose, dessen Grab niemand kennt (Dtn 32,49f.; vgl. 34,1).
Nebo
Es ist interessant, die Bedeutungen des Wortes aufzuzeigen. Nebo ist
  1. der Planet Merkus, der Himmelsschreiber, der die irdischen und himmlischen Begebenheiten aufzeichnet. Das Wort hebr. nabi leitet sich u. U. von diesem Wortstamm ab, hebr. nabi ist der Seher, Prophet.
  2. meint Nebo den Berg, auf dem Mose begraben liegt, sechs Meilen von Hesbon entfernt, ohne dass sein Grab bekannt wäre (Dtn 32,49; 34,1).
  3. werden verschiedene Städte mit diesem Namenbelegt (Num 32,3; Esr 2,29). Diese Ortsnamen leiten sich von hebr. naba, hochsein aufragen, ab. Möglich ist auch eine Ableitung von dem chaldäischen Götternamen Nebo, wie unter 1. dargelegt.
  4. Letztlich entstammen beide Bedeutungen, der Gottesname und der Bergname, aus einer Wurzel, da alle Himmelsbeobachtungen auf einem Berge geschahen, der die Nähe zu Himmelsmächten symbolisierte.
Symbolnamen
An der > Eliatradition kann man sich verdeutlichen, wie wichtig den Erzählern die Symboldeutung auch von Berggegenden und –namen war: Elia trifft sich mit den Baalspriestern auf dem Karmel. Dort kommt es zum Wettstreit Jahwes mit Baal, den Jahwe gewinnt. Die Baalspriester werden getötet (1Kön 18,1ff.). Karmel, was Baumgarten heißt, ist eine uralte Kulturregion, ein herrlich gelegenes Vorgebirge von Haifa, das in die fruchtbare Jesreelebene einmündet (Hohel 7,5; Jes 33,9; 35,2). Bei Ausgrabungen am Karmel wurden berühmte Funde aus prähistorischer Zeit gemacht. Von dieser blühenden Bergregion ergreift Jahwe symbolisch Besitz. Dennoch muss Elia vom Karmel weg fliehen, kommt in die Südwüste bei Beerscheba, wo ihn fast der Tod ereilt, wenn ihn Gott nicht gerettet hätte (1Kön 19,1ff.). Am Horeb, was eben Wüste oder Wüstenberg heißt, trifft Elia sozusagen ein zweites Mal auf Jahwe, der ihm in der Wüste sein wahres Wesen zeigt, Gott ist in der Stille eines Nichts, dieser gewaltfreie Weg wird Elia anbefohlen. Zugleich wird er zu neuen Taten in die Menschheitsgeschichte zurück schickt (1Kön 19,9ff.). Zwei Gottesberge stehen in Konkurrenz? In der wüster Berggegend erfolgen Erneuerung und Sendung aus Gottes Auftrag, ins Weltgeschehen hinein.
Im Zweiten Testament, Matthäus
Die Bergtradition wird im Zweiten Testament deutlich weiter geführt. Auch wird, wie im Ersten Testament, der historische Blickwinkel zu Gunsten der Symbolik aufgegeben. Jesus wird vom Teufel versucht, in der Wüste (Mt 4,1ff.). Der Teufel führt ihn auf einen hohen Berg, um im alle Reiche der Welt zu zeigen (Mt 4,8). Dieser Berg ist der Antipode des Berges, von dem Jesus dann wenig später die Bergrede hält, mit der er das Gottesreich proklamiert (Mt 5,1). Wie Mose auf einem Berg die Offenbarung Jahwes empfängt, so erhält Jesus seine Berufung in die Gottessohnschaft auf einem Berg (Mt 17,1.9), wie schon vorher Jesus auf einem Berg die Stille und die Gottesnähe sucht (Mt 14,23). Dem Berg Tabor wird zuerst von Cyrillus von Jerusalem als der Berg der Verklärung bezeichnet, heute dschebel et-Tor. Beim Tabor handelt es sich um einen Berg im Nordosten der Jesreelebene, der auf der Grenze zwischen den Stämmen Sebulon und Naphtali liegt, 553 m über NN, eine geschichtsbeladene Stätte. Barak hat hier den König Sisera besiegt (Ri 4-5). Ebenso gibt Jesus auf einem Berg in Galiläer den Missionsbefehl aus und steigt von dort gen Himmel (Mt 28,16ff.).
Die übrigen Synoptiker
Vor Mt weist auch Mk die Bergtradition auf (Mk 3,13; 6,46; 9,2.9). Mt hat die Tendenzen des Mk nur verstärkt.
Auch Lk nimmt das Bergmotiv auf. Aber er verlegt den Berg strikt aus Galiläa weg auf den Ölberg von Jerusalem, in Bethanien, wie er erläutert (Lk 24,50; Apg 1,12). Den Ölberg wurde vorher schon in die Szenerie einführt (Lk 19,29). Auch wird die Ölbergtendenz von Lk verstärkt (21,37).
Die Ölberghinweise sind nicht unwichtig. Lk spielt mit ihnen auf die Erstamentliche Apokalyptik an. Im furchtbaren Endkampf, der um Jerusalem herum spielt, wird sich der Ölberg spalten. Die Menschen werden fliehen. Aber aus dieser Erdspaltung wächst eine geheilte neue Welt, in der die Nacht dem Licht weichen wird (Sach 14,1ff.). Für Lukas spielt sich im Jesusgeschehen tatsächlich ein Endkampf ab, der aber nicht mit Waffengewalt, sondern mit den Waffen des Geistes Gottes gewonnen wird, in Gefangennahme und Kreuz, in Auferstehung und Himmelfahrt Jesu, die übrigens nach Lk auch am Ölberg geschieht. 
Johannesevangelium
Johannes weist diskret auf die Garizimtradition der Samaritaner und zugleich auf die Zionstradition der Juden hin. Er entgrenzt allen Gottesglauben, der sich an heilige Orte binden möchte: „Gott ist Geist! Und alle die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten!“ (Joh 4,24). Konsequent kennt auch Johannes keinen Berg, von dem Jesus sich gen Himmel erhoben hätte.

Bibel
Bibel, gesamt
Die Bibel, das Buch der Bücher, in mehr als 2.000 Jahren Menschheitsgeschichte gewachsen. Sie gilt den Juden, Christen und den Muslimen als Offenbarung Gottes an die Menschheit. Wir teilen die Bibel in das Alte und das Neue > Testament ein. Besser ist zu bezeichnen: Erstes und Zweites Testament.
