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Eden
Eden, oder auch: Garten Eden, vielleicht vom babylonischen edinu, sumerisch edin, Ebene, Steppe abgeleitet. Nach Gen 2,8-14 fruchtbarer Lebensraum der ersten Menschen, von den Flüssen Euphrat und Tigris unden beiden weiteren (unbekannten) Flüssen Gibon und Pison umschlossen, Symbolort des Wachstums und der Fruchtbarkeit (Hes 36,35; Joel 2,3; vgl. auch Jes 37,12). In der LXX wird Eden mit gr. paradeisos übersetzt, Garten, zunächst auch hier eine konkrete Landschaft, in der es sich gut leben lässt, dann erst, in übertragendem Sinne, Ort der seligen Toten. Was die Flüsse anbetrifft, die Eden umgrenzen, ist Folgendes anzumerken: Euphrat und Tigris sind als real existierende Bewässerungsflüsse einer uralten Kulturlandschaft bekannt, Gihon und Pison sind dagegen eher symbolisch zu deuten. Die Gihonquelle war die einzige Quelle in Jerusalem, die des ganzen Jahres Wasser hielt, Jerusalems Lebensader, die über ein Kanalsystem, das Hiskia vervollkommnete, die innere Stadt mit Wasser versorgte. Die Gihonquelle liegt im Kidronltal (1Kön 1,33). Schwieriger ist der Zugang zum Wort Pison, das nur einmal in der Bibel vorkommt, abgeleitet von Strom, Strömung, Fluss. Ein Strom also, der das Land Havila umfließt, (Gen 2,11), wobei der Name dieses Landes mit dem hebr. Verb chava, leben, in Verbindung gebracht werden darf? Das Land Havila wird im Nordwesten (Gen 25,18), aber auch im Südwesten Arabien lokalisiert (Gen 10,28). Das ureigene Gottesland, Jeruschalaim, und der vom Lebenswasser umflossene Weltenbogen, sind die doppelt gepolten Paradiesgegenden?

Elohist
Ø    Vgl. > Quellen und Quellenscheidung im Pentateuch
   
Elia
Prophet aus dem Nordreich unter Ahab (um 850 v. Chr.);
Ø    (Q) Aus den Propheten, Propheten in Israel, Vorspann, Zwei aus dem Nordreich: Elia, Amos
Ø    Der Prophet Elia, 1Kön 17,1-22,40; 2Kön 1-2,8; 16.08. Gottesurteil, bis 18.08. Die Stille eines Nichts
Ø    Vgl. Propheten
   
Enosch
„Mensch“, poetischer Ausdruck, Sohn des Seth, (Gen 4,26; 5,6-11), mit ihm beginnt gemäß dem Jahwisten die Verehrung Jahwes.
Ø    04.01. Eskalation
   
Epheserbrief
Ø    (W) Übrige Briefe, Vorspann 1, In ihm;
Ø    (X) Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott, in Liebe, Vorspann 2, Einigkeit im Geist;
Ø    Vgl. Briefe
   
Epiphanias
Epiphanias heißt Erscheinung. Für die Ostkirche bedeutet dieses Fest, am 7./19. Januar gefeiert, das Weihnachtsfest der Christen: Jesus wird getauft und dabei ins Gottessohnesamt berufen (Mk 1,9ff.), was Gott in der Verklärung Jesu bestätigt (Mk 9,2ff.). Es muss aber auch aufmerksam gemacht werden, dass die Weihnachtsfeier der Ostkirche sich deshalb um 12 Tage verschiebt, weil die Orthodoxe Kirche streng am Julianischen Kalender festhält, den bereits Julius Caesar einführte. Dieser Kalender weist eine Zeitverschiebung von 12 Tagen auf, die bis heute gültig ist. Der Osten verweigerte die Kalenderreform, die Pappst Gregor mit der Einführung des Schaltjahres durchführte
Ø    05.03. Der Himmel tut sich auf, bis
Ø    17.03. Verklärung
Ø    Vgl. Weihnachten, dort auch Genaueres zu den verschiedenen Kalenderdaten
   
