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A (365 mal Gott-Lexikon) Drucken
Aaron
Die Namensbedeutung ist unbekannt. Aaron kommt in der jüngeren Tradition als der Bruder des Mose vor (Ex 4,14; 6,20). Er ist des Mose Begleiter und Unterstützer, sein Sprecher und Prophet (Ex 7,1; 17,10ff., 19,24). Aaron wird auch für die Anfertigung des Goldenen Kalbes verantwortlich gemacht (Ex 32,1-6.21-24). Er lehnt sich mit seiner Schwester > Mirjam gegen Mose auf (Num 12,1-15). Beiden wird verziehen. Der Mirjam verzeiht deutlich auch das Volk. Es erträgt Mirjams siebentägige Verbannungszeit stoisch und wartet auf sie, bis sie sich gereinigt hat. Aaron stirbt auf dem Berge Hor (Num 20,22; 33,38; Dtn 32,50) oder aber in Moserath (Dtn 10,6).
   
Abendmahl
Selbsterfahrung und Neubeginn
Eine liturgische Feier, auch Eucharistie genannt; sie ist bis heute Lebens- und Glaubensereignis der getauften Christen, Mitte des sonntäglichen Gottesdienst, mit der die Christen des Todes und der Auferstehung Jesu gedenken. Die Grunderfahrungen vom Tode des Messias und seiner Auferstehung werden im Leben der Gemeinde und des Einzelnen verwurzelt. Das Abendmahl symbolisiert Selbsterfahrung und Neubeginn aus dem Sterben und Auferstehen des Messias. Die ursprüngliche Liturgie wird im > Passa verankert, wächst aus ihm heraus.
Ein besonderes Verb
Die Nacht, in der Jesus verraten und ausgeliefert wird, ist zugleich die Nacht, in der seine Existenz zur messianischen Tradition, Überlieferung wird. Diese Mehrdeutigkeit wächst aus dem gr. Verb paradidomi: verraten, pass.: verraten, ausgeliefert, zur Überlieferung werden, ein Liturgietext der ersten Stunde. Jesus wird mit seiner Gefangennahme nicht nur verraten und ausgeliefert, sondern, indem er verraten und ausgeliefert wird, zur messianischen Überlieferung!
Ø    (H) Wie entstand das Zweite Testament, und warum? Vorspann, Das Gesetz und die Propheten
Ø    26.03. Abendmahl
Ø    27.03. In der Nacht, da er verraten wird
Ø    28.03. Verhör, Anklage, Folter, Verurteilung
Ø    15.11. Umkehr zur Gemeinde
Ø    Aus dem 1 Petrusbrief, 1,1-5,14, 07.12. Wiedergeburt, bis 08.12. An seinem Leibe
Ø    Vgl. Passa
   
Abraham
Der erste > Erzvater, kommt im Rahmen einer > Aramäischen Wanderungsbewegungen um 1500 v. Chr. aus Ur, einer Stadt in Chaldäa, dem heutigen Irak, nach Westen, in den Negev (Gen 1,21-37; 15,7). Der Herkunftshinweis ist innerhalb der biblischen Überlieferung relativ jung, gehört in die > priesterschriftliche Überlieferung.
Ø    (C) Erzvätergeschichten, Gen 12,1-50,36, Vorspann, Abraham, Isaak und andere;
Ø    Erzvätergeschichten 1, Aus Abraham wird Abraham, Gen 12,1-25,11, 08.01, Abraham wird berufen, bis 14.1. Ein umherirrender Aramäer war mein Vater
Ø    Vgl. Erzvätergeschichte
   
Advent
Lat. adventus, Ankunft. Gemeint ist die erwartete Ankunft des Messias, die an den vier Sonntagen vor Weihnachten besonders gefeiert wird. Die Adventszeit ist aus den Anfängen der Christenheit als Bußzeit zur Vorbereitung auf das Kommen des Messias zu verstehen.
Ø    (F) Aus den Propheten, Aus und nach dem Exil, Jes 40,1ff.; Jon 1,1-4,11; Propheten schauen Heil: Deuterojesaia, Jona, 19.2. > 03.03.
Ø    (Y) Apokalyptik, Enthüllung, Offenbarung, Vorspann; Offenbarung
Ø    Die Offenbarung des Johannes, Apk 1,1-22,21; 13.12. Sieben Sendschreiben, bis 20.12. Ja, Herr Jesu, komm!
   