Die Bibel, einzelne Bücher
Die Bibel, sowohl das Erste wie auch das Zweite Testamen t, ist in Bücher eingeteilt, die zu ganz verschiedenen Zeiten von ganz verschiedenen Menschen geschrieben wurden. Einiges ist in mehrfachen Bearbeitungsprozessen gewachsen. Legt man Vorformen zugrunde, reicht dieser Entstehungsprozess von rd. 2000 v. Chr. bis 150 n. Chr. Erste feststellbare Festschreibungen reichen in die Anfänge der Königszeit zurück, entstanden also um 1000 v. Chr.
Die Bibel, Namen der Bücher
Im Hebräischen werden die 5 Bücher Mose Thora, Bücher des Gesetzes, genannt. Später heißen alle fünf Bücher des Ersten Testaments Thora. Mit einem Kürzel wird das Erste Testament Tenach genannt. Die Bücher des Ersten Testaments tragen verschiedene Namen. In unserem allgemeinen Sprachgebrauch heißen sie 1. bis 5. Buch Mose. Es folgen die übrigen Bücher, Richter, Ruth, usw. Im Hebr. werden die Bibelbücher jeweils nach ihrem ersten Wort bezeichnet, zum Beispiel das 1. Buch Mose beginnt mit dem hebr. Wort Bereschit, Im Anfang. Darum heißt es auf Hebr. Bereschit, Im Anfang. Des Weiteren hebr. Toledoth, Geschlechtsregister usw.
In vorliegender Auslegung
In vorliegender Auslegung werden die Namensbezeichnung der LXX (> Septuaginta) bzw. der > Vulgata übernommen,
gr. Genesis Ursprung, 1. Buch Mose;
lat. Exodus Auszug, 2. Buch Mose;
lat. Leviticus Buch über die Leviten, 3. Buch Mose;
lat. Numeri Zahlen 4. Buch Mose;
lat. Deuteronomium Zweites Gesetz, 5. Buch Mose.
Es werden also gr. bzw. lat. Bezeichnungen gewählt. Die übrigen Bezeichnungen der Bücher des Ersten Testaments stimmen mit den uns geläufigen Buchnamen überein.
Bibel, Entstehungsgeschichte und Zuordnungen
Es ist grundsätzlich zu unterschieden, die Bibel des Ersten Bundes, das sogenannte Alte Testament, besser: Erstes Testament, rankt sich in seinen Erzählkränzen um die Entstehung des Volkes Israel, die Geschichte seiner Vergangenheit, die Gestaltung seiner Gegenwart, die Entwicklung seiner Zukunft, wobei die Zukunftsperspektive die gesamte Völkergemeinschaft ins Auge fasst, schon im Ersten Testament! . Der Zeitraum der Entstehung dieser (Einzel)geschichten geht vielleicht von 3000 v. Chr. bis 150 v. Chr. Um 150 v. Chr. zeichnet sich eine vorläufige Kanonbildung des Ersten Testaments ab. Das Neue Testament, besser Zweites Testament, entwickelt sich aus dem österlichen Messiasglauben der Jüngergemeinde um den Rabbi Jesus von Nazareth. Diese Literatur entstand bald nach dem Tode Jesu, der wahrscheinlich in 33 n. Chr. gekreuzigt wurde. Um das Jahre 140 n. Chr. ist der Kanon der zweittestamentlichen Schriften ausgebildet. Das Zweite Testament versteht sich in seinem Ursprung als ein messianischer Kommentar zum Ersten Testament.
Bibel, Kanonbildung des Ersten Testaments
Erst auf der Synode von Jamnia 90 n. Chr. wurden 24 Bücher des AT als kanonisch festgelegt, während Judas 14 noch einen pseudepigraphischen Text als echte atl. Prophetie zitiert. Zu erwähnen ist, dass es eine Reihe von zwischentestamentlichen Schriften gibt, die weder in den hebräischen noch christlichen Kanon gelangten, die aber für die Entwicklung des messianischen Glaubens äußerst wichtig wurden, zum Beispiel die verschiedenen Fassungen der Henochapokalypse, Psalmen Salomons.
Ø    Vgl. Apokryphen oder Pseudepigraphen!
Bibel, Kanonbildung des Zweiten Testaments
Noch mehr als zum AT gab es in und nach der Entstehungszeit der ntl. Schriften ergänzende, erweiternde Literatur, so zum Beispiel Kindheitsevangelien Jesu, in denen sich Wunder an Wunder reihte, apokryphe Offenbarungen, Apostelakten und Briefe, zum Beispiel der Brief des Barnabas.
Nach Marcion
Um die Mitte des 2. Jhdts. schälte sich folgende Kanontradition heraus: Die vier Evangelien und die Apostelgeschichte, die heute bekannten Paulusbriefe, dazu der 1. Petrus- und der 1. Johannesbrief werden zu einer Einheit zusammengeschossen. Im Westen trat die Offenbarung hinzu, im Osten der Hebräerbrief. Diese Entwicklung lief ab 140 n. Chr., nachdem Marcion, ein Gnostiker, auf dem Bischofsstuhl in Rom, nur das Lukasevangelium, die Apostelgeschichte und 10 Paulusbriefe gelten lassen wollte, nicht das AT! In der Gegenbewegung gegen Marcion wurde der obige Kanon des Zweiten Testaments avisiert, dazu der des Ersten Testaments, als feste, grundlegende Größe! Als Maßstab für die Gültigkeit der Schriften, der Ursprungsbedeutung von Kanon, schälte sich in Bezug auf das Zweite Testament die vermutete Apostolizität der jeweiligen Schreiber heraus. Darum kamen der Barnabasbrief und die beiden Clemensbriefe nicht ins NT. Aber warum nicht doch die Didache, die sogenannte Apostellehre?
Was Christum treibet
Seit dem 5. Jahrhundert gab es kaum noch Auseinandersetzungen um die Kanonzugehörigkeit. Luther hat dann ein bis heute gültiges Kriterium geprägt, „das, was Christum treibet“ gehöre in den Kanon.
Ø    Vgl. 365 Gott, Bibeltexte im Andachtsbuch, Seiten

Briefe
Briefe kommen im Ersten Testament nur beschränkt vor. Auf keinen Fall geraten sie zu einer Gattung, innerhalb der sich ein lebhaftes Bild der Ersttestamentlichen Gemeinde entwickeln ließe. Das ist im Zweiten Testament völlig anders. Innerhalb der Mission der Urgemeinde erwächst eine rege Briefliteratur, die im 2. nachchristlichen Jahrhundert zu einer wesentlichen Grundlage des Zweiten Testaments wird. Seit der Aufklärung  wird erkannt, wie wichtig es ist, den ursprünglichen Adressaten sowie den Zeitraum zu ermitteln, innerhalb dessen ein Brief geschrieben wurde. Indem Adressat und Anlass fürs Schreiben eines Briefes gefunden werden, kann der Briefinhalt um so genauer exegetisch aufgeschlüsselt werden.