Erstgeburt, Erstlingsgabe, Erstling
In der Erhebung der Hebräer gegen Ägypten wird die Erstgeburt Ägyptens in der Aufbruchsnacht vernichtet (Ex 12,7-13): Alle Erstgeburt gehört Gott. Später verfestigt sich dieser Gedanke zu einer Art Steuer für Gott, die dem Priester gehört (Lev 23,20), die als Segensgabe an Gott verstanden wird (Dtn 26,5-10). Im Zweiten Testament ist Christus der Erstling der Entschlafenen, der aufersteht (1Kor 15,20.23).
   
Erzvätergeschichten
Bindeglied
Die Erzvätergeschichten; auch Patriarchenerzählungen über Abraham, Isaak, Jakob, über deren Töchter, Söhne und Frauen sind nicht aus einem Guss. Sie entstanden aus Erzähltraditionen der verschiedenen Stämme, die dann zu einer Stammesgeschichte zusammenwuchsen, die einzelnen Erzählungen wurden miteinander als Familienstory verbunden. So ist es erklärlich, dass manche Motive zweimal bei einem Patriarchen oder beim nächsten wieder auftauchen. Trotz einer langen mündlichen Erzählkette haftet diesen Erzählungen doch viel historisches Kolorit an. Sie bilden das theologische Bindeglied zwischen der Urgeschichte der Menschheit (Gen 1-11) und der Geschichte der Lebensfindung Israels (Ex 1ff.). Der Gott des Boten Moses war schon, so die spätere theologische Tradition, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott der Väter. Die Erzählungen haben sich also aus verschiedenen Stammestraditionen zu der einen Stammesgeschichte Israels entwickelt. Insgesamt entstand ein imponierendes Gemälde, wie Gottes Gnade unvollkommene Menschen in den einen Bund Gottes mit Abraham und seinen Nachkommen beruft.
Altersangaben in den Erzvätererzählungen
Die biblischen Angaben zum Alter der Erzväter sind symbolisch zu verstehen. Alle Hinweise, sie als historisch zu rechtfertigen gehen am Kern der Aussage vorbei. Auch der Gedanke, dass die alten Völker (wie zum Beispiel auch definitiv die Azteken) eine Jahreszählung gehabt hätten, bei der man drei oder gar vier Jahr in einem heutigen Jahresablauf hätte unterbringen können, verfehlen das Ziel. Die Angaben über das hohe Alter der Patriarchen bedeuten eine theologische Aussage: „Damals, als die Welt noch besser in Ordnung war und Gott mehr als heute auf den Menschen setzte, verschaffte er ihm zunächst ein hohes Alter, das von Generation zu Generation abnahm, weil die unausrottbare Bosheit der Menschen mehr und mehr zum Tragen kommt.“
Universalität
Den Erzvätererzählungen haftet, vor allem in der Gestalt des Abraham, die Note der Universalität an. Abraham ist der Typ Mensch, der sein Vertrauen zu Gott zum Atem seiner behutsam neu entwickelten Religion macht. Er ist alles andere als ein Fanatiker. Loyalität und Friedensliebe, der Geist der Fürsprache und der Verständigung wohnen in ihm. So ist es nicht verwunderlich, wenn sich die Menschen dreier Religionen auf Abraham als ihren Vater des Glaubens berufen, Juden, Christen, Muslime.
Ø    (C) Ein umherirrender Aramäer war mein Vater, Erzvätergeschichten 1, Vorspann, Abraham, Isaak, Jakob und andere; Erzvätergeschichten 1-3, Gen 12,1-50,36
Ø    08.01. Aus Abram wird Abraham, bis 28.01. Gott gedachte es gut zu machen
   