Ägypten
Geschichte
Die Geschichte Ägyptens beginnt um 3000 v. Chr., wobei die beiden Antipoden Zweistromland, heute Irak, und Nilregion, heute Ägypten, die beiden Schwerpunkte des kulturellen und machtpolitischen Lebens in der asiatischen Antike bilden, > Babylon im Zweistromland, Ägypten diesseits und jenseits des Nils, wobei der Nil und sein Wasser zur verbindenden Lebensader werden, wie Euphrat und Tigris dies für Babylon wurden.
Ursprünge und Abggrenzungen
Die Staaten Israel und Juda sowie der biblische Glaube bilden sich im Dialog mit und in der Abgrenzung gegen beide Kulturen aus. So kommt > Abraham, eine frühe, legendäre Gestalt aus Ur in > Chaldäa, einer babylonischen Nordregion. > Moses, Befreier und Erstentwickler des hebräischen Ethos, wächst in Ägypten heran. Dabei darf nicht übersehen werden, dass zwischen der Hirtenkultur in der Sinaiwüste (und an deren Rändern) und der Kultur des Feudalstaates > Ägypten unüberbrückbare Gegensätze herrschten, die in der Bibel immer neu beschrieben werden(vgl. Gen 12 bis Ex 15). Ägypten baut, wie auch Babylon, seine Macht mit Hilfe von Unterdrückungsmechanismen auf:
Befreiung
Die Sklaven, aus Wüstenstämmen gewonnen, müssen die Pyramiden der Pharaonen, die Vorratsstädte Pithom und Ramses und in Chaldäa den Turm zu Babel bauen, damit die Vergottung des Pharao und des Großkönigs von Babylon um so besser voran komme. So lebt die > hebräische Religion zunächst aus einer Befreiungssehnsucht auf. Sie will sich aber zu einer Lebenspraxis von Menschen entwickeln, die vertrauen, vom Joch der Unterdrückung durch ihren Gott befreit zu werden.
Handelsbeziehungen
Schon zur Gründungszeit des Altägyptischen Reiches, ab 3000 v. Chr., bestehen Beziehungen zwischen Ägypten und Byblos, der Hafenstadt am Mittelmeer unterhalb des Libanon. Ägypten versuchte also, seine Handels- und Wirtschaftsbeziehungen und somit seine Macht nach Norden hin auszubauen. Im Zeitalter des Mittelägyptischen Reiches (um 2050 v. Chr.) wurden diese Beziehungen gefestigt. Die Städte Askalon und Jerusalem in Kanaan sind aus dieser Epoche als Handelspartner bekannt.
Hyksoseinfall
Der Einfall der Hyksos nach Ägypten um 1650 v. Chr., eines unbekannten Reitervolkes, das zunächst nach Kanaan und dann nach Ägypten einfiel, machte die Ägypter mit Pferden und Streitwagen bekannt, militärische Errungenschaften, die sie übernahmen. Dieser Überfall bezeichnet den Beginn des Neuägyptischen Reiches, in dessen Ära der Aufbruch der > Moseschar fiel.
In nachfolgenden Zeiten
In nachfolgenden Zeiten wird Ägypten in Israel als das Unterdrückerland angesehen, aus dem Gott die > Hebräer heraus brachte und zum Volk Israel entwickelte. Da aber > Assur, > Babylon und später auch das syrische Diadochenreich > Israel von Norden und Oster her bedrängen, werden wechselweise Ägypten und Babylon als Übermachte angesehen, die Israel-Juda bedrohten oder auch befreien könnten. Der Prophet > Jeremia warnt vor einer allzu großen Bündnisbereitschaft Judas mit Ägypten. Für ihn ist Babylon die von Gott verordnete legitime Herrschermacht, der Israel sich zum eigenen Nutzen fügen sollte.
   
Äon
Zeitalter. Der Begriff Alter und Neuer Äon wird im Zweiten Testament wichtig, weil, in Tod und Auferstehung Jesu verfasst, ein Riss zwischen dem Alten und dem Neuen Äon geht, der aber, siehe > Markus und > Paulus , in der Person Jesu und im Wirken der Urgemeinde im Heiligen Geist überwunden wird: Im Messias Jesus und seiner Gemeinde findet im Alten Äon der Neue statt, was Paulus in seinen Briefen zu seinem Lebensthema macht. Diese Entwicklung ist in der Botschaft Jesu angelegt, den Mk das Herannahen der gr. basileia tou theou, der Herrschaft des Gottesreiches verkünden lässt.
Ø    14.10
Ø    29.11
Ø    Vgl. Reich
   