1.    Überblick über die Briefliteratur des Zweiten Testaments
  • Echte Paulinen
    Die frühesten Briefe im Kanon des Zweiten Testaments sind die sogenannten Echten Paulinen, Briefe, von denen die Forscher einmütig annehmen, dass sie aus dem Diktat des Paulus stammen: Römer, 1. und 2. Korinther, Galater, Philipper, Philemonbrief, dazu der 1 Thessalonicherbrief.
  • Heteropaulinen
    In der Tradition und im Namen des Apostels und Briefschreibers Paulus entstanden Briefe, die theologisch auf verschiedene Weise von Paulus abhängig sind, die Heteropaulinen: Epheser- und Kolosserbrief; die Pastoralbriefe, nämlich 1. und 2. Timotheusbrief und der Brief an Titus. Die Pastoralbriefe stehen deutlich jüdischen Traditionen nahe, zum Beispiel, was die Stellung der Frau im Gottesdienst betrifft. Epheser- und Kolosserbrief betonen eher auf hymnische Weise die kosmische Dimension des Christusglaubens: Der Messias ist das Haupt seiner Gemeinde und des Kosmos. Auch der 2. Thessalonicherbrief ist hier anzusiedeln, da er wahrscheinlich im Namen des Paulus dem 1. Thessalonicherbrief angefügt wurde.
  • Gefangenschaftsbriefe
    Unter den Paulinischen und Heteropaulinischen Briefen befinden sich fünf Gefangenschaftsbriefe, also Briefe, die nach Auskunft ihrer Autoren aus der Gefangenschaft geschrieben wurden, Eph, Kol, Phil, Phlm, 2Tim. Von diesen sind nur Phil und Phlm als echte Paulusbriefe anerkannt. Wann hätte Paulus diese beiden Briefe geschrieben? Wir wissen aus der Apg von einer längeren Gefängnishaft, die in Jerusalem begann und sich auf zwei Jahre in Caesarea Philippi ausdehnte (Apg 21.27-34). Von dort aus wurde der Gefangene nach Rom überführt, was wieder anderthalb Jahre in Anspruch nahm (Apg 23,23-28,14). In Rom lebte Paulus zwei weitere Jahre inhaftiert (Apg 28,16-31). Während seiner Gefangenschaften konnte sich Paulus relativ frei bewegen. Er wurde von verschiedenen Mitarbeitern begleitet, so dass Korrespondenzen möglich wurden. Paulus berichtet selbst von Verfolgungen und von Gefängnisaufenthalten (2Kor 6,3-10). Die Apg weiß von einer weiteren Gefangenschaft des Paulus in Philippi, aus der er und sein Begleiter Silas auf wunderbare Weise befreit wurden (Apg 16,23-40). Andererseits entfaltet sich gerade dieser Bericht als ein ein Symbol. Er charakterisiert des Paulus Lebensweg als Gefangener Jesu Christi, der in seiner Gefangenschaft Jesus als den Messias besonders glaubwürdig bezeugt - und auch auf wunderbare Weise in Gefahren und Gefängnissen bewahrt wird (Eph 3,1; 4,1.8; Kol 4,10; Phlm 1,9; 2Tim 1,8). Aus den anhaltenden Gefangenschaften des Paulus wird die These glaubwürdig, Paulus habe im Gefängnis im Team mit seinen ihm treu gebliebenen Weggefährten Briefe empfangen und auch geschrieben. Ausgeschlossen ist auch nicht, dass Paulus sich nicht freiwillig drei Jahre lang in Ephesus aufhielt, sondern auch dort im Gefängnis steckte. Direkte Zeitzeugnisse für eine Gefangenschaft des Paulus in dieser Stadt gibt es freilich nicht. Vor allem in Caesarea Philippi und Rom hatte Paulus die Möglichkeit zu korrespondieren. Inhaltlich stehen die Gefangenschaftsbriefe untereinander nicht in Beziehung. Zu verschieden sind ihre Sprache, Bilder und Inhalte. Aber sie bezeugen gemeinsam Paulus als den Knecht Jesu Christi, der wie viele Knechte Gottes und wie der Messias selbst ins Leiden und ins Martyrium gerät - und bewahrt wird. Leiden und Überwindung des Leidens, Karfreitag und Ostern, spiegeln sich so im Leben des Apostels wider.
  • Der 1. und 2. Petrusbrief und die Heteropaulinen
    Der 1. Petrusbrief steht insofern Paulus nahe, als er wie dieser, und noch intensiver als Paulus ältestes Traditionsgut der Gemeinde aufarbeitet. Gemeinsam beziehen sich Paulus, Petrus und die Heteropaulinen auf bereits vorliegende, älteste Gemeindeliturgien, die die Grundlage der Theologie dieser Briefe bilden. Alle bisher genannten Briefe flechten Traditionsgut der Gemeinde ein, das sie verschieden ausdeuten. Alle Autoren bedienen sich in ihrer Argumentation des sogenannten > Schriftbeweises, aus der der Messiasglaube erheblich gestützt wird. Der 2. Petrusbrief, in bestem Griechisch geschrieben, wurde dem 1. Petrusbrief sehr spät, wahrscheinlich erst im 2. Jahrhundert, hinzugefügt
  • Jerusalemer Tradition
    Jakobus- und Judasbrief sind eher der Jerusalemer Tradition verpflichtet, zeigen ein gewisses, man könnte sagen: antipaulinisches Flair. Jakobus und Judas, so die Tradition, sind leibliche Brüder Jesu, die in Jerusalem residieren. Jakobus tritt deutlich in der Apg und in der pln. Literatur hervor (Mk 6,3; 1Kor 15,7; Gal 1 und 2). Jakobus erlitt  62 bis 66 n. Chr. in Jerusalem den Märtyrertod. 
  • Johanneische Briefe
    Der 1. bis 3. Johannesbrief, scheinen vom Streit um die Paulustradition unberührt zu bleiben, was aber mit ihrem späten Erscheinen zu tun haben mag. Die Johannesbriefe haben eine gewisse Nähe zum Johannesevangelium und, cum grano salis, auch mit der Offenbarung des Johannes.
  • Katholische Briefe
    Jakobus-, Judas-, 1. und 2. Petrus-, 1. bis 3. Johannesbrief, diese Literatur nennen wir die Katholischen Briefe, nicht etwa, weil sie einen besonderen „katholischen“ Geist atmeten. Sie sind Rundbriefe, die an alle Gemeinden geleitet werden. Keine besondere Gemeinde oder Gemeindesituation tritt hervor. Gr. katholikä heißt zu deutsch alle umschließend, umfassend.