Eschatologie, eschatologisch
Letzte Dinge
Zwischen dem gr. eschaton, der Zeit der letzten herandrängenden Erfahrungen, und dem gr. Verb apokalypsein, enthüllen (> Apokalyptik) bestehen Sinnbeziehungen: In der letzten, von Gott selbst messianisch durchwirkten Zeit werden neue Entwicklungen angesagt und enthüllt. Eschatologie meint im direkten Wortsinn die Lehre von den letzten Dingen. Es wird eine Endzeit beschworen, in der sich die Lage derer Gläubigen in Leiden und Verfolgung zuspitzt, bis dass Gott energisch eingreift und die Verhältnisse radikal auf den Kopf stellt.
Neuer Klang
Im Zweiten Testament gewinnt das Wort gr. eschaton einen neuen Klang. Im Wirken des Messias werden grässliche und todesträchtige Erfahrungen im Ansatz überwunden. Der Geist leitet die Gemeinde im Namen des auferstandenen Herrn zu aktivem Tun an, wunderbare Ereignisse entwickeln sich, was jeder Evangelist, auch jeder Briefschreiber mit seinen literarischen und theologischen Möglichkeiten ausdrückt. Die Endzeit wird trotz ihrer Leiden zur Freudenzeit erklärt. Der Satan, den Jesus aus dem Himmel fallen sah, wird in diesem Symbolakt entmündigt und entmachtet. Er wirbelt noch ein wenig auf der Erde herum, gr. diabolos heißt ja auch Durcheinanderbringer. Aber grundsätzlich ist Christuszeit, Zeit der Befreiung (Lk 10,16).
Apokalyptik und Eschatologie
Dem eschatologischen Jubel, wie er sich in der Freude Gottes und seiner Gemeinde über der verlorene Wiedergefundene ausdrückt (Lk 15,1ff.), steht das bedrohende Apokalyptische entgegen. Die ankommende messianische Freudenzeit ist immer noch vom apokalyptischen Leidensdruck druchwoben. Das symbolisiert sich in der atemberaubenden Nähe von Karfreitag und Ostern. Wie beide Daten engstens beieinander liegen und nur drei Tage auseinanderklaffen, liegen im Dasein des Christen, in seiner Geschichte Vernichtung und Auferstehung, Vergehen und Überleben eng beieinander. Sie sind untrennbar in die Existenz des Menschen eingewoben.
Ø    Vgl. Maria und der HeiligeGeist

Essener
Ø    Vgl. Pharisäer ...!
   
Evangelium
Das gr. Wort euangelion stammt aus dem politischen Raum. Es meint zunächst die Botschaft eines Regierenden, einer Regierung an das Volk, eine gute Nachricht, die den bevorstehenden Frieden, die Befreiung usw. ankündigt. Im Ersten Testament wird der politische Botschaftscharakter gewahrt, > Dtrjes sagt das Evangelium an, die Heimkehr der Juden aus dem Exil wird umschrieben. Diese Botschaft hat zugleich eine politische wie auch religiöse Dimension: Das Volk kehrt heim, aber Gott zieht durch die Wüste dem Volk voran (Jes 40,1ff.9ff.). Wenn > Markus als Erster im Zweiten Testament das Wort gr. euangelion aus der LXX aufnimmt, behält es bei ihm den politischen und zugleich religiösen Akzent. Gott selbst in seinem Messias sagt das neue Zeitalter an und verwirklicht es.
Freilich muss das Wort politisch noch weiter definiert werden. Es meint in diesem Sinne nicht eine Macht- oder gar Gewaltpolitik, das messianische Missverständnis der Zeloten, aber doch die Veränderung des Einzelnen und der Gesellschaft aus dem Geiste der Botschaft und des Wirkens des Messias Jesus.
Ø    Das Evangelium nach Markus, Mk 1,1-16,9, 04.03.
Ø    Vgl. Frieden
   
Evangelium Veritatis
Lat., Evangelium der Wahrheit, 1945 in Nag Hammadi, Oberägypten, gefunden, 127 km von Luxor entfernt, zusammen mit 12 weiteren gnostischen Codices in Koptischer Sprache verfasst. Das Evangelium Veritatis hat große Ähnlichkeit mit dem Johannesevangelium. Auch nimmt es Bezug auf Jesus, den Offenbarer. Aber alle historisierenden Elemente, die auch nur im Entferntesten an den Juden Jesus erinnern könnten, wurden entfernt. 150 n. Chr.
   
Evangelische Räte
Evangeliumsworte, die dem Christen nicht als Pflicht auferlegt werden, obwohl es sich doch um Anweisungen aus der Jesusbotschaft handelt, die zunächst der Gemeinde galten, das Gebot der radikalen Armut (Mk 10,17-22), der radikale Keuschheit (Mt 19,22), des radikalen Gehorsams (Mt 10,29; Lk 14,11). In der mittelalterlichen Kirche wurden diese Forderungen zu Räten erhoben, die nur in einer engeren Gemeinschaft, im Orden, zu verwirklichen sei. In der lat. Imitatio Christi, der Nachahmung Christi, einer frühmittelalterlichen Bußbewegung, wurden die Evangelischen Räte als Weg der Gesamtkirche gewertet, zur ursprünglichen Lebensweise Jesu und der Urgemeinde zurückzukehren, was Thomas von Kempen (in seinem Werk gleichnamigen Titels herausstellte. Die Reformation hob die Sperre zwischen dem Volk, gr. laos, also: den Laien und den Geweihten auf. Eine neue, ins Soziale umgesetzte Verpflichtung für alle tauchte auf. Heute gelten die Räte als Zeichen der absoluten Solidarität mit Armen und Unterdrückten sowie als eine deutliche Kritik an den kapitalistischen, imperialistischen und sexistischen Strukturen unserer Lebenswelt.
   
Ewigkeitssonntag
Letzter Sonntag im Kirchenjahr, in der evangelischen Tradition dem Gedenken der Verstorbenen gewidmet.
Ø    29.11. Der Aufgang des neuen Äons, bis
Ø     02.12. Christusträger
   
Exil
Die Deportation hochgestellter Persönlichkeiten oder auch ganzer Volksgruppen, ein Mittel vor allem assyrischer und babylonischer Politik, bedeutete für die beiden Reiche Israel und Juda einen gewaltigen Einschnitt in ihre bisherige Geschichte und Religion. Zweimal kam es in der israelitischen Geschichte zu Deportationen. Auf die Eroberung Samarias (722 v. Chr.) erfolgte eine Deportation von Menschen des Nordreiches Israel, die nie rückgängig gemacht wurde. Diese Deportation nahmen die > Assyrer vor.
Im Südreich, das die Deportation der Menschen Israels und die Verwüstung dieser Region mit Schrecken wahrnahm, wurde eine Gnadenfrist gewährt. Aber das Deportationsschicksal ereilte Juda doch, rd. 130 Jahre später. Diesmal war es die Großmacht Babylon, die die Unterwerfung, Zerstörung und Wegführung verfügte. Bisher war es der Trend gewesen, zu glauben, Gott habe Juda und seine Stadt Jerusalem erwählt, damit seien Staat, Stadt und Tempel unantastbar. Freilich, war das eine Hoffnung, die die Propheten längst höhnisch hinterfragt hatten. Gott werde sich nicht sklavisch auf sein Volk fixieren.
Die sogenannte Babylonische Gefangenschaft, die nun das Südreich Juda betraf, setzte in mehreren Schüben ein, wobei die endgültige Zerstörung der Stadt Jerusalem und des Tempels den größten Schock auslöste (586 v. Chr.).
Nach dem Desaster waren Vertrauen und Zuversicht ohne Ende vorhanden, Gott werde sein Volk nicht für immer verstoßen, sondern Heimkehr und Neuanfang ermöglichen. Die Heimkehr aus dem Exil geschah ab 536 in verschiedenen Rückwanderungswellen. Mit der Rückkehr setzten der Wiederaufbau der Stadt und des Tempels sowie eine Neuorganisation der jüdischen Gesellschaft ein.
Ø    11.8. Der Anfang vom Ende, bis 15.8. Wahrhaftigkeit
Ø    30.8. Ein Prophet in Zeitumbrüchen, bis 12.9. Frühe und späte Freunde
Ø    Vglo. Deportation
Ø    Vgl. Jeremia
Ø    Vgl. Deuterojesaia