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Haggada und Halacha
Im Hebräischen
Hebr. hagadda heißt „Darstellung“, gemeint ist die Möglichkeit, erzählend, predigend, in Gleichnisberichten usw. die Inhalte der Thora zu entfalten. Hebr. halacha, „Norm“, meint die Ausdeutung und Weiterentwicklung von Gesetzesvorschriften und religiösen Anordnungen ins Leben hinein.
Ein Schlüsselwort der Passionshaggada
Auch im Zweiten Testament gibt es Formen der Halacha und Haggada. So ist die Passionsgeschichte als eine Art der Haggada zu verstehen. Die Redenkompositionen in den Evangelien knüpfen an die Tradition der Halacha an. Eindeutig ist die Abendmahlstradition der Synoptiker eine Haggada. Alles in dieser Passionshaggada kreist um das Verb gr. paradidomi, verraten, ausliefern. Nicht von ungefähr wird dieses mehrdeutige Verb zum Schlüsselwort der Passionshaggada. Der Verratene, Ausgelieferte wird zur Überlieferung. Das meint gr. paradosis!
Abendmahlshaggada
Das Prinzip, erzählend und auch darstellend religiöse Inhalte zu entwickeln, wird auch im Zweiten Testament, gemäß der Textgestaltung im Ersten angewandt. Freilich wird von den verschiedenen Autoren die Situation verschieden entfaltet. So gibt es Textassoziationen zum Stichwort „Neuer Bund“ in der synoptischen Abendmahlshaggada (Mt 26,28;Mk 14,24; Lk 22,20) und im Hebräerbrief (Hebr 8,8-12; 10,16f.). Das Johannesevangelium erzählt anders. Es spricht vom Neuen Gebot, verzichtet auf den Bundesgedanken – und doch ist auch der Passionsbericht bei Joh eine Passionshaggada (Joh 13,1ff.).
   
Harmagedon
(Hebr.) wohl Berg von Megiddo, Ort, an dem die drei unreinen Geister alle Herrscher der Welt zum Kampf gegen Gott versammeln (Apk 16,16; vgl. Ri 4,2-16; 2Chron 35,22), die Endschlacht um Gut oder Böse, Gott oder Nichtgott.
   
Hebräer, hebräisch
Das Wort Hebräer leitet sich höchstwahrscheinlich von chapiru, genauer: apiru ab. Gemeint sind Flüchtlinge, Gruppen von Schutzsuchenden, Gefangene, Zwangsarbeiter, Sklaven, Söldner. Der Begriff kommt in den Mari-Texten, den Armana-Briefen sowie in den Tontafeln von Nuzu überregional vor. Es handelt sich um die unterste Bevölkerungsschicht, die praktisch rechtlos war. In Gen 10,21 werden die Heber mit den Hebräern in Verbindung gesetzt, in Gen 14,13 wird Abraham als Hebräer bezeichnet. Auch wenn in messianischer Zeit die Bezeichnung Hebräer zum Ehren- (2 Kor 11,22) oder zum Volksnamen (Apg 6,1) wurde, so möchte ich doch an der Ableitung des Wortes Hebräer als aus dem seinerzeit übernational bekannten Begriff chapiru festhalten, wie es das ältere AT tut (1Sam 14,21), zumal eine ganze Erzählschicht der Mosetradition, die von der Unterdrückung der Hebräer durch den Pharao erzählt, den Namen Hebräer bewusst aufnimmt und ihn den unterdrückten Sklaven zuordnet, die zum Gott der Hebräer beten und durch diesen Gott auch befreit werden (vgl. Ex 1-9). Von David wird berichtet, ihm „schlossen sich viele, die in Not geraten, verschuldet oder verbittert waren, an und er wurde ihr Anführer“ (1Sam 22,2). Hebräer sind also zukunftslose Menschen, denen ihr Gott Jahwe eine Zukunft verheißt.
   
Hellenismus
Kultur und Zivilisation im Vorderen Orient, die symbolhaft der Hellene, also Grieche Alexander der Große (336-323 v. Chr.) mit seinem Feld- und Kulturzug nach Osten und Süden brachte. Selbstredend ist die Ausbreitung der griechischen Kultur und Sprache nach Ost und West nicht einem einzelnen Menschen zu verdanken. Vielmehr kommen im Laufe der Jahrhunderte Millionen Händler, Seefahrer und Kolonisten hinzu, die dafür sorgen, dass gr. Sitte und Sprache, Denken, Philosophie und Kultur sich in die damals bekannte Welt mehr und mehr ausbreiten. Diese Vermengung und Verschmelzung, die im 3. Jhdt. v. Chr. begann, war während der gesamten Epoche des Römerreiches aktiv und umschloss neben dem Osten auch den Westen der antiken Welt . Bedeutend waren die Einflüsse des Hellenismus in Bereich vom Kultur und Philosophie, was auch auf jüdisches und christliches Denken Auswirkungen zeigte. Ein Hochzentrum des Hellenismus war Alexandria.
Ø    Philosophie, hebräische und griechische
   