  • Hebräerbrief
    Der Hebräerbrief stellt ein Mahnwort an das messianische Gottesvolk dar, das sich, wie seinerzeit die Menschen unter Mose in der Wüste, auf der Wanderung befindet (Hebr 13,22). Die Messiasgemeinde, das sind die Menschen des Zweite Bundes, der über den Ersten zu stellen ist . Der erste Bund ist eine Vorausschattung des neuen, messianischen Bundes (Hebr 8,4f.). Darum gilt es in Treue am Messias Jesus festzuhalten (Hebr 2,1-4; 3,7). Der Messias Jesus ist der Urheber und Vollender des Glaubens, zu dem das wandernde Gottesvolk aufsehen soll (Hebr 12,2).Der Messias hat gr. ephapax, ein für alle Mal, das Opfer für unserer Sünden in seinem Kreuzestod erbracht (Hebr 9,11-15). Dieses Messiasopfer erübrigt allen Opferkult von Menschenhand und macht den Tempelkult überflüssig. Das wandernde Gottesvolk ist zur Stadt Gottes, in die sie eintreten wird, unterwegs (Hebr 12, 12,22; 13,14). Trotz vielen Analogien zur Paulusliteratur bleibt der Brief ein eigenständiges Werk, in gebildetem Gr. geschrieben.
2.    Zur Chronologie der Paulusbriefe, Eckdaten
Aus zwei Eckdaten der Römischen Geschichte ergibt sich eine gewisse Chronologie der Urgemeinde, des Paulus, seiner Reisen und seiner Briefe. Paulus schrieb während dieser Reisen an Gemeinden, die er besucht hatte oder besuchen wollte:
Kaiser Claudius „verjagt die Juden aus Rom, die aufgrund eines gewissen Chrestos, also Christus, ständig Unruhen stiften“, wie Sueton berichtet und wie es die Apostelgeschichte erwähnt (Apg 18,2). Dieses Ereignis wird aufs Jahr 49 n. Chr. datiert. Im Jahre 52 n. Chr. (wahrscheinlicher als 51) wird Gallio, der Bruder des berühmten Philosophen Seneca, in einer späten Phase der Regierung des Claudius Prokonsul von Achaia, und zwar nur für eine kurze Zeit. Paulus wird vor Gallio angeklagt, die Klage wird abgewiesen (Apg 18,12-17). Aus diesen beiden Eckdaten ergibt sich eine gewisse Chronologie der Paulusbriefe.
3.    Zur Chronologie der Paulusbriefe, Rekonstruktion der Abfassungszeiten
Zwischen 45 und 49 n. Chr.: Erste Missionsreise des Paulus (Apg 13,1f.).
48-49 n. Chr.: Hungernot in Judäa, durch das Sabbathjahr 47/48 noch verschlimmert. Weissagung des Agabus (Apg 11,28; vgl. Apg 21,10f.), Gaben der Christen aus  Antiochia an die Jerusalemer Gemeinde. Sollte Paulus den Brief an die Galater sehr früh verfasst haben, nämlich vor dem Apostelkonzil, sozusagen während oder gleich nach der 1. Missionsreise, wären die schwerwiegenden Widersprüche zwischen Paulus und der Jerusalemer Gemeinde zu verstehen. Sie müssten anschließend ausgeräumt worden sein, was auf dem Apostelkonzil geschehen wäre. Liegt die Abfassung des Briefes später, was zu vermuten ist, bleibt die Tatsache, dass auf dem Apostelkonzil die verschiedenen Missionsauffassungen nicht ausgeräumt werden konnten, was Lk anders erzählt.
49. n. Chr.: Abhaltung des Apostelkonzils in Jerusalem (Apg. 15,5f.; Gal 2,1f.).
50 bis 52 n. Chr.: Zweite Missionsreise des Paulus. Der Apostel weilt im Winter 51 in Korinth, schreibt von dort den 1. Thessalonicherbrief.
53 bis 58 n. Chr.: Dritte Missionsreise des Paulus. Paulus weilt zwei Jahre und drei Monate während dieser Reise in Ephesus., besucht von dort aus nochmals Korinth, schreibt von Ephesus aus den Galaterbrief, den 1. Korintherbrief vor der Korinthreise, den 2. nach dieser Stippvisite, von unterwegs, von Mazedonien aus. Es ist möglich, dass mehrere Kurzbriefe an die Korinther zu zweien zusammengefügt wurden. Vielleicht entstand auch der Philipperbrief in Ephesus, falls Paulus dort im Gefängnis steckte, (vgl. 2. Gefangenschaftsbriefe). Viele nehme aber an, dass der Philipperbrief von Caesarea Philippi aus geschrieben wurde, als echter Gefangenschaftsbrief.
Im Winter 57/58 n. Chr. hält sich Paulus in Korinth auf, schreibt von dort u. U. den Römerbrief (Zeit dazu wäre gewesen, vgl. Apg 20,3; 1Kor 16,6). Das Osterfest 58 erlebt Paulus in Philippi (Apg 20,6). Er reist nach Jerusalem weiter. Dort gerät er Pfingsten 58 n. Chr. in schwere Unruhen, wird verhaftet und nach Caesaräa unter dem Schutz Römischer Soldaten überführt, wo es neue Unruhen zwischen Syrer und Juden gibt.
4.    Paulus und die Jerusalemer Urgemeinde
Die Jerusalemer Urgemeinde steht Paulus reserviert gegenüber. Denn Paulus scheint zwar die Abmachungen des Aposteldekrets eingehalten zu haben, die Heidenchristen sollten sich von gewissen Dingen enthalten, vom Götzenopferfleisch, von Ersticktem, von Blut, von Hurerei (Apg Apg 15,28f.). Aber ein neuer Konflikt sei aufgebrochen, so Jakobus, Paulus habe Juden, die sich zum Messianismus bekehrten, aufgefordert, ihre Kinder nicht mehr beschneiden zu lassen, was zur Konsequenz hätte, dass es bald keine Judenchristen im Sinne der Jerusalemer Urgemeinde mehr geben werde. Paulus unterwirft sich einer > Naziratsreinigung, wird zum Ende der Reinigungstage im Tempelbe-reich von Diasporajuden entdeckt – und der gewaltige Konflikt ist da, mit allen für Paulus dramatischen Entwicklungen (Apg 21,15-40; 22,1-24,24).