Amos
Amos ist ein Prophet, wirkte wie der Prophet Hosea im Nordreich > Israel unter Jerobeam II. (787 –747 v. Chr.) in einer Phase wirtschaftlicher Prosperität. Amos wächst im Südreich auf, tritt aber an den Heiligtümern in Bethel und Samaria auf, die beide zum Nordreich gehören. Amos ist der erste Prophet der Bibel, der seine Worte schriftlich niederlegt.
Ø    (Q) Aus den Propheten, Propheten in Israel, Vorspann, Zwei aus dem Nordreich: Elia, Amos
Ø    19.08. Amos: Berufung, wozu? Aus dem Buche Amos, Am 1,1-9,15, bis 29.08. Begegne deinem Gott!
Ø    Vgl. Bibel
   
Apodiktisches Recht in den Dekalogen
Gebotsreihe
Das Wort apodiktisch, aus dem Gr. kommend, meint keinen Widerspruch duldend. Eine apodiktische Setzung kann man nicht diskutieren. Sie ist gültig ohne Wenn und Aber, heilige Setzung, damit Satzung! Charakteristisch ist auch die Kurzform, dazu die Zehnerreihe, was Einprägsamkeit garantiert. In diesem Sinne werden die 10 Gebote, der Dekalog, apodiktisches Recht genannt. Der Dekalog kommt zweimal im Ersten Testament vor (Ex 20,1-17; Dtn 5,6-21). Freilich wird verschieden akzentuiert, gemäß der Intention der Theologen, die die jeweilige Schriftzusammenhang herstellten und bearbeiteten. Auch der kultische Dekalog, eine Mischung aus bisherigen Dekalogvorschriften und weiteren religiösen Konkretisierungen, die den eigenständigen Kultuscharakter der Religion Israels und deren Abgrenzung von Fremdkulten betonen, kann als apodiktisches Recht bezeichnet werden, da Kurzform und Zehnzahl wiederholt werden (Ex 34,12-28). Im Gegensatz zum apodiktischen Recht, das seine kurzen, hammerartigen Sätze mit „Du sollst....“ beginnt, greift das kasuistische Recht Einzelfälle auf und erläutert sie: „Wenn ... , dann ...“ (z. B. in Dtn 15,13ff.).
Bundesschluss
Wichtig bleibt bei allen Dekalogformulierungen, dass sie eindeutig in den Bundesschluss und die Heilszusage Gottes an sein Volk eingebunden werden. Mit einem feierlichen Gottesdienst wird die Bundesidentität von Gott und seinem Volk, die sich im Einhalten der Gebote bewähren soll, von Gott geschenkt und vom Volk beschworen (Ex 19,1ff.; 20,22ff.; 34,1-11.27-35; Dtn 5,1-5.22; 6,1ff.).

Apokalyptik
Besondere Literaturgattung
Eine besondere Literaturgattung (2. Jhdt v. Chr. bis 1. Jhdt. n. Chr.), die in der Bibel mehrfach vertreten ist (Hes 1,4-28; 10,1-22; 37,1-14; 40-48; Jes 24-27; Sach 9-14; Joel 3-4; Dan 7-12; Mk 13, par.; 2Thes 2,1-12; Apk 1,1-22,21). Die Theologie, die in dieser Art Literatur entwickelt wird, meint die baldige Ankunft Gottes und/oder seines Messias. Mit diesem Kommen werden radikale Änderungen erwartet, die Wiederherstellung von Gerechtigkeit, Frieden und Gemeinschaft der Völker. Die Bilder sind verschieden, oft geheimnisvoll verschlüsselt, meinen aber dies: Es wird kein Jenseits für die Verstorbenen erschaffen sondern Gott verwandelt diese Erde, diesen Kosmos zu einer neuen geschichtlichen Realität.
Dualistisches Geschichtsbild?
Auf den ersten Blick hin scheint die biblische Apokalyptik durch einen tiefgreifenden Dualismus geprägt zu sein: Hier kämpft das Gute, Gott und seine himmlischen und irdischen Wesen, gegen das Böse, den Satan, den Widersacher Gottes, der das Reich Gottes verhindern will, Gottes Boten und die Gemeinde quält und eine ungeheure Macht über Mensch und Natur gewinnt. Unendliche Leiden, die in immer neuen Schüben über die Menschheit kommen, kündigen den Endkampf an. Indem alles Böse zerstört werde, mache sich ein radikaler, sozusagen himmlischer neuer Anfang bekannt, Gott selbst. In der Schlacht bei Harmagedon (Apk 16,16), die in und um Israel stattfinden werde, komme das Endgericht über die Menschheit. Aus der geschehenen Zerstörung wüchse ein Neues, das Tausendjährige Reich des Messias (Apk 20,1-6). Nach erneutem Kampf werde das endgültige Reich Gottes eingerichtet., ein absolutes Reich des Friedens.
Die Macht des Satans ist gebrochen
Dieser in der Endzeit besonders heftig tobende Kampf des Satans gegen die unaufhaltsam andringende Herrschaft Gottes intendiert die Idee, dass Gott einen Teil seiner Macht an den Teufel habe abtreten müssen. So käme ein transzendenter Dualismus ins Spiel. Davon kann im Zweiten Testament, im Weltbild des Jesus von Nazareth, keine Rede sein. Wohl findet ein äußerst bildhaft geschilderter Kampf statt, aber der ist bereits entschieden, von Anbeginn an, was zu Ostern deutlich sichtbar wird. Jesus selbst lehnt jedweden Dualismus ab: „Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen“ (Lk 10,18). Unmythologisch gesprochen: Die Zeit des Kampfes ist bereits vorbei. Satan ist wieder (wie er es immer im Ersten Testament war) zu einer Untergröße, ja, Ungröße, Nichtgröße geworden. Der Kampf ist noch zu spüren. Er wurde aber am Kreuz vollends entschieden.
Real ankommende Reichsgotteswirklichkeit
Wenn in der Apokalypse des Johannes dennoch die Macht des Bösen im Alten Äons breit geschildert wird und nach Kampf aussieht, so wird die augenblickliche Situation trotzdem aus der Herrschaftsperspektive des Lammes gesehen, das, geschächtet und gerade so zur Herrschaft erhöht wurde. Das Himmlische Jerusalem meint demnach keine himmlische, sondern ein auf der Erde ankommende Herrschaft: Friede, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung rücken neu und absolut ins Bild.
Naherwartung nach Ostern
Verschiedene biblische Autoren lassen dennoch durchschimmern, dass die Urgemeinde, direkt nach Ostern, in einer lebhaften Erwartung des ankommenden Menschensohnes stand, ja, das gesamte Szenarium des urgemeindlichen Glaubens ist nicht ohne die nahe Erwartung eines himmlischen Messias vorstellbar. Je näher wir an den Tod Jesu heranrücken, aus der Rückschau betrachtet, desto lebhafter wird diese Hoffnung. Markus zeichnet ein apokalyptisches Bild in der Sterbeszene Jesu, das Sterben Jesu wird mit Signien der Apokalyptik ausgestattet. Paulus hat sein Leben lang die Hoffnung nicht ausgegeben, dass der Herr nahe sei, wobei aber die lebhaften Naherwartungen, wie sie den 1. Thessalonicherbrief auszeichnen, mehr und mehr abgedämpft werden. Eine nüchterne Ordnungsethik wird für Paulus wichtig, was besagt: Er lässt sich keineswegs von Schwärmern einfangen, womit er sich in Übereinstimmung mit der Mehrheit der jungen, heranwachsenden Theologen befindet.
Naherwartung und die Ratio
Im 2. Petrusbrief, einer späten Schrift, im besten Griechisch geschrieben, eine im Namen des Petrus nachentworfenen Schrift, werden die Zeichen der Zeit, mit denen sich das Ende ankündigt, nochmals umschrieben: Schlimme politische Entwicklungen, aber vor allem Entwicklungen von Unmoral und Unordnung, treten auf den Plan. Der Herr komme dennoch, so die Aussage des Briefschreibers. Jedoch seien tausend Jahre vor Gott wie ein Tag, deshalb gelte es auszuharren und heilig und in Erwartung der kommende Dinge zu leben (2Petr 3,1-13).
Naherwartung und Mission
Unverkennbar ist, dass die Naherwartung die JüngerInnen in den nachfolgenden Jahren nach der Kreuzigung Jesu zur Mission schreiten ließ. Mission hatte ja nicht als geplante geistige Welteroberung angefangen. der Missionsgedanke kam, aus ersttestamentlichen Wurzeln gespeist (Jawist, Gen 4,26; Deuterojesaia, Jes 45,20-24; Jona, Jon 1,1ff.), aus der Naherwartung Gottes. Wenn Gott bald kommt, er selbst in seinem Messias, dann müssen seine Knechte vorher deutlich den Versuch unternommen haben, den Völkern die messianische Frohbotschaft zu bringen. Dabei ist die Ausbreitung des Evangeliums ein doppelter Prozess: 1. Es gilt, das zerstreute Israel messianisch zu sammeln! 2. es gilt, alle Völker in diesen Missionsprozess hineinzuziehen. Niemand wird ausgeschlossen werden. das Heil Gottes wird in der Endzeit zu allen Völkern gelangen, durch seine Apostel und Missionare. Dass Paulus der einzige gewesen sei, der dies so richtig begriffen habe, ist eine Fiktion des Lukas, der zum Beispiel die weltweit vermutete Mission des Petrus, wie sie die Legende andeutet, nur in ihren Anfängen erzählt.
Ø    (Y) Apokalyptik, Enthüllung, Offenbarung, Vorspann; Die Offenbarung des Johannes, Apk 1,1-22,21
Ø    13.12. Sieben Sendschreiben, bis 20.12. Ja, Herr Jesu, komm
   
Apokryphen oder auch: Pseudepigraphen
Zwischen den Testamenten
Diese Werke sind in der hebräischen Bibel nicht zu finden, kamen infolgedessen auch nicht in die von Luther begründete Bibeltradition, die sich auf den hebräischen Kanon stützt. Die Katholische Kirche akzeptiert dieses Buchgeflecht, weil die frühe Kirche es in ihren Kanon übernahm, dem AT eingegliedert. Diese Literatur steht zwischen den Testamenten, kommt aus hebräischer Tradition, bleibt vom griechischen Denken und von griechischer Sprache nicht unbeeinflusst und bereitet vieles vor, das dann im NT zur Entfaltung kommt. Zur Weisheitsliteratur zählen Das Buch der Weisheit und Jesus Sirach. Zu den sogenannten Geschichtsbüchern zählen die Bücher Judith und Tobit (zuzüglich Esther, das aber bereits zum hebräischen Kanon zählt), dazu das 1. und 2. Makkabäerbuch. Die Entstehung dieser Literatur ist verwickelt. Teilweise unterscheiden sich die gr. und hebr. Fassung erheblich, was nochmals dokumentiert, wie unabgeschlossen diese Literatur war, als sich der Kanon, was übersetzt Maßstab heißt, der hebräischen Bibel festigte, erst 20 Jahre nach der Zerstörung des Tempels von Jerusalem.
Zwei Bezeichnungen
Leider existieren zwei Begriffe für diese Zwischenliteratur, Apokryphen, welcher Begriff betont, dass diese Schriften nicht zum offiziellen Kanon der Schrift gehören; also verborgene Bücher seinen, und Pseudepigraphen, was hervorhebt, dass hier Pseudepigraphen, also Schriftsteller der Zweiten Reihe am Werke sind, was katholische Exegeten mit deuterokanonische Bücher übersetzen.
Ø    Vgl. Kanon
   
Apostel
Ø    Vgl. Zwölfzahl
   
Apostelgeschichte des Lukas
Ø    Vgl. Lukas
Ø    Vgl. Geschichtswerk
   
Aram, Aramäer, Aramäische Wanderungen
An den Oberläufen des euphrat und Tigris
Aram , Hochland, heißt in der Bibel das Gebiet zwischen Libanon, Taurus Armenien, dem oberen Tigris, Euphrat und dem Wüstengebiet der Araba. Als Aramäer bezeichnen wir verschiedene Völkerschaften aus dem Oberläufen des Euphrat und Tigris und im Zweistromland selbst wie auch Volksgruppen, die aus den Wüstengegenden des Vorderen Orients gegen bestehende Kulturlandschaften anbranden und in die Regionen des Fruchtbaren Halbmondes, der sich vom Zweistromland bis nach Palästina erstreckt, eindringen. Die > Erzvätergeschichten der Bibel (Gen 12-49) schatten diese Wanderbewegungen ab.
Wanderbewegungen
Es fanden enorme Wanderbewegungen statt, vor allem durch Dürreperioden im Steppengebiet bedingt. Diese Völkerstürme rufen mit ihren Unruhen einen Dominoeffekt hervor. Nomaden und Halbnomaden beginnen zu wandern und branden gegen die Kulturreiche des Fruchtbaren Halbmonds an. Diese Völkerwanderungen regen sich ab 2200 v. Chr. Zu vermuten ist, dass es zu immer neuen Wanderungs- und Abwehrbewegungen kam. Aramäer drängen als Nomaden heran, setzten die etablierten Reiche unter Druck und gründeten kleinere eigene Reiche, wie das Chaldäerreich im unteren Zweistromland oder Aram mit der Hauptstadt Damaskus. Überhaupt wird in späterer Zeit Aram mehr und mehr mit Syrien identifiziert. In der Schlacht bei Karkar 854 v. Chr. können sich vereinigte aramäische Staaten, inklusive Israel unter Ahab, gegen > Assyrien unter Salmanasser III. durchsetzen. Das militärisch starke Assur fegt jedoch Aram wie auch Israel.
Handelssprache
Auch, wenn die Aramäer, ursprünglich untereinander uneinige Nomadenstämme, nur zu gewissen Kleinreichen heranwuchsen und kein dauerhaftes Großreich ausbilden konnten (außer dem Chaldäerreich und Syrien), so nahmen sie doch durch ihre Sprache, die sich im ganzen Vorderen Orient als Handelssprache durchsetzte, einen enormen kulturellen Einfluss. Seit 1000 v. Chr. verdängt das Aramäisch die älteren Sprachen wie Babylonisch und Assyrisch. Auch die Juden zur Zeit Jesu sprachen außerhalb des Gottesdienstes keineswegs mehr das biblische Hebräisch, sondern Aramäisch, sei es als Weiterentwicklung des Hebräischen oder in einem Ablösungsprozess der einen Sprache durch die andere. Beide Sprachen sind eng verwandt. Als Schriftbild setzte sich das phönikisch-hebräisch-aramäische Alphabet durch, das über die Griechen und Römer auch zu uns kam.
Ø    Vgl. Erzvätergeschichten
Ø    Vgl. Assur
   
Arimathia
Ø    Vgl. Joseph von Arimatia
   
Arme, Armut
Die Armen
Aus den Lehren Jesu und den Ideen der Armutsbewegung vor ihm entwickelt sich auch die Gruppe der Ebioniten, der Armen in Jerusalem, deren Evangelium, das Ebioniterevangelium nur noch in Bruchstücken vorhanden ist und nicht in die Bibel gelangte. Weite Passagen dieses Evangeliums scheinen mit dem Matthäusevangelium identisch zu sein. Hebr. ebionim bedeutet Arme. Die messianische Armenbewegung beruft sich auf Jesus und hat tatsächlich in Wort und Tat Jesu ihren legitimen Ursprung. Jesus mahnt den Verzicht auf Reichtum und unser Teilen an, nicht aus Sucht nach Askese. Der Teilungsprozess hat einen definitiven Menschheitssinn. Er soll so lange währen, bis es keine Armen mehr gibt, wie es das Erste Testament als Gesetz vorsieht (Dtn 15,4). Die biblische Armutsbewegung um Jesus hat also ihren Ursprung in der Wüsten- und Armutsbewegungen des Ersten Testaments, in der Armutsbewegung der Rechabiten und Propheten, die die Erfüllung der Gerechtigkeit für Arme einfordern (Jer. 35,1-19).
Lebensstil der Einfachheit
Ein Lebensstil der Einfachheit ist also biblisch gefragt. Armut findet bei Jesus wie im Ersten Testament nicht ihren Sinn in sich, in einer Art religiösen Masochismus´. Sie ist abzuschaffen. Arme, so Jesus, sind Menschen, die unterprivilegiert leben, und darum an den Menschheitstisch geladen werden, dass niemand mehr hungert. Alle sollen satt werden und miteinander leben, predigt Jesus dieses Menschenrecht, die Abschaffung des Hungers, und verwirklicht es in seinen Mahlgemeinschaften (Mt 5,6; Lk 6,20; 14,13.21). Paulus ist bemüht, diesen von  Jesus und der Urgemeinde entwickelten Ausgleich von Arm und Reich auf seine Weise zu verwirklichen, indem er für die messianischen Armen in Jerusalem in den reichen hellenistischen Gemeinden Kollekten sammelt, die er persönlich nach Jerusalem überführen wird (1Kor 16,1ff.). Die messianische Armutsbewegung, wie sie im Zweiten Testament verdeckt zu erkennen ist, steht der Bewegung der > Naziräer nahe, wie sie > Johannes der Täufer in etwa neu belebte. Nicht unbedeutend ist, dass > Josephus die dritte Gruppe der religiösen Bewegungen in Juda als eine Gemeinschafts- und Armutsbewegung schildert, die in ihrem Lebensstil dem der Urchristenheit sehr nahe kommt, > Pharisäer..!
Selbstgewählte Armut oder Nähe zu den sozial Schwachen?
Dass die 1. Seligpreisung, „Selig sind die geistlich Armen ... “ (Mt 5,3) bereits in Qumran vorliegt (> Pharisäer), ist nicht unbedeutend. Es sieht so aus, als sei mit diesem Zeugnis, das Mt aufnimmt, nicht der hebr. am ha arez, das verarmte Landproletariat gemeint, sondern wie in Qumran jene Gemeinschaft in selbst gewählter Armut, in der das Eigentum in die Gemeinschaftskasse aufgeht (J. Maier / K. Schubert, Die Qumranessener, Basel 1992, S. 119f.; vgl. Apg 2,42). Um so bedeutender ist, dass Lk in seiner Fassung der Bergrede dieser Seligpreisung den Zusatz „geistlich“ weglässt und damit auf konkret vorhandene Armutsverhältnisse reflektiert (Lk 6,20). Der Weg Jesu führt ihn und seine Jüngerinnen eindeutig zu den Schwachen, Unterdrückten, Armen, Kranken, zu denen im Schatten. Das sind alles Menschen, die nicht in selbstgewählter Armut isoliert von der Welt leben, sondern im Alltagselend dahinvegetieren und soziale Hilfe und Befreiung nötig haben, die Jesus schenkt.
Ø    09.04. Wozu bin ich auf der Welt?
Ø    10.04. Reicher Mann, armer Lazarus
Ø    18.04. Talente
Ø    19.04. Gottes Ungerechtigkeit
Ø    20.04. Was ihr getan habt....!
Ø    25.04. Selig sind die Armen, bis 03.03. Vorher aber nicht!
Ø    08.05. Schätze, die ich sammeln soll
Ø    24.09. Bedingungen
Ø    25.09. Gott oder Mammon?
Ø    28.09. Der reiche Jüngling
Ø    10.10. Pfingstpredigt, Pfingstgemeinde
Ø    11.10. Ein Präzedenzfall
Ø    Vgl. Naziräer, Nasiräerevangelium
   
Assur
Gr. Assyrien, von den Assyrern bewohnt, das Gebiet am mittleren Tigris, mit der Hauptstadt Assur, heute der Ruinenhügel Kalat Scherkat, im Irak, am rechten Tigrisufer gelegen. Die Stadt wurde 614 v. Chr. von den > Medern zerstört. Schon vorher hatten Ninive und Kalach der Stadt Assur den Bedeeutungsrang abgelaufen. Seit Ende des 2. Jtds. ist Assur als Zentrum eines Kleinstaates nachweisbar, der sich die Unabhängigkeit von und dann sogar die Herrschaft über Babylon unter Assuruballit (1353-1318 v. Chr.) erkämpft. Tiglatpileser I. (911-891 v. Chr.) drang bis zum Mittelmeer vor. Salmanassar V. (726-722 v. Chr.) eroberte 722 v. Chr. Samaria und deportierte Israels Bevölkerung in bis heute unbekannte Regionen. Assurbanipal (699-627 v. Chr.) konnte noch einmal das auf strikte militärische Herrschaft begründete assyrische System zusammenfügen, dann zerbrach das assyrische Reich unter dem Druck > Babylons und der > Meder. Assur war Wegbereiter der übernommenen sumerisch-babylonischen Kultur, die die Assyrer anfänglich durch Kolonisation, dann durch unbarmherzige Eroberungsstrategien durchsetzten, ein Vorgang, der sich tief ins Völkergedächtnis einprägte (vgl. Nah 3). Die Blütezeit Assurs fiel mit der Blütezeit der israelitischen und judäischen > Prophetie zusammen. Die Propheten warnten vor dem Ansturm Assurs, den sie als heranstürmendes Gottesgericht verstanden, so vor allem > Amos. Die biblischen Angaben werden durch Inschriften und übrige Kulturzeugnisse Assurs ergänzt. Assurbanipal richtete eine umfassende Bibliothek ein, die aus gebrannten Tontafeln bestand, in die Nachrichten in Keilschrift eingeritzt worden waren. Von diesen Tafeln wurden 22.000 gefunden, die historisches, mythologisches, astrologisches und astronomisches Wissen der Assyrer für uns aufbewahrten.
Ø    Vgl. Aram
Ø    Aus dem Buche Amos, Am 1,1-9,15; 19.08. Amos: Berufung, wozu? bis 29.08. Begegne deinem Gott!
   
Astarte
Ø    Vgl. Kanaanäische Religion und Israel
   
Auferstehung
Totenauferstehung
Die Vorstellung von der Auferstehung der Toten ist eng mit der Entwicklung des > Pharisäismus im Judentum verknüpft. Der originäre Israelit weiß von keiner Rückkehr aus dem Tode (Hiob 16,22). Der Tote dämmert im Totenreich vor sich hin, ausgeschlossen vom Heil (Ps 88,1ff.). Aus dem Exil heraus entwickelt sich die Idee, Jahwe steige in die Unterwelt und errichte auch dort seine Herrschaft (Ps 139,8). Während Griechen sich bewusst die Loslösung der Seele bzw. des Geistes vom Körper vorstellen, was mit dem Sterben des Menschen beginne, kann der Hebräer so nicht denken. Der Mensch existiert als Leib und Seele in unzertrennbarer Einheit. Mit der Schöpfung wird er eine lebendige Seele, nicht etwa: er bekäme sie (Ps 64,3; 84,3; Gen 2,7).
Aus den Befreiungskämpfen heraus
Als nach dem Exil aus den Befreiungskämpfen heraus fromme Juden, die Stillen im Lande (Ps 35,20), die Gerechten (Ps 31,19) mit Entsetzen wahrnehmen, wie sie, die Gerechten, vom eigenen Staat, für dessen Befreiung sie ebenfalls kämpften, verfolgt und getötet werden, kommt der Gedanke auf: „Derartiges Unrecht wird Gott nicht zulassen. Er wird eine ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Tode des Einzelnen schaffen (Lk 16,23) oder aber nach einer allgemeinen Totenauferstehung Gericht halten (Mt 25,31ff.)“. In der nachexilischen Literatur beginnt sich der Gedanke anfangsweise durchzusetzen, Gott werde seinen gerechten Knecht nicht im Tode lassen, sondern ihn erhöhen (Jes 52,13).
Verschiedene Einflüsse 
Verschiedene Einflüsse werden sichtbar. Die griechische > Philosophie gibt ein erstes Verstehensmuster ab, Gott habe den Menschen zur Unverweslichkeit erschaffen (Weish 2,1ff.). Das zweite Muster schafft die > Apokalyptik, die das Ende aller Geschichte denkt und den Menschensohn als göttlichen Richter in den Wolken des Himmels erscheinen lässt (Dan 7,12ff.).
Auferstehung: Grundmuster biblischen Vertrauens
Beide Ansätze vereinigen sich im NT, indem atl. Grundmuster biblischen Vertrauens aus atl. Texten auf den Tod und die Auferstehung Jesu gedeutet werden (Ps 22,1ff.; 69,1ff.; Je 52,13ff.): Gott habe den Messias erhöht, ihn aus der Todeszone ins Leben gebracht – und ihn damit, so alle ntl. Theologie, zum Erstling der Auferstehung gemacht, dem wir übrigen Menschen folgen werden (1Kor 15,20). Alle ntl. Theologie zeichnet dieses Merkmal aus: Mit Jesu Wirken bricht das > Reich Gottes an (Mk 1,14). Bei Pls heißt es: „Der neue Äon ist angebrochen (z. B. Röm 8,31-39)!“
Auferweckung, Erweckung, Merkmal des Neuen
Der Messias erweckt Tote (Mk 5,21ff.; Lk 7,11ff.; Joh 11,1ff) und wird selbst von Gott erweckt (Röm 1,4). Diese Symbolerzählungen erzählen auf ihre Weise: Das neue Zeitalter, in dem der Tod keine wesentliche Macht mehr habe, sei angebrochen, was Berichte aus dem Apostelleben unterstreichen (Apg 9,36ff.; 20,7ff.). Ostern ist die Wende, mit der die Macht des Todes gebrochen wird, wenn diese Macht auch nicht verschwunden ist. Der Christ lebt und wirkt sozusagen zwischen den Zeiten. Er wird zu neuem Leben erweckt, wird wiedergeboren und soll in neuem Leben wandeln (Röm 6,4; 1Petr 1,3).
Symbolgeschichten
Auch die o.a. Erzählungen der Evangelien, die berichten, Jesus und die Apostel hätten Tote ins Leben zurückgerufen, sind Symbolgeschichten, die auf vielschichtige Weise erzählen, wie Erstarrung, Kälte und Sterben durch den Messias aus der Seele des Menschen verbannt werden, so dass dieser wieder atmen und ins Leben zurückkehren kann.    
Ø    29.11. Der Anfang des neuen Äons, bis
Ø    02.11. Christusträger
Ø    Vgl. Passion und Ostern, Himmelfahrt
Ø    Vgl. Ostern