Heiliges Zelt
Ø    Vgl. Bundeszelt
   
Herodes, Herodianer
Dynastie des Herodes
Unter dem Sammelnamen Herodes wird eine gewisse Dynastie von Königen, ausnahmslos von Roms Gnaden, zusammengefasst. es handelt sich um Könige idumäischer Abstammung, darum wird die herodianische Dynastie in ihrem Herrschaftsanspruch von frommen und gesetzesstrengen Juden kritisch hinterfragt. Begründer der Dynastie ist Herodes der Große (von 37-4 v.Chr. König), dessen Nachkommen verschiedener Namen mit verschiedenen Nachfolgerfunktionen bedacht wurden. Die Machtfunktionen der herodianischen Dynastie reichten bis verzweigt bis ins Jahr 100 n. Chr. Agrippa II. (27-100 n. Chr.) hatte ein relativ freies Reich nördlich von Palästina inne, inklusive der Aufsicht über den Tempel in Jerusalem. Im NT kommen die herodianischen Herrscher und ihre Angehörigen häufig vor, zunächst Herodes der Große in den Vorgeschichten bei Mt (Mt 2,1ff.) und Lk (1,5), auch in der Apg (23,35). Einer seiner Söhne, Herodes Antipas, Vierfürst in Galiläa und Peräa zur Zeit Jesu (4 v. Chr. – 39 n. Chr.) wird mehrfach in den Evangelien und der Apg genannt (Mt 14,1ff., Mk 6,14ff., Lk 3,1ff., usw., Apg 4,27;13,1). Herodes Agrippa I. (40-44 n. Chr.) ließ den Apostel Jakobus töten und dehnte die Christenverfolgung aus (Apg 12,1ff.). Agrippa II. wie auch dessen Verwandte hören sich die Predigten des Paulus an (Apg 24,1ff; 25,1ff.). Später wird während der Regierungszeit Agrippas II. und in seiner Einflusssphäre Jakobus der Bruder Jesu, Leiter der Urgemeinde in Jerusalem, getötet (ab 62 n. Chr.).
Herodianer
Parteigänger der Herodes-Familie nannte man Herodianer (Mk 3,6; 12,13). Markus stellt sie als Verfolger Jesu dar, in diesem Fall mit der Partei der Pharisäer verbündet. Immerhin hatten die Herodianer als Parteigänger Roms ein Interesse daran, dass im Lande Ruhe herrschte. Aufrührer und religiöse Reformer konnte man schlecht gebrauchen. Das betraf Jesus selbst und später Leitungspersonen der Urgemeinde.
Ø    Staat, Gehorsam und Widerstand, jüdische und christliche Auffassungen
   
Hillel
Mit Beinamen Der Alte, einflussreicher jüdischer Schriftgelehrter aus Babylon, der in Jerusalem von ungefähr 30 v. Chr. bis 10 n. Chr. wirkte, Vertreter einer milden, freieren Gesetzespraxis.
   
Himmelfahrt
Ø    Passion und Ostern, Himmelfahrt
   
Hiob
Buch im Ersten Testament, > Weisheitsliteratur; Hiob wird als eine Persönlichkeit dargestellt, die Gottes Gerechtigkeit kritisch hinterfragt. 
Ø    (D) Hiob – und mehr, Weisheitsliteratur des Ersten Testaments, Vorspann, Denn seine Güte währet ewiglich.
Ø    Das Buch Hiob, Hi 1,1-42,17, 29.01, Hiob, eine Legende; bis 04.02 Rechtfertigung
Ø    Vgl. Bibel
   
Hiskia
Der Name bedeutet Meine Stärke ist Jahwe, König des Südreiches Juda (721 bis 693 v. Chr.), Mitglied einer Koalition gegen das Großreich Assur, zog er sich zunächst aus diesem Bündnis zurück, rüstete dann doch gegen diese Großmacht. Assur reagierte auf diese die Provokation. Jerusalem wurde belagert. Jesaia bestärkte in dieser Phase Hiskia in seinem Abwehrwillen, versprach den Abzug der Assyrer, was auch, vielleicht bedingt durch eine Epidemie im Heer, unter Zahlung eines Tributs, geschah. Hiskia galt als fromm. Er führte unter prophetischem Einfluss religiöse und soziale Reformen durch, zentralisierte den Kult in Jerusalem, reinigte ihn und entfernte die Schlange Nehustan aus dem Tempel, die Salomo aufgestellt hatte (2Kön 18,3f).
Ø    Vgl. Schlange
   
Hoherpriester
Der Hohepriester ist als Bindeglied zwischen Gott du dem Volk Gottes zu verstehen, eine Einrichtung, die erst in nachexilischer Zeit zum Blühen kam. Der Hohepriester bringt das tägliche Opfer für Gott dar (Ex 29,42). Er betritt am Großen Versöhnungstage das Allerheiligste des Tempels (Lev 6,2). Ursprünglich ein Erbamt (Num 20,26), wird es zur Zeit Jesu nur auf wenige Jahre verliehen. Trotzdem hat der Hohepriester großen politischen Einfluss. Er leitete das Synhedrion, den Hohen Rat und bildet mit übrigen Ältesten die jeweilige jüdische Regierungsmannschaft, die Hohenpriester genannt wurde (Mk 8,31). Die Rechte dieses Gremiums sind auf religiöse und Tempel-Rechte eingegrenzt.
   