5.    Weitere Entwicklung
58-60 n. Chr.: Paulus hält sich in Caesaräa in Römischer Schutzhaft auf. Er beruft sich als Römischer Bürger auf den Kaiser und wird per Schiff als Gefangener nach Rom überführt, wo ihm das Recht zusteht, vor einem Römischen Gericht Berufung einzulegen.
60 n. Chr.: Schiffsreise des Paulus nach Rom, als Gefangener der Römischen Staatsmacht, Schiffbruch, Überwinterung auf Malta.
62. n. Chr.: Während dieser Zeit, exakt 62 n. Chr., gibt es weitere Unruhen in Jerusalem und ganz Juda. Jakobus, der Herrenbruder, wird unter dem Hohenpriesters Ananus gesteinigt, ein gewisser Simeon, Sohn des Kleophas und der Maria, der Halbschwester der Mutter Jesu, wird Nachfolger des Jakobus als Leiter der Jerusalemer Urgemeinde.
61-63 n. Chr.: Paulus in Rom unter Römischer Bewachung. In Rom könnten während der Gefangenschaft des Paulus der Kolosser-, Epheser- und der Philemonbrief entstanden sein, aus der Veranlassung des Paulus heraus.
Juli 64 n. Chr. Brand in Rom unter Nero (54-68 n. Chr.), der den Christen Brandstiftung vorwirft, die er wahrscheinlich selbst zu verantworten hat. Ausbruch der auf Rom begrenzten Christenverfolgung im gleichen Jahr. Viele Forscher nehmen an, Paulus sei nicht freigelassen worden, was dann 63 n. Chr. hätte geschehen müssen. Vielmehr sei Paulus bei der Neronischen Verfolgung in Rom umgekommen.
6.    Zur Chronologie der Paulusbriefe, Alternative
Für den Fall, dass Paulus nach seiner Gefangenschaft in Rom 63 n. Chr. freigekommen sein sollte, ergibt sich die Möglichkeit, dass er nochmals reiste und auf diesen Reisen weitere Briefe schrieb.
63-66 n. Chr.: Reise des Paulus in den Osten, weitere Briefe. Freilich weisen diese Briefe nicht nach Spanien, wohin Paulus reisen wollte (Röm 15,22ff.), sondern in den Osten. Paulus hätte also nochmals Gebiete bereist, die er bereits missioniert hatte. Nach der Auffassung, Paulus habe die Verfolgung in Rom überlebt, ergäbe sich folgende Situation:
Um 65: Paulus weilt in Ephesus (1Tim1,3), auf Kreta (Tit 1,5), in Mazedonien, schrieb dann von dort aus den 1Tim (1Tim 1,3) und vielleicht den Titusbrief. Diese Briefe, 1. und 2. Timotheus und den Titusbrief nennen wir Pastoralbriefe, da sie an lat. Pastores, Hirten, gehen, um diesen Anweisungen zur Gemeindeleitung zu geben.
Um 67 n. Chr.: Hebräerbrief, unter dem Einfluss des Paulus entstanden. Paulus wäre, wieder in Rom, nochmals in Gefangenschaft geraten, hätte den 2 Timotheusbrief verfasst. Paulus wird bald darauf enthauptet, wie die Legende erzählt.
7.    Paulusbriefe und Apostelgeschichte
Die hier aufgestellten Chronologien, beide, nicht nur die alternative, stehen, soweit sie die Informationen der Apostelgeschichte verarbeiten und sich auf sie stützen, auf wackeligen Füßen. Auf den Hiatus zwischen den Selbstaussagen des Paulus in seinen Briefen und den Berichten der Apostelgeschichte wird mehrfach verwiesen. Immer und immer neu müssen wir uns vor Augen halten: Lukas schreibt kein Geschichtswerk, sondern verfasst eine Märtyrerakte der Unschuld und Einheit der jungen hellenistischen Christenheit, wobei er brutal weglässt, was ihm nicht in den Kram passt, zunächst den Tod des Paulus selbst. Wenn die Apg in den 90er Jahren n. Chr. vollendet wurde, warum bricht sie dann nach der Schilderung der Ankunft des Paulus in Rom ab? Weil die Hinrichtung des Paulus dem Charakter der Apg, nämlich als eine Apologie des Christentums vor dem Neronischem Römerstaat zu gelten, unnötige Beschwernisse in den Weg gestellt hätte. Der staatlich verordnete Mord an Paulus hätte quälende Fragen aufgeworfen, da der Römerstaat selbst diese Hinrichtung anordnete, wie wir vermuten. Mit der Schilderung des Justizmordes an Paulus wäre aus der Apologie des Christentums eine Anklageschrift gegen Rom geworden. So bleibt es dabei, dass es zu größten Parallelisierungen zwischen dem Leidensweg Jesu und dem des Stephanus und später des Paulus kommt. Aber der Leidenstod des Paulus, wie ihn Nero wahrscheinlich veranlasste, wird nicht mehr geschildert. Gleiches gilt für Petrus und seinen Märtyrertod. Nochmals, wenn Lukas sein Werk in den Neunzigern vollendet, hätte er genügend Stoff für weitere Leidenspanoramen gehabt, aber dieser etwaige Stoff passte nicht ins Konzept. So wird nur der Weg des Stephanus in seinen Märtyrertod hinein ausführlich geschildert. die Ermordung des Stephanus war eine innerjüdische Angelegenheit, die Rom nicht belastete. Vom Märtyrertod des Apostel Jakobus, des Zebedaiden, und des Herrenbruders Jakobus gibt es nur Kurznotizen. Auch hier ist zu vermuten: Rom und die mit Rom verflochtene jüdische Hierarchie in Jerusalem und der Herodesherrschaft, Könige von Roms Gnaden, wären bei einer ausführlichen Schilderung dieser Ereignisse nicht ungeschoren davon gekommen. Auch der Umstand, dass (falls die Apg in den 90ern entstand!) nichts vom Ausgang des Paulusprozesses berichtet wird, spricht Bände. Lukas will den Konflikt mit Rom vermeiden!
8.    Warum erwähnt Lukas in seiner Apg keinen Paulusbrief?
In diesem Zusammenhang ist auch die Frage zu beantworten, warum Lukas mit keinem Wort auch nur einen einzigen Brief des Paulus erwähnt. Die naivste Antwort ist natürlich: Er hat sie nicht gekannt. Es spricht einiges dafür, das es so gewesen sein könnte. Denn die Paulusbriefe waren tatsächlich in Vergessenheit geraten. Paulus war bis zur Mitte des 2. Jhdts. n. Chr. kaum als Christentumsführer anerkannt, um es vorsichtig auszudrücken. Er stand unter Gnosis- und Libertätsverdacht, was die Deuteropaulinen auszugleichen versuchen. Und doch, Lukas muss die Briefe gekannt haben, bei dieser Detailkenntnis der Reiseangelegenheiten des Paulus, wie sie der Schriftsteller Lukas zeigt. Auch wenn wir konstatieren, dass Lukas eher einen Gemeinderoman schreibt, der dann in eine dramatisch entwickelte Reisebiographie des Paulus übergeht, weil er so den Weg des Evangeliums von Nazareth nach Rom, sein eigentliches Thema, dramatisch gestalten kann, bleibt die Frage: Warum kein Briefhinweis, keine Briefnotiz bei Lukas? Die Antwort liegt in der Absicht des Lukas. Er schrieb ja nicht nur eine irenische Apologie des Christentums, sondern auch eine Geschichte der immer wieder aus der Gnade Gottes neu gewonnenen Einheit von Juden- und Heidenchristen, ja, wie das Ende der Apg offen lässt, von Juden und Christen, als Hoffnungsidee. Und in diesen Zusammenhang passen die langen aggressiven Passagen der echten Paulinen nicht. Paulus war kein Ireniker. Er war ein scharfer Analyst, der gern zuspitzte, von Kompromissen hielt er nichts. Der immer wieder aufbrechende Gegensatz zwischen Juden- und Heidenchristen, der sich stets neu an der Frage der Beschneidung entzündet, lässt die Paulusbriefe, in denen dieser Konflikt genauestens beschrieben wird, im Sinne des Lukas ungeeignet erscheinen. Jedweder Hinweis in der Apg auf die Existenz von Paulusbriefen hätte nur gestört. Natürlich hätte Lukas Hinweise auf Paulusbriefe als glänzender Stilist einarbeiten können. Aber gerade so hätte er es riskiert, dass die Leute, die seine Apg lesen, nach den Originalbriefen fragen. Und diese Recherche hätte dann doch die Leser erheblich irritiert, Lukas als Tendenzliteratur entlarvt. Deshalb, vielleicht, dieses beredte Schweigen!
9.    Nochmals: Namen
Vergleichen wir die beiden Schlusskapitel des Römerbriefes mit dem Ende der Apg, so wird diese Theorie nochmals bestätigt. Der zweite Schluss des Römerbriefes (Röm 16,1-27) enthält eine Unmenge von Namen, die übrigens zum Teil auch in übriger pln Briefliteratur und in der Apg als Paulusvertraute auftauchen (Röm 16,3f.; 1Kor 16,129; 2Tim 4,129; Apg 18,2f.), während der erste Briefschluss nicht einen einzigen Namen nennt (Röm 15,14-33). So nimmt es doch Wunder, dass den Apostel Paulus bei seiner Ankunft in Rom niemand aus dieser umfangreichen Grußliste empfängt. Paulus wird zwar empfangen, aber eher im Verborgenen, ohne Namensnennungen. Auch hier steht die Konzeption des Lukas über der geschichtlichen Wahrheit: Es gab eine Christengemeinde in Rom, wie hätte Paulus ihr einen mit einer so langen Grußliste versehenen Brief schreiben können? Es mag sein, dass diese Gemeinde messianisch und zugleich sehr jüdisch war, wie die Tradition bezeugt. Aber dass nur unbenannte Juden diesen Knecht Jesu Christi Paulus in Rom empfangen hätten, ist durch und durch Konzeption des Lukas (Apg 28,11-28)!
10.    Das 16. Kapitel
Auch wenn wir annähmen, das 16. Kapitel des Römerbriefes sei ursprünglich das Schlusskapitel eines anderen Briefes gewesen, was einige Forscher glauben, bleibt es bei diesem schroffen Bruch. Wieso schreibt Paulus überhaupt einen Brief an die Römer, wenn´s in Rom gar keine messianischen Menschen gibt? Ebenso ist der Hinweis, dass die Juden von Rom die Messiasbotschaft des Paulus nicht akzeptierten, was Lukas kräftig mit einem Bibelzitat untermauert, tendenziös (Apg 28,25-27; Jes 6,9f.): Das Evangelium geht ab jetzt zu den Heiden, die ihm Gehör schenken werden, wie Lukas abschließt (Apg 28,28). Noch einmal wird die Absicht des Lukas betätigt: Er erzählt, wie sehr sich Paulus müht, immer zuerst die Synagoge mit der Messiasbotschaft zu konfrontieren. Erst wenn, und weil diese sich verweigert, geht die messianische Botschaft zu den Heiden. Und Rom gibt seinen Segen dazu! Der Gefangene Paulus kann eine eigene Mietwohnung nehmen und das Reich Gottes und die Lehre über den Messias Jesus ungehindert und frei verkündigen. Wer sagt´s denn, dass der Römerstaat nicht positiv zu dieser Weltbotschaft eingestellt wäre (Apg 28,30)?
11.    Keine Namensnennung!
In diesem Zusammenhang wird der Umstand interessant, dass sowohl der erste Schluss des Römerbriefes wie auch die Apg bei der Schilderung der Ankunft des Paulus in Puetoli bzw. Rom keinerlei Namen nennt (Röm 15,14-33; Apg 28,15-30). Diese merkwürdige Übereinstimmung könnte mit dem Verbot jedweden Messianismusses in Rom zusammenhängen, wie es Kaiser Claudius ausgesprochen hatte. Es heißt zwar bei Sueton, Claudius „verjagte die Juden aus Rom, die aufgrund eines gewissen Chrestos, also Christus, ständig Unruhen stifteten“, was auch die Apg weiß (Apg 18,2). Dieses Ereignis, aufs Jahr 49 n. Chr. datiert, bezeichnen wir m. E. ungenau als Judenvertreibung aus Rom, während die Notiz doch besagt, dass zunächst messianische Juden betroffen sind. So wird es in Rom der Fünfziger Jahre insgesamt immer noch gefährlich sein, als Angehöriger der Messiasgemeinde öffentlich oder halböffentlich genannt zu werden. Darum diese Namensvermeiddung, in der Apg und im ersten Schluss des Römerbriefes, von dem angenommen wird, dass Paulus ihn im Winter 57/58 n. Chr. geschrieben habe, also 8 Jahre nach dem Edikt des Claudius?
12.    Zur Chronologie der übrigen Briefe
Der Hebräerbrief, eher eine Homilie, eine intensiv mit der Methode des Schriftbeweises arbeitende schriftlich verfasste Predigt, die sehr spät in den Kanon kam, lässt sich in ihrem Abfassungsdatum kaum bestimmen. Wer Paulusnähe sucht, setzt die Abfassung des Briefes auf 67 n. Chr. Vielleicht wurde der Brief nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem geschrieben, um Juden, nachdem bisherige Tempeltradition verloren ging, um so intensiver in den Messianischen Glauben einzuladen und sie in diesem Glauben zu bestätigen. Der 1. Petrusbrief könnte recht früh verfasst worden sein, vielleicht in der Verfolgungszeit durch Nero, also 64 n. Chr. Im gleichen Jahr stirbt Petrus der Legende nach als Märtyrer in Rom, oder erst später, 67 n. Chr.? Die Abfassung des Jakobus- und des Judasbriefes bleiben ungewiss, je nachdem, ob man ihre Verfasserschaft bei den angegebenen Autoren sucht, oder aber nachträgliche Abfassungen in deren Namen annimmt. In Bezug auf die Johannesbriefe lässt sich nur mitteilen, dass sie in enger Beziehung zum Johannesevangelium stehen, das in die Neunziger Jahre weist, mehr jedoch nicht. Beim 2. Thessalonicher-, 2. Petrus- und dem 3. Johannesbrief scheint es sich um Ergänzungen zu handeln, die in späterer Zeit im Sinne und Namen der Erstschreiben diesen angefügt wurden.
Ø    (U) Briefe im Zweiten Testament, Vorspann 1, Warum Briefe geschrieben wurden;
Ø    (V) Brauch und Missbrauch von Briefen, Vorspann 2, Ihr seid unser Brief;
Ø    Aus verschiedenen Briefen des Paulus, 09.11. Umkehr zum Messias Jesus, bis 15.11. Umkehr zur Gemeinde
Ø    16.11. Aus dem Römerbrief des Paulus, Röm 1,1-16,27, Paulus, ein Knecht Jesu Christi, bis 24.11. Christ und Staat
Ø    25.11. Aus den Korintherbriefen des Paulus, 1Kor 1,1-2Kor 16,23; Weisheit des Kreuzes, bis 02.12. Christusträger
Ø    03.12. Aus dem Galaterbrief des Paulus, Gal 1,1-6,18, Zur Freiheit befreit, bis 04.12. Geschwisterlichkeit
Ø    05.12. Aus dem Philipperbrief des Paulus, Phil 1,1-4,23, bis 06.12. Der Herr ist nahe
Ø    (W) Übrige Briefe, Vorspann 1, In ihm;
Ø    (X) Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott, in Liebe, Vorspann 2, Einigkeit im Geist
Ø    Aus dem 1 Petrusbrief, 1Petr 1,1-5,14, 07.12., Wiedergeburt
   
Buch, Buchstabe
Buchstabe
In vielen Kulturen haben Buchstaben eine magische und symbolhafte Bedeutung. In der indoeuropäischen Kultur raunen die Runen, aus Buchenholz geschnitzte Stäbe, willkürlich übereinander geworfen, die Zukunft. Der religiöse Ursinn der Buchstaben geht in allen Schriftkulturen und Religionen nie ganz verloren. Im Islam wird zwischen luftigen, feurigen, erdhaften und wässerigen Buchstaben unterschieden. Buchstaben sind Materialisationen des göttlichen Wortes, beziehen sich auf die geschehene Geschichte oder auf die werdende Zukunft. Sie deuten die Gegenwart. Die jüdische Kabbala, die mystische Geheimlehre, die mit Buchstaben und Worten spielt, kennt eine Reihe mystischer Spekulationen. Jeder Buchstaben hat einen in sich ruhenden Sinn, auch einen Zahlenwert. Beides miteinander gekoppelt, ergibt einen verborgenen Sinn, der nur dem Wissenden offenbar wird. Die sieben griechischen Vokale (für E und O gibt es jeweils zwei Buchstaben) gelten in der Antike als Symbole der sieben Himmelssphären und der sich in ihnen bewegenden Gestirne. Sie werden auch als Symbole des Geistes verstanden. Nicht von Ungefähr ist in der Apk von einer siebenfachen Aufstrahlung Gottes die Rede. Die sieben Geister Gottes haben weitere Namen, die sieben Sterne, die sieben Fackeln, die sieben Augen, die dem zugehören, der auf dem Thron sitzt. Dem siebenfachen Gott, der wie der siebenfarbige Regenbogen aufleuchtet, werden die sieben Gemeinden zugeordnet, an die die Apk als Sendschreiben gesandt wird (Apk 3,1; 4,5; 5,6). Die Konsonanten stehen im Griechischen für die Materie, womit der Gegensatz von Geist und Materie angedeutet wird. Das Alphabet, aus Vokalen und Konsonanten geformt, bildet die Symbiose von Geist und Materie, durch die Mensch, Schöpfung  und Kosmos geordnet werden. So liegt im Alphabet alle Weisheit, alle Lebenskraft Gottes, des Kosmos und des Menschen. Das Alphabet ist das, „was die Welt im Innersten zusammenhält“. Gott selbst ist in seinem Messias das Alpha und das Omega, der erste und der letzte Buchstabe des Alphabets und all dessen, was sich zwischen diesen beiden „Weltenden“, „Weltbegriffen“ bewegt und darin atmet (Apk 1,8;21,6; 22,13).
Buch
Es ist klar, dass ein Etwas, das sich sozusagen zu einem Buchstabenmeer ausformt, ein Buch, die Summe der Weisheit und des Wissens darstellt. Was der Seher der Apk des Johannes sieht, soll er in ein Buch schreiben (Apk 1,11). Das zu einem Buch Geformte erhält den Charakter einer gewissermaßen göttlichen Autorität. Im (lat.) liber munde, Weltenbuch, wird der Zukunftsentwurf lesbar. Nicht nur die große Weltgeschichte, sondern auch die Schicksale der Einzelnen werden ins Buch des Lebens eingeschrieben - oder aus ihm getilgt (Apk 3,5; 127,8; 20,12.15). Das Buch liegt in der Hand dessen, der auf dem Thron sitzt (Apk 5,1). Aber wer hat die Macht, das Buch zu entziffern (Apk 5,2-9)? Das Buch, das ja nicht als moderne Aneinanderreihung von Blättern verstanden werden darf, sondern als Buchrolle, wie sie bis heute im jüdischen Gottesdienst gezeigt und genutzt wird, entweicht „wie eine Buchrolle zusammengerollt wird“ (Apk 6,14). Dennoch, die Worte des Buches, die ja die Zukunft aufdecken, sollen nicht versiegelt, also weggeschlossen werden (Apk 22,10). In dem ankommenden Messias werden Buchindentität und Lebensatem zusammengebunden, verschmelzen zur messianischen Identität der einen durchgeistigten Menschheit.
   
Bund
Bund, Bündnis, das Gott mit seinen Menschen schließt. Bund heißt auch: Vermächtnis. Im hellenistischen Sprachgebrauch bildete sich der Begriff gr  diatheke aus, lat. testamentum. Wir nahmen es als Lehnwort: Testament!
Ø    Vgl. Testament
Ø    Vgl. Zwölfzahl
   
Bundesbuch
Gesetzessammlung (Ex 20,22-23,33). Sie leitet die im bundebuch gesammelten Gesetze vom Bundesschluss ab, daher der Name (Ex 20,22), z. T. altisraelitische Gesetzesforderungen. Das Bundesbuch insgesamt wurde im 10. Jhdt v. Chr. zusammengestellt.
   
Bundeslade
Schon in der Wüstenzeit?
Nach den Berichten in den Mosebüchern zu urteilen, war die Bundeslade schon in der Wüstenzeit eine Heiligtum, das die Einheit der Stämme in dem einen Jahweglauben symbolisierte, ein Wanderheiligtum, ein hölzerner Kasten, vielleicht umrahmt von zwei hölzernen Cherubim, also Engelgestalten, ein Holzkasten als Sitz gestaltet, auf dem Gott Jahwe unsichtbar thronend vorgestellt wurde. An den Seiten sollen sich Ringe befunden haben, durch die Stangen gesteckt wurden, sodass die Lade als Prozessionsheiligtum von mehreren Männern getragen werden konnte. Aufgestellt sei sie im Heiligen Zelt gewesen und habe, so die dtn. Tradition, die zwei steinernen Tafeln des Gesetzes, wie Mose sie verfasste, enthalten (Ex 25,10-22;37,1-9; Dtn 10,1-5.8; 31,26). Aber erst im > Exil entstanden diese genauen Schilderungen über Gestalt und Funktion der Lade, aus der Rückerinnerung an den Kult Richter und frühen Königszeit entwickelt.
In frühen Berichten
In frühen Berichten, etwa der Landnahme- und Richtertradition, wird die Ladetradition erwähnt, ja, diese Tradition spielt eine erhebliche Rolle. Die Lade ist Thronsitz des Gottes der Heerscharen, der Sieg zusagt (Jos 3f.;6). Jahwe teilt seine Weisungen von der Lade her mit (Ex 25,12), Sie ist sichtbares Zeichen der Gottesgegenwart, vor allem in der Schlacht (Num 10,35; 1Sam 4,7, 1Kön 8,11). Aber erst in der späten Richterzeit, unter Eli gewinnt die Lade historische Kontur. Sie scheint eben ein Wanderheiligtum gewesen zu sein, im Heiligen Zelt, > Bundeszelt stationiert.
Einheit der zwölf Stämme
Lade und Zelt sollen die Einheit der zwölf Stämme Israels in dem einen Jahweglauben dokumentieren. Die Lade wurde in die wogende Schlacht getragen, die durch Gottes Gegenwart zum Sieg entschieden werden sollte. Freilich gelang das nicht immer, die Lade wurde vergessen, verkam fast. Auch den Fremden, die sich ihrer bemächtigten, brachte sie kein Glück. Erst David holte sie heim, stellte sie im Heiligen Zelt in Jerusalem auf, wo sie 587 v. Chr. bei der Zerstörung des Tempels verbrannte. In Ladegeschichten wird das Schicksal dieses Wanderheiligtums sowie seine negativen und positiven Wirkungen spitzbübisch erzählt, bis hin zum Einzug der Lade in Jerusalem, wo sie im neuerrichteten > Bundeszelt ihren vorläufigen Platz findet (1Sam 4,1-7,1; 2Sam 6,1-23).
Ø    18.6. Feuerschein und Wolke
Ø    30.6. Zwölf Steine, zwölf Stämme
Ø    20.7. Die Bundeslade
Ø    28.7. Der fromme David
Ø    Vgl. Zwölfzahl
   
Bundeszelt
Anfänge des Israelitischen Glaubens, ein Wanderheiligtum
Das Bundeszelt, auch Heiliges Zelt oder Stiftshütte genannt, war ein Wanderheiligtum, das bis in die ersten Anfänge des israelitischen Glaubens zurückreicht. An den Kupferhöhlen in Timna, wo seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. Kupfer abgebaut wurde, zeigten die Ägypter ab dem 14. Jhdt. v. Chr. Interesse und bemächtigten sich dieser Berg- und Tagebauregion. Einer ägyptischen Gottheit, der Hathor; wurde ein Heiligtum errichtet, der nach vorangegangenen Zerstörungen unter Ramses III. (1198-1166 v. Chr.) wieder errichtet wurde. Nach Erdbeben zog sich Ägypten zurück und die > Midianiter errichten in den Tempelresten ein Heiliges Zelt, dessen Maße freilich dem Grundriss des Hathortempels entsprachen, aber doch einen eigenständigen Kult dieses Wüstenvolkes bezeugen. Es wurde auch eine kunstvoll gearbeitete > Schlange aus Kupfer mit vergoldetem Kopf gefunden, ein Hinweis, das zum altisraeltischen Kult Zusammenhänge bestanden (Ex 7,12; Num 26,6). Bei den Midianitern gewann Mose seinen Jahweglauben (Ex 2,11-22; 3,1ff.). So hat möglicher Weise auch das hebr. Zeltheiligtum bei den Midanitern seine Wurzel.
Im Laufe der Zeit verschiedene Funktionen
Das Heilige Zelt der Israeliten, ein Wanderheiligtum, hatte, so die biblischen Berichte, verschiedene Funktionen. Diese Berichte spiegeln aber diejenigen Funktionen wider, die Zelt und Tempel im Laufe der Geschichte Israels hatten: Aufbewahrungsort für die Bundeslade (Ex 25,16), Wohnung Gottes (Ex 26,1ff.), Offenbarungsstätte (Ex 25,22; 33,7-11), Orakelort (Num 12,5). Die Beschreibungen der Zelteinteilung scheinen eher vom Tempelbau her beeinflusst zu sein (Ex 26,1ff.; 36,8-37). Unter David, in Gegenwehr gegen einen steinernen Tempelbau, wird das Heilige Zelt noch einmal in den Mittelpunkt religiösen Interesses gerückt. Es wird deutlich, wie sehr das Heilige Zelt in der Wüstenzeit Glaubensmitte war und zunächst bleiben soll (2Sam 6,17; 7,1-7). Es wird aber auch spürbar, wie unter Salomo, Davids Nachfolger, die Zelttradition durch die Tempeltradition abgelöst werden wird (2Sam 7,8-16).
Ø    18.6. Feuerschein und Wolke
Ø    V gl. Tempel