Hoher Rat
Ø   Vgl. Synhedrion
   
Horn
Männliches und weibliches Symbol
In Anlehnung an Erfahrungen aus dem Tierreich ist das Horn Symbol der Stärke und der Macht. Es symbolisiert ein männliches wie auch ein weibliches Element. Das Männliche: Die Zeugungs-, aber auch die urtümliche Stoß- und Schlagkraft des Tieres gehen auf den Mann über. Weiblich meint: Die geschwungene Form erinnert an die Mondsichel. Hohlheit und Offenheit des Hornes weisen auf die mögliche Füllung und Erfüllung hin. Ins Füllhorn ergießt sich der Same, aus ihm wächst Fülle. So wird das Horn zu einem mehrfachen Symbol. Das Horn ist zunächst ein Fruchtbarkeitssymbol. Eine der ältesten Götttinnendarstellungen aus der Altsteinzeit zeigt eine füllige Frauengestalt mit der Mondsichel in der Hand. Das Horn demonstriert zugleich die große Macht des Wesens, das gehörnt daher kommt. Nicht umsonst werden dem Gott Dionysos wie auch auch Menschen, zum Beispiel Alexander dem Großen, Hörner angedient, die Bockkraft der Zeugung und die politische Macht andeutend. Auch, wenn die Hörner des Moses, mit denen auch Michelangelo seine Mosefigur ausstattet, aus einem Übersetzungsfehler herrühren mögen, lat. cornus und lat. cornatus wurden verwechselt, so bleibt doch die antike, wenn auch nicht unbedingt biblische Aussage an ihm haften, er sei ein Mann der Kraft und der Macht gewesen.
Horn des Heils
Die vier Hörner des Altars, aufragende Stelen an den vier Ecken des Altars, symbolisieren die vier Himmelsrichtungen, wobei die Hörner des Altars mit dem Blut der geschächteten Lämmer angestrichen wurden (Ex 29,12, u.a.). Durch diesen Brauch wird zugleich die religiöse Bildsprache vom „Horn des Heils“ erklärt. Statt nach einer mühsamen blutigen Zeremonie zu verlangen, soll sich der Mensch auf das messiainsche Heil freuen, das im ankommenden Christus wie ein Horn aufragt, das ermutigt und zur Zukunft bewegt, woran Lukas erinnert (Lk 1,69).
Uralte Tradition
Auch das macht die Apk deutlich (Apk 12,3; 13,1; 17,3.7): Mißbrauch der Staatsmacht und der Urgewalt des Sexus bringt ins Widergöttliche. Eilfertig wird der Teufel in der christlichen Tradition mit Bockshörnern, einem Huf und einem Schwanz geschmückt. Diese Attribute entstammen vorchristlichen Kulten, wie sie bereits in der eiszeitlichen Höhlenmalerei belegt sind: Um ein Tier zu erlegen, dessen Knochen, Fleisch und Fell der Mensch zum Überleben bitter benötigt, tätigt er den schamanistischen Tierzauber, das heißt: Er hüllt sich in Tierfell ein und tanzt einen Beschwörungstanz, um gewiss zu gehen, dass die anstehende Jagd nicht ohne Erfolg bleiben wird. Fruchtbarkeit ist in der Tierwelt wichtig. Wie soll sonst der Hunger der Menschen gestillt werden, wenn keine Tiere nachwachsen? Ebenso werden Klugheit und Stärke des Menschen nötig, um das urzeitliche Wiesent, ein gewaltiges Tier, zu erlegen.
Hörner, Symbol des Widergöttlichen
Um die vorherige Götterwelt als gottfeindlich darzustellen, stattete man eilig den Widergott mit den Attributen der vormaligen Götter und Göttinnen aus. Wie die Apk ausmalt, ragen den sieben Hörner dessen, der auf dem Thron sitzt, zehn Hörner des scharlachfarbenen Tieres entgegen, das zu allem Überfluss sieben Köpfe aufweist (Apk 17,3.7.). Unmythologisch gesprochen: Missbrauch von Macht und Sexulität pervertieren verliehene und notwendige Menschenmacht ins Zerstörerische. Ebenso machen sie aus der Gottesgabe des Sexus die seelentötende Gier. Nicht umsonst werden die widergöttliche Allmacht des Tieres und seine Tücke, sich mit göttlichem Gehabe vorzustellen, ausgemalt: Nur, wer das Mal des Tieres auf seiner rechten Hand eingebrannt mit sich herumträgt, hat im totalitären Staat des Tieres, das sich mit göttlichen Merkmalen ausstattet, eine Überlebenschance (Apk 13,16f